Hässliches Anwesen aufbereiten

Barrierefreier Busstopp und Parkplätze

+
Barrierefreie Bushaltestellen gibt es in Eppertshausen – wie hier am Ortseingang aus Richtung Münster kommend, doch müssen vier noch nachgebessert werden.

Eppertshausen - Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann die Gemeindevertretung in der Hauptstraße: eine weitere und geforderte barrierefreie Bushaltestelle bauen und einen wenig ansehnlichen Flecken mitten im Ort eliminieren. Von Thomas Meier 

Das Grundstück an der Hauptstraße 67 ist seit vielen Jahren verwaist und sieht auch so aus. Dort, wo einst ein kleiner REWE-Markt mitten im Ort noch Lebensmittel und andere Supermarktartikel feilbot, ist schon lange ein verwahrloster Windfang entstanden, an dem sich der Müll sammelt. Ein paar wenige Parkplätze werden noch vor dem kleinen lagerhallenähnlichen Gebäude frequentiert, doch ansonsten ist die Lücke im Straßenzug eher ein optisch störender Flecken. Dass kann sich bald ändern, denn die Gemeinde soll und kann aktiv werden.

Im laufenden Haushalt stehen 350.000 Euro für den Ankauf des Grundstücks nebst Abriss des Gebäudes und Arrondierung bereits, weiß Jürgen Geist, Leiter des Fachbereichs 3 in der Gemeindeverwaltung und somit zuständig für Bau, Umwelt, Gebäudeunterhaltung. Das Areal ist in Privatbesitz eines Nicht-Eppertshäusers, mit dem die Gemeinde bereits positiv in abschließenden Verhandlungen steht, es fehlt nur noch das Okay der Gemeindevertretung, die dies zur kommenden Sitzung am Mittwoch, 22. März, geben sollte.

In den Ausschüssen wurde und wird zuvor nochmals besprochen, was alles mit der „Hauptstraße 67“ geschehen soll, denn Eppertshausen ist auch im Zugzwang. Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im Landkreis soll bis zum Jahr 2022 barrierefrei sein. So sieht es das Personenbeförderungsgesetz vor. Und Eppertshausen muss bei vier Bushaltestellen nachbessern, eine davon könnte auf dem anzukaufenden Grundstück gebaut werden.

Die Hauptstraße 67 ist wenig ansehnlich. Die Gemeinde will das Grundstück ankaufen, das Gebäude abreißen, eine Bushaltestelle dorthin verlegen und Parkplätze schaffen.

Betroffen sind die Haltestellen Eppertshausen-Mitte und Eppertshausen-Nord. Die Haltestellen Süd und Ost sind bereits berrierefrei gestaltet. Die Gemeindeverwaltung hatte vorgeschlagen, zuerst die Wartehallen in Fahrtrichtung Dieburg umzugestalten. Pro Haltestelle fallen 46.000 Euro für Bau und Planung an, davon zahlt die Gemeinde etwa 13.000 Euro. Die restlichen Kosten verteilen sich auf das Land Hessen, das bis zu 85 Prozent Zuschuss zahlt (etwa 20.000 Euro), und die Nahverkehrsorganisation DADINA (etwa 13.000 Euro).

Bilder: Kerb in Eppertshausen

Doch auch in Fahrtrichtung Ober-Roden muss nachgebessert oder neu gebaut werden, und das ausgeschaute Ex-Rewe-Areal wäre fürs Vorhaben ideal, weil nur wenige Meter von der jetzigen Haltestelle entfernt. Umfangreicher und damit teurer soll diese Neugestaltung der Station Eppertshausen-Mitte dabei werden. Eine Beschlussvorlage aus einer vergangenen Gemeindevertretersitzung sieht die Verlegung der Haltestelle von der Hauptstraße 59-61 an die Hausnummer 67 vor.

Und die bietet sich – einmal vom hässlichen Gebäude darauf befreit – förmlich als innerörtlicher Parkplatz an. Nicht weit von Kiosk und Schreibwaren Sperl, der Sparkasse und anderen Geschäften entfernt, besteht dort nicht nur Bedarf für einen Busstopp. Auch Wartehallen und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sollen entstehen. Ein Teil der Restfläche könnte laut Politikerüberlegung zum Blickfang werden, der den Ortskern optisch aufwertet. Jürgen Geist von der Verwaltung sagt, man stehe Gewehr bei Fuß, warte nun nur noch auf grünes Licht aus dem Ortsparlament, und dann könne es voran gehen mit den Vorhaben.

Quelle: op-online.de

Kommentare