Mit Baum und Borsche

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„Doschenanner“ beim Umzug.

Eppertshausen - Schon am Freitagnachmittag ging das fröhliche Treiben in der kleinen Gemeinde los - der erste Eppertshäuser Kerbbaum wurde aufgestellt. Dass die neuen Kerbborsche und -mädchen mit ihrem Ehrenvorsitzenden Carsten Helfmann darin noch nicht allzu viel Übung hatten, wurde bald ersichtlich: Obwohl der Baum schon zweimal gekürzt worden war, wollte er einfach nicht in die für ihn bereitgestellte Vorrichtung passen. Von Jasmin Frank

Fast anderthalb Stunden lang dauerte das Prozedere, bis der Festbaum endlich stand, was das Publikum aber nicht davon abhielt, ihre Kerbjugend anzufeuern und bis zuletzt auszuharren. Von den Anwesenden wurde die diesjährige vorgezogene Eröffnung des Festes Kerb einhellig begrüßt, so auch von Patricia Schüssler und ihrem Sohn Ben: „Wir finden es gut, dass es eine größere Kerb mit mehr Programm gibt. Außerdem gehört ein Baum und ein Umzug zu so einem Ortsfest einfach dazu, dadurch wird die Veranstaltung viel festlicher“, befanden die beiden und blieben gleich auf dem Festplatz, um die Atmosphäre zu genießen.

Die Kerb stand am Wochenende in Eppertshausen auf dem Programm. Auf den Straßen und in der Mehrzweckhalle war viel Betrieb.

Auch am nächsten Tag, dem Samstag, ging es auf der Festivität hoch her: Nach dem Gottesdienst und dem Umzug mussten die Kerbpuppe auf ihren Kerbbaum und der Kerbvater auf seine traditionelle Leiter gebracht werden. Doch zunächst ging es mit den verschiedenen Vereinen durch die Straßen, die von zahlreichen Besuchern gesäumt waren. Angeführt vom Kerbkomitee sowie den engagierten Jugendlichen und musikalisch begleitet vom Spielmannszug FFW Messel gaben sich Fastnachts- und Sportgruppen ein fröhliches Stelldichein. Auch die freiwillige Feuerwehr, die ansässigen Chöre, der Odenwaldklub und das Partnerschaftskomitee Chaource fügten sich in die Reihen ein, das von dem Team der Bäckermarie und den Bulldogfahrern abgeschlossen wurde. Die Zuschauer waren von der farbenprächtigen Vielfalt begeistert, auch nach einer durchgefeierten Nacht, wie Marlies Gruber und Monika Levin bestätigen können: „Wir waren schon auf der Warm-Up-Party. Die war zwar eigentlich für jüngeres Publikum gedacht, aber wir fanden es ganz toll, bei der Musik von DJ Flo war für jeden Geschmack etwas dabei. Allerdings war anfangs nicht ganz so viel los, es hätte einfach mehr Werbung gemacht werden müssen. Aber es ist toll, was die Vereine und die Jugendlichen alles auf die Beine stellen.“

Dank des tatkräftigen Einsatzes von Kerbborsch Matthias Gruber fand die Kerbpuppe einen Platz am Baum.

Nach dem Umzug ging es weiter vors Rathaus, wo die Kerbpuppe dank des tatkräftigen Einsatzes von Kerbborsch Matthias Gruber schnell und sicher am Kerbbaum angebracht wurde. Begleitet vom Besucherstrom zogen dann alle Aktiven in die Mehrzweckhalle, wo Kerbvater Lutz Murmann seine Rede zum Besten gab. Wie in den vergangenen Jahren ging es auch dieses Mal darum, einen amüsanten Rückblick über die Geschehnisse in Eppertshausen zu präsentieren, was auch gut gelang. Vor allem die doppeldeutige Verbindung zwischen dem Tag der deutschen Einheit, mit einem Gruß nach Osten, der gleichzeitig auf das Neubaugebiet ‚Am Eichstumpf' hinwies, sorgte für viel Heiterkeit. Als dann noch einige Spitzen auf die Lärmschutzmauer, die Eppertshausen nun wie ehemals Berlin teile, abgeschossen wurden, johlte die Halle. „Nie mehr werdet ihr aus eure Verliese den goldige Blick uff de Otzberg genieße“, ulkte Murmann und das Publikum war begeistert. Und so ging es weiter mit lustigen Missgeschicken von Einheimischen, wie einem Ehepaar, dass seinen Sohn im Italienurlaub an der Raststätte vergessen hatte oder einem anderen Pärchen, dass überhaupt nicht mehr mit dem Feiern aufhören wollte und volle 18 Stunden auf einer Party durchhielt.

DJ Flo sorgt für unterhaltsame Kerbparty

Aber nach und nach wollten auch die Zuhörer nicht mehr nur vom Feiern erzählt bekommen, sondern auch selbst damit anfangen. So freuten sie sich, als die große Kerbparty, die wiederum von DJ Flo musikalisch bereichert wurde, beginnen konnte.

Und wer dann noch nicht genug hatte, konnte am Sonntag zum Frühschoppen eilen, oder es sich später auf dem Familien- und Seniorennachmittag gemütlich machen, auf dem die örtlichen Vereine ihr Können mit zahlreichen Tanz- und Gesangsaufführungen darboten.

Quelle: op-online.de

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