Die Befreiung des Kerbborschs

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Das Kerbkomitee sorgte an der Zugspitze für gute Stimmung.

Eppertshausen - „En Haufe Leit warn uf de Gasse - en Kerbumzuch der Sonderklasse!“, lobte Kervater Michi I. das Geschehen am Kerbsamstag: Die Eppertshäuser können feiern und die gute Stimmung lag nicht nur am strahlenden Sonneschein. Von Jasmin Frank

Das wusste auch Bürgermeister Carsten Helfmann, der in seinem Grußwort erläuterte: „In den vergangenen Jahren wurde unter dem Motto: ,Rettet die Eppertshäuser Kerb‘ gemeinsam mit den Ortsvereinen, der katholischen Kirche und der Gemeindeverwaltung ein neues Veranstaltungskonzept erstellt. Auch in diesem Jahr haben wir es wieder geschafft, mit 21 Kerbmädels und Kerbborsche unser Traditionsfest zu feiern.“

Das Programm und die zahlreichen begeisterten Besucher sprachen für sich, das Konzept ging auf und holte die Eppertshäuser auf die Straße. Nachdem bereits am Freitag der Kerbbaum aufgestellt worden war und die Kerbjugend mit der Warm-Up-Party den Startschuss gegeben hatte, ging es am Samstag mit einem Gottesdienst und anschließendem Festumzug durch die Schul- und Waldstraße zur Mehrzweckhalle weiter, angeführt vom Kerbkomitee und Kerbvater Michi Schledt. Insgesamt 15 Zugnummern konnten aufgeboten werden und hunderte von Zuschauern standen Spalier, um die Wagen zu bejubeln, darunter auch Wolfgang Wich, der meinte: „Das ist wirklich ein gelungener Festumzug, für jeden ist etwas dabei, egal ob jung oder alt. Wir sehen ihn nun schon im dritten Jahr an und er wird immer besser.“

Abheben konnte man auf dem Kerbumzug auch - mit der Settchen-Airline.

Neben den aktuellen Kerbborschen und Kerbmädels aus Eppertshausen und Groß-Zimmern sowie den Eppertshäuser Abordnungen aus 2009 und 2010 waren das „Eppertshäuser Doschenanner“, der Gesangverein Germania, der katholische Kirchenchor, der Odenwaldklub, der Turn- und Athletikverein, der Fußballverein mit seiner Carnevalsabteilung, die Settchen, die Freiwillige Feuerwehr, der Tischtennis-club und die Bulldogfahrer mit von der Partie.

Im Anschluss brachte Kerbvater Michi Schledt das Publikum in der prall gefüllten Mehrzweckhalle mit seinem Kerbspruch zum Lachen, während seine persönlichen Fans ihm immer wieder zusätzlichen Tribut zollten und ihm lautstark zujubelten. Michi I. fasste gekonnt die herausragenden Ereignisse des vergangenen Jahres im schönsten Eppertshäuser Dialekt zusammen, und dabei durfte die veränderte Geschäftslandschaft am Franz-Gruber-Platz nicht fehlen. So suchte doch tatsächlich ein Eppertshäuser Einwohner die Postfiliale beim EDV-Fachmann am Lerchesberg: „Es war an nem Montag im Lerchesberg unne, als es klingelt an der Türe drunne, von de Firma, die ihrn Sitz gepflecht, vom Gruber-Platz dorthie verlecht. En Mann stand drause, wollt unverhole mit nem Abholschein, dort ab was hole. Die Frau vom Hause fragte ihn glei: was wolle sie mit dem Abholeschei? - En Pc, e Kabel, e Programm oder was, sache ses mir, un ich hole ihne das! - Ich will kein Pc oder annere Sache, wolle sie, über mich, sich lustisch hier mache? Ich hab hier meinen Abholschei, hole sie mir mei Paket jetzt bei! Schlimm genuch, das unser Post nicht nur zuviel Kohle kost, nein! Man verlecht in einem fort die Abholstell´ in unserm Ort!“

So ging es unter großem Jubel heiter voran. Und vielleicht ist in der Rede vom nächsten Jahr auch ein Kerbborsch verzeichnet, der am letzten Kerbfreitag für einen Lacher gesorgt hatte: Während des nächtlichen Gangs auf die Rathaustoilette wurde das Gebäude abgeschlossen und der Nachwuchs-Eppertshäuser war eingesperrt. Nachdem die Feuerwehrleitstelle alarmiert worden war, informierte die den Ehren-kerbborsch Carsten Helfmann, der den Gefangenen dann befreite.

Der Sonntag war reserviert für die Familien: Die Vereine hatten in der Mehrzweckhalle für Kaffee und Kuchen sowie für ein buntes Bühnenprogramm gesorgt: Die TAV Tanzgruppe „Atemlos“ und die OWK Tanzmäuse bezauberten die Zuschauer ebenso wie der Kinderchor der katholischen Kirche und im Anschluss zeigten die TAV Turner atemberaubende Saltos bevor die FVCA Funnys die Bühnenshow beschlossen.

Gestern schließlich genossen wie stets Firmen, Vereinsmitglieder, Beschäftigte der Gemeinde ebenso wie andere Festgäste den montäglichen Kerbrundgang in den Eppertshäuser Gaststätten. An allen Tagen war der Vergnügungspark auf dem Franz-Gruber-Platz geöffnet und stets gut besucht.

Quelle: op-online.de

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