Begeistert von der deutschen Art

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Gebürtige Brasilianerin Sueli Küpper-Tetzel in Eppertshausen sucht neue Herausforderungen

Eppertshausen ‐ Wer in Eppertshausen in einer der beiden Kirchengemeinden verkehrt, kommt um sie nicht herum: Sueli Küpper-Tetzel geht sowohl in Sankt Sebastian als auch in der Friedensgemeinde ein und aus. Von Jasmin Frank

„Mein Mann ist evangelisch und ich bin katholisch, was liegt da näher, als sich in der Ökumene zu engagieren?“, lacht die agile zierliche Frau.

Doch das ist nicht der einzige Unterschied zwischen den beiden Ehepartnern, denn Udo Küpper-Tetzel stammt aus Düsseldorf, während seine Frau aus Sao Paulo kommt. „Ja, wir haben schon etwas unterschiedliche Mentalitäten. Aber bei uns in Brasilien nimmt man den anderen so, wie er ist und versucht nicht, ihn zu ändern. Gerade dann kann man von dem anderen viel lernen, und das habe ich in den vielen Jahren auch getan“, sagt sie.

Kenngelernt haben sich die beiden in Brasilien, ganz unromantisch im Büro Als sie ihren Udo zum ersten Mal mit nach Hause brachte, war ihre Mutter ganz begeistert. „Seine Art war eben typisch deutsch, sehr wohlerzogen, sehr förmlich und auch besonders freundlich. Das fand meine Mama ganz toll“, schmunzelt sie. Rasch heirateten die beiden, nach sieben Jahren lief jedoch der Arbeitsvertrag ihres Mannes aus, der als Architekt in Brasilien war. Weil dort kein neuer Job zu bekommen war, gingen sie zurück nach Deutschland. Erst nach Düsseldorf und dann nach Frankfurt.

„Wir fingen hier wieder bei Null an“

„Ich lernte schnell Deutsch und suchte mir im Anschluss gleich eine neue Stelle. Wir mussten ja dort alles zurücklassen, deshalb fingen wir hier wieder bei Null an“, erinnert sie sich. Sie gab zunächst Sprachkurse in Portugiesisch und fing dann in der Messe an zu putzen und zu bügeln, wurde später als Dolmetscherin eingesetzt und arbeitete sich wieder nach oben, bis sie Messen eigenständig organisierte.

„Ich suche auch jetzt neue Herausforderungen. Ich mache zwar die Büroarbeit meines Mannes und arbeite viel ehrenamtlich, aber meine Leidenschaft ist doch das Organisieren. Mal sehen, was die Zukunft mir noch bringt“, meint Küpper-Tetzel, der man die Tatkraft und Lebensfreude förmlich ansieht. „Brasilien spielt für uns eine große Rolle, aber wir empfinden keine übersteigerte Sehnsucht und auch keinen Schmerz. Wir fahren regelmäßig dorthin und wir essen gerne landestypische Spezialitäten, aber zu Hause sind wir hier in Deutschland und ganz besonders in Eppertshausen“, meint sie und schickt schon die ersten E-Mails für ihre Projekte heraus, denn am Planen und Organisieren ist sie irgendwie immer.

Quelle: op-online.de

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