Begräbnis wird zum steigenden Kostenfaktor

Eppertshausen (jas) ‐ „Nichts ist umsonst, nur der Tod und der kostet das Leben“, lautet ein tiefsinniger Spruch. Die Eppertshäuser werden in nächster Zeit darüber nachdenken können, denn für den Tod eines Angehörigen müssen sie in naher Zukunft noch viel tiefer in die Tasche greifen: Die Friedhofsgebühren wurden erneut erhöht.

Initiiert wurde diese Anhebung von der Kommunalaufsicht des Landkreises, die fordert, beim Gebührenhaushalt einen Kostendeckungsgrad von 85 Prozent zu erreichen. Wie Bürgermeister Carsten Helfmann in der jüngsten Gemeindevertretersitzung betonte, werde dieser trotz des Drehens an der Gebührenspirale noch immer nicht erreicht, obwohl bereits kostenreduzierende Maßnahmen eingeleitet worden seien. So wurden zwei Mitarbeiter, die bis 2009 einzig auf den Friedhöfen Eppertshausens eingesetzt waren, an den Bauhof versetzt, von wo aus sie nun je nach Auftrag zu ihrem Einsatzort fahren.

Dennoch wird sich für die betroffenen Bürger einiges ändern und ein Begräbnis wird zum sich stetig steigernden Kostenfaktor: Von nun an beträgt die Bestattungsgebühr für eine Tiefgrabstelle 1640 Euro statt wie derzeit 1230 Euro, im Jahr 2001 waren es sogar nur etwa 300 Euro.

Es wurde eifrig diskutiert

Schon mit dem bisherigen Wert belegte Eppertshausen im Landkreis einen Spitzenplatz, nur Münster und Seeheim-Jugenheim liegen auch bei über 1000 Euro Kosten für ein vergleichbares Grab. Besser sieht es da bei dem Erwerb von Nutzungsrechten aus, hier wurde die Gebühr für ein Reihengrab zwar auch von 383 Euro auf 498 Euro angehoben, doch liegt die Gemeinde damit im Vergleich eher im Mittelfeld.

Über Ursache und Wirkung einer solchen Anhebung wurde in der Gemeindevertretersitzung am Dienstagabend eifrig diskutiert: Zwar waren sich alle einig, dass ein Haushalt möglichst kostendeckend ausfallen soll, doch stellte sich die Frage nach dem Vorgehen. „Es kann nicht sein, dass sich die Gebührenspirale immer weiter nach oben dreht, es muss mehr auf die Kosten geachtet werden“, argumentierte Hans-Joachim Larem von der SPD.

Auch Thorsten Weber, FDP, stimmte diesem Tenor prinzipiell zu und fügte an, die hohen Gebühren würden mit Verantwortung getragen. Letztlich seien ein großer Teil der Kosten Personalaufwendungen, die mit Bedacht abgewogen werden sollten. „Insbesondere der Waldfriedhof hat für Eppertshausen die Qualität einer Parkanlage und daran soll sich auch weiterhin nichts ändern“, sicherte Rathauschef Helfmann zu. Schließlich wurde die Erhöhung beschlossen, allerdings mit dem Zusatz, dass die Gemeindevertretung die Kostenstruktur im Friedhofswesen genauer unter die Lupe nehmen solle, insbesondere was die Arbeitsabläufe und die Arbeitsstundenanzahl betreffe.

Quelle: op-online.de

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