Begrüntes Bollwerk gegen den Lärm

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Noch wirkt die 350 Meter lange und 2,50 Meter hohe Lärmschutzwand an der Babenhäuser Straße trist, doch soll sich das mit der Bepflanzung Ende des Monats schon bald ändern.

Eppertshausen - Zwar wird man sie vom Mond aus wohl noch nicht sehen können wie die berühmte Chinesische Mauer, aber ganz schön groß fiel die neue Lärmschutzwand entlang der Babenhäuser Straße (Kreisstraße 183) am Neubaugebiet Im Eichstumpf schon aus. Von Thomas Meier

Über 350 Meter erstreckt sich das Bauwerk, und Bürgermeister Carsten Helfmann musste sich schon einige Kommentare gefallen lassen zum sehr lang gestreckten Erdwall. Auch der Kerbvadder nahm das Bollwerk gegen den Straßenlärm kürzlich aufs Korn.

Doch ist das insgesamt 200.000 Euro teure Bauwerk vonnöten, rechtliche Vorschriften galt es bei der Realisierung des Neubaugebietes mit seinen insgesamt 100 vorgesehenen Bauplätzen zu beachten. Täglich rollen über 4000 Kraftfahrzeuge an der neuen Wohnsiedlung vorbei. Deren Lärm soll die hier einmal rund 500 lebenden Bewohner nicht belästigen, selbst wenn die Gemeinde im Vorfeld dafür kräftig in die Tasche greifen muss.

Bepflanzt mit immergrünen Pflanzen

Das Baugebiet hat eine Größe von rund 6,5 Hektar und bildet einen Lückenschluss zwischen der bebauten zentralen Ortslage und dem Wohngebiet „Im Failisch“. Der Mauerbau an der K 183 war eine Auflage des Regierungspräsidiums Darmstadt an den 2006 erstellten Bebauungsplan, der zum 17. Januar 2008 rechtskräftig wurde. Und Bürgermeister Carsten Helfmann ist trotz der hohen Ausgaben nicht böse über die sinnvolle Anordnung, schützt sie doch nicht nur künftige Bürger vorm Krach. Ohne Lärmwall wäre eine Bebauung erst in 20 bis 30 Meter Abstand von der Babenhäuser Straße möglich gewesen. Helfmann rechnet: 20 Meter Abstand mal 350 Meter Länge mal rund 250 Euro pro Quadratmeter Bauland sind 1,75 Millionen Euro. Geld, dass ohne Wall nicht hätte von der Gemeinde gewonnen werden können. Aufgerechnet gegen die 200.000 Euro für die Wand kam die Maßnahme somit überaus günstig.

Bepflanzt wird das 2,50 Meter hohe Bauwerk aus Baustahlmatten, Juteplanen und aufgefülltem Erdreich mit immergrünen Pflanzen. Efeu und Wilder Wein sowie andere Rankpflanzen sollen die derzeit noch vorhandene Tristesse schon bald farbenfroh überdecken. Eine Bewässerung dieser Bepflanzung ist nicht notwendig, es reichen Regen und Grundwasser.

Quelle: op-online.de

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