„Bei mir ist Kunst einfach bunt“

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Die Familie ist Barbara Reincke wichtig: Das Thema verfolgt sie auch konsequent in ihren Werken. Stolz hält sie ihr Lieblingsbild in Händen. Auch Ketten (links) fertigt sie an.

Eppertshausen ‐ Bunte Bilder dicht an dicht, eine Farbenpracht, die dem Betrachter den Atem raubt – das sieht, wer das Haus von Barbara Reincke betritt. „Bei mir ist Kunst einfach bunt. Von Jasmin Frank

Mir gefällt es, wenn Farben strahlen und auffallen“, freut sich die Eppertshäuserin über die Wirkung ihrer Bilder. Doch nicht immer hatte die lebensfrohe Frau Zeit, sich ihrer Kunst zu widmen, doch galt es acht Kinder großzuziehen.

Vorher hatte die gebürtige Hamburgerin ein Designstudium absolviert und für namhafte Auftraggeber wie die Hörzu oder Douglas gearbeitet. Doch nach der Geburt ihres ersten Sohnes entschied sie sich für weitere Kinder und verzichtete dafür auf den Beruf. „Ich mache gerne nur eine Sache und die dann richtig. Mein Mann, mit dem ich seit 36 Jahren glücklich verheiratet bin, hat das natürlich mit mir gemeinsam entschieden und wir haben bis heute jeden Tag mit unseren Kindern genossen“, meint Reincke. Im Jahr 1992 kam die Großfamilie dann aus der Lüneburger Heide nach Eppertshausen. Obwohl es für alle eine Umstellung war, hatten sie sich schnell eingelebt. „Mir sind die Eppertshäuser ans Herz gewachsen, wir haben hier gleich viele Freunde gefunden und auch die Kinder haben sich wohlgefühlt“, erzählt die Künstlerin. So zufrieden, wie Barbara Reincke ist, so harmonisch sind auch ihre Bilder, die trotz der kräftigen Farben sehr ausgleichend wirken.

Keine speziellen Werkzeuge nötig

Viel Zeit für die Kunst blieb Barbara Reincke mit ihren sechs Jungen und zwei Mädchen aber mehrere Jahre lang nicht. „Ich pendelte zwischen Kochtopf und Waschmaschine hin und her. Erst über die zahlreichen Kinderfreizeiten, bei denen ich mitgemacht habe, bin ich wieder kreativ geworden“, erzählt die engagierte Mutter, die jahrelang in der katholischen Gemeinde aktiv gewesen war. Ansonsten blieb nur Raum für einen besonders schön geschmückten Weihnachtsbaum. Nun ist der Nachwuchs zwischen 19 und 35 Jahre alt und zum großen Teil schon flügge geworden. Damit ist Zeit genug, der Fantasie freien Lauf zu lassen. Zwei Wege beschreitet die Künstlerin dabei: Zum einen fertigt sie bunten und auffallenden Halsschmuck an, der mit Fell und Knöpfen verziert ist. Zum anderen malt sie ihre farbenfrohen Bilder.

„Oft habe ich auf Stoff gearbeitet. Als mein Sohn, der Schreiner ist, seine Holzreste mitbrachte, dachte ich mir: ‚Das muss ja alles mal irgendwie weg!‘ Also habe ich angefangene, darauf zu malen“, sagt Reincke schmunzelnd.

Dabei benötigt sie keine speziellen Werkzeuge, sondern benutzt einfache, dicke Buntstifte, wie sie auch ihre Kinder in der Schule verwendet haben. Zwischendurch überzieht sie die Gemälde etappenweise mit Klarlack. Auch die Stoffe bemalt sie mit herkömmlichen Filzstiften oder mit Stoffmalstiften. Barbara Reincke ist es wichtig, dass Kunst nicht teuer sein muss und dass jeder selbst damit anfangen kann. Auch ihre Werke sind erschwinglich und ab 30 Euro zu haben.

Mitunter verkauft sie etwas auf ihren zahlreichen Ausstellungen, die sie schon im ganzen Umkreis hatte. Reincke hat aber gerade für ihre Ketten auch schon einige Stammkundinnen. Ein Thema, das sich für sie aber durch alle ihre Werke zieht, ist die Familie. „Heute spielt Leistung und Druck für die Kinder schon von klein auf eine große Rolle, vor allem durch die Schule. Familie sollte aber vorgehen – egal ob es um den Beruf oder den Unterricht geht. Wichtig ist es doch, Zeit und Liebe füreinander zu haben“, stellt die Wahl-Eppertshäuserin ihr Lebensmotto dar. Das illustriert Barbara Reincke auch mit ihrer Kunst: Ein Weihnachtsbild zum Thema Familie ist ihr Lieblingswerk.

Quelle: op-online.de

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