Beim Brötchenbacken Befindlichkeit ergründen

Bundestagskandidatin Sprößler auf Wahlkampftour

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Bäckergesellin Mareike und SPD-Bundestagskandidatin Christel Sprößler bestücken Backbleche.

Eppertshausen - Warum macht eine agile Bürgermeisterin ein Praktikum in einem Handwerksbetrieb?

Nun, sie möchte wissen, ob die ihr bekannten Bedingungen für solche Betriebe auf das Umfeld der heimischen Gemeinde zurückzuführen sind, ob sie allgemeine Gültigkeit haben und was nach Ansicht der Betreiber solcher Betriebe an Änderungen erforderlich wäre, um auch in Zukunft einen sicheren Bestand an Handwerksbetrieben in Deutschland zu haben. In Deutschland deshalb, weil die Bürgermeisterin von Roßdorf, Christel Sprößler, als Bundestagskandidatin der SPD für den Wahlkreis 186 (Darmstadt) antritt.

Sie besucht verschiedene Betriebe, um beim Mit-Anpacken mit den Menschen, die dort beschäftigt sind, ins Gespräch zu kommen. Fragen zum Thema Entlohnung im Verhältnis zur geforderten Leistung, oder zum Thema Arbeitswelt und gesellschaftliches Leben spielen dabei eine Rolle.

In einer Bäckerei in Eppertshausen fand sich Christel Sprößler kürzlich um 3 Uhr morgens ein, um sich mit dem Meister, einer Gesellin und einer weiblichen Auszubildenden während der Arbeit auszutauschen. Man sprach darüber, weshalb es immer weniger junge Menschen gibt, die ein Lehre in einem Handwerksberuf beginnen und auch die Fähigkeiten haben, diese Lehre erfolgreich zum Abschluss zu bringen, ob die dann folgende Entlohnung ausreicht, um sich eine eigene Wohnung leisten (mieten) zu können und dergleichen mehr.

Von allen Gesprächsteilnehmern wurde einvernehmlich festgestellt, dass es sehr wohl Änderungs- oder Ergänzungsbedarf gibt, der aber weder auf kommunaler noch auf regionaler Ebene zu befriedigen sei. Politikerin Sprößler möchte sich mit ihren erworbenen Kenntnissen auf Bundesebene einbringen, ohne den Bezug zum heimischen Lebensraum zu verlieren.

„Was gehört zum lebenswerten Leben“, „Wohnen“ und „Bildung“ sind weitere Schwerpunkte, die ihr am Herzen liegen. Beim Einräumen der fertiggestellten Backwaren in die Verkaufsregale bewegten sich die Gespräche um Regulierungen bezüglich der Warenauszeichnungen und um die von manchen Kunden geäußerten Wünsche („alles zu jeder Zeit in ausreichender Menge und frisch, versehen mit Hinweisen auf Inhaltsstoffe, die denkbare Allergien auslösen könnten“), die selbst von Großbetrieben mit sehr gut ausgebildetem Fachpersonal nicht erfüllt werden können.

Mit Öffnung des Ladengeschäftes um 6 Uhr kamen auch gleich die ersten Kunden. Viel Zeit für Gespräche blieb der Bundestagskandidatin nicht, denn auf dem Weg zur Arbeitsstelle wollten sich die eiligen Menschen schnell mit frischen Backwaren als Frühstücksersatz eindecken, den Coffee to go hatten einige schon dabei. So hatte Sprößler aber Gelegenheit, die Welt der Bäckereifachverkäuferin unmittelbar aus eigenem Erleben kennenzulernen. Kurz nach sieben Uhr machte sie sich dann selbst auf, um zu ihrer eigentlichen Arbeitsstätte, das Rathaus in Roßdorf, zu kommen. (zpp)

Quelle: op-online.de

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