Beste Wirtschaftsförderung

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Nach den vielen Reden zur Eröffnung der neuen Räumlichkeiten im Erweiterungsbau von St. Sebastian freuten sich die Hauptnutznießer des 535 000 Euro teuren Projektes, sich im dazugehörigen neuen Bällchenbad endlich austoben zu dürfen.

Eppertshausen ‐ Gegen den Trend im Landkreis wächst die Gemeinde und dieser positiven Entwicklung trug sie jetzt eindrucksvoll Rechnung: Rund 535.000 Euro wurden nach längeren Diskussionen im Vorfeld in die Erweiterung der Kindertagesstätte St. Sebastian in der Waldstraße gesteckt. Von Thomas Meier

 Die Einweihung des gelungenen Werks feierten gebührend die Kinder, Eltern und Beschäftigten, die verantwortlichen Politiker und Kirchenvertreter. Unter letzteren begrüßte Bürgermeister Carsten Helfmann nicht nur Pfarrer Harald Röper von der katholischen Pfarrei als Träger, sondern auch Johannes Opfermann. Er sei nicht nur als evangelischer Pfarrer, sondern auch als Vater gekommen, einer Funktion, die sich bei Röper freilich qua Amt ausschließe.

In Eppertshausen stehe die Vereinbarkeit von Familie und Beruf an vorderster Stelle, betonte Helfmann im prallgefüllten Erweiterungsanbau. Zu den derzeit in St. Sebastian betreuten 120 Kindern kämen noch die fünf Gruppen des Gemeindekindergartens hinzu, in denen bis zu 115 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren untergebracht seien.

Helfmann beleuchtete den Werdegang des Projektes, das im Herbst 2008 erstmals beraten und im Dezember 2008 nach Abwägung verschiedener Bauwerks-Alternativen als Massivbau beschlossen wurde. Die Arbeiten begannen im Juni 2009 mit Baumfällungen, die Roh- und Erdarbeiten wurden am 10. September in Angriff genommen und Richtfest feierte die Gemeinde bereits am 15. Oktober vergangenen Jahres. Mit der Fertigstellung stehen nun bis zu sieben Gruppen zur Verfügung, davon ist eine Hortgruppe für die Betreuung der Grundschulkinder und platz für 20 unter dreijährige Kinder. Zu den Baukosten (siehe Info-Ecke) bemerkte der Bürgermeister: „Dreiviertel der Gesamtausgaben sind im Kreis geblieben, den Löwenanteil strichen dabei ortsansässige Firmen ein. Das ist echte heimische Wirtschaftsförderung.“

Raum genommen in den neuen Räumlichkeiten haben sofort die Kinder.

Pfarrer Harald Christian Röper gab sich für den Träger der Einrichtung, die Kirchengemeinde St. Sebastian und somit dem Bischöflichen Ordinariat Mainz, sehr verbindlich zur Einweihung: „Wir sind der Kita ganz besonders verpflichtet. Es ist die Kindertagesstätte der Kirchengemeinde. Aber sie weiß auch, dass sie sie gleichsam von der Kommune nur als Lehen bekommen hat.“ Voll des Lobes war der Geistliche für die Kommune, die ihren Haushalt für den Erweiterungsbau so stark in Anspruch genommen habe. Nicht nur, um einen Rechtsanspruch der Kinder und Eltern zu erfüllen, sondern auch, weil es den politisch Verantwortlichen eine Herzensangelegenheit sei, den Kindern optimale Förderungsmöglichkeiten zu bieten. Eine echte Wahl ermögliche die Gemeinde, indem sie die Trägerschaft dieser Kita einer Kirche übertrage, da sie selbst bereits einen kommunalen Kindergarten betreibe. Weihbischof Dr. Werner Guballa, der eigentlich zur Einweihung erwartet worden war, werde das Haus am Freitag, 18. Juni, unter den Segen Gottes stellen, sagte Röper.

Voll des Lobes war nicht nur Bürgermeister Helfmann über den Architekten Michael Kramer, auch Kita-Leiterin Gerlinde Ries-Schemainda dankte für die hervorragende Zusammenarbeit und die gute Koordination. „Als katholische Tageseinrichtung gestalten wir die pädagogische Arbeit aus der Überzeugung heraus, dass jedes Kind von Anfang an ein Geschöpf Gottes ist, geliebt und einzigartig“, beleuchtete sie das Konzept.

Die Fachberaterin für Kindertagesstätten der Caritas, Barbara Thum-Gerth, gratulierte zum gelungenen Anbau, die Frauen-Union überbrachte den Erlös ihres jüngsten Flohmarktes von 250 Euro, sechs Euro-Fußbälle spendierte Markus Resch von der HSE und Rainer Eder, Vorsitzender der Gemeindevertretung, bekräftigte unter großem Beifall: „Unsere Entscheidung für dieses Projekt war goldrichtig.“

Quelle: op-online.de

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