Bestes Wachstum im heimischen Habitat hat die Pionierbirke

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Förster Lothar Seipp erläutert Fragen der Waldrundgang-Teilnehmer zum Aarland.

Eppertshausen - Was ein „H“ an einem Eppertshäuser Baum bedeutet, das wissen jetzt alle diejenigen, die am Samstag an der Waldbegehung teilgenommen hatten. Von Jasmin Frank

Während jemand „H wie Hessen“ mutmaßte und ein anderer auf „H wie Holz“ tippte, löste Revierförster Lothar Seipp das Rätsel und verriet: „Der Buchstabe H steht für Habitat. Das sind Bäume wie diese 189-jährige Eiche, die besonders vielen Tieren einen Lebensraum bieten. Hier gibt es Spechthöhlen, Risse und Spalten für Insekten und Vogelhorste. “.

Beeindruckt waren die Teilnehmer nicht nur von den alten, knorrigen Bäumen, sondern auch von den zahlreichen jungen Setzlingen, die beispielsweise im Aarland als Kompensationsmaßnahme für das Neubaugebiet „Im Eichstumpf“ angepflanzt worden waren. Im vergangenen Jahr waren dort auf 2,4 Hektar Fläche insgesamt 11 300 Pflanzen gesetzt worden, vor allem Stieleichen, aber auch Hainbuchen und am Waldaußenrand zudem Feldulmen, Feldahorn und Kirschen.

Vielen Infos kamen gut an

„Wachsen alle Bäume gleich gut an?“, wollte ein Teilnehmer wissen und Seipp gab bereitwillig Auskunft. „Es gibt so genannte Pionierbäume wie die Birke, die besonders schnell wachsen und sich auch von selbst gut verbreiten. Alle anderen Blattbäume wachsen eigentlich gleich gut. Bei den Nadelbäumen sieht es jedoch anders aus, so ist die Douglasie nicht ganz einfach zu setzen.“

In dem großen Gebiet fällt den Besuchern gleich eines auf: In einer Ecke stehen noch einige Erlen beisammen, auf einer anderen Fläche wurden einige Kiefern stehen gelassen. Auch hier kann Seipp informieren: „Das sind bestimmte Vorgaben, die wir haben, denn so bleiben einige alte Bäume erhalten und die Erlen werden noch einen kleinen Weiher bekommen, damit dort ein Feuchtgebiet entstehen kann.“

Die vielen Informationen kamen bei den Teilnehmern gut an, so auch bei Otto Huber: „Ich nehme gern an diesen Exkursionen teil, denn Natur und Wald sind einfach wichtige und spannende Themen. Jedes Mal lernt man noch dazu und erfährt etwas Neues aus der nächsten Umgebung.“ Nur Bürgermeister Carsten Helfmann war etwas enttäuscht von der diesjährigen Waldbegehung, was aber nicht am Thema, sondern vielmehr an der Beteiligung lag: Seit nunmehr fünf Jahren wird die Veranstaltung nicht mehr nur allein den Gemeindevertretern angeboten, sondern ist auch für interessierte Eppertshäuser Bürger offen.

 Obwohl insgesamt knapp 20 Personen anwesend waren, hätte er sich doch eine regere Beteiligung von Seiten seines Gremiums erhofft: „Wenn von 34 Gemeindevertretern nur sieben dieses Angebot nutzen, frage ich mich schon, ob wir es in Zukunft überhaupt noch durchführen sollten.“ Vielleicht lag die Zurückhaltung auch einfach nur am wechselhaften Wetter, doch alle kamen trockenen Fußes nach dem zweistündigen Rundgang zum Mittagessen im Feuerwehrhaus an und waren sich einig: Auch in diesem Jahr war die Führung des Revierförsters wieder richtig spannend und aufschlussreich gewesen.

Quelle: op-online.de

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