Betreuende Grundschule

Ein guter Grund zum Feiern

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Seit 20 Jahren gibt es die betreuende Grundschule, was der Förderverein und sein Betreuerteam zurecht mit vielen Eltern und Kindern feierte. Unser Bild zeigt von links Thomas Gerhold, Marion Kraus, Christiane Kinz, Marie-Kathrin Emde und Uschi Beyer.

Eppertshausen - „Wir wollen kein starres Programm, sondern einfach nur ungezwungen feiern“, sagte der Vorsitzende des Förderverein der Stephan-Gruber-Schule, Thomas Gerhold, am Freitagnachmittag. Von Michael Just 

Im kleinen Saal der Bürgerhalle hatte der über 200 Mitglieder umfassende Verein eine große Party mit Hüpfburg, Kinderschminken und Tanzvorführungen auf die Beine gestellt. Der Grund war ein großer: Mittlerweile gibt es die betreuende Grundschule seit 20 Jahren. Die Feier-Stimmung fiel leicht, denn alle Getränke als auch die Pizza waren frei – Sponsoren, wie etwa Schuh Grimm, die Sparkasse oder Hauser Trucks, übernahmen die Kosten. Auch DJ DoppelMerz, der hinter dem Mischpult fetzige Rhythmen für Groß und Klein auflegte, verzichtete auf sein Salaire.

In Vertretung von Bürgermeister Carsten Helfmann überbrachte Stephan Brockmann die Glückwunsche der Gemeinde. „Mit dem Betreuungsangebot schafft der Förderverein bereits seit 1994 die Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Ort“, lobte der Politiker. Zur jährlichen Unterstützung der Gemeinde von 18 000 Euro überreichte er einen weiteren Scheck von 200 Euro. Fördervereins-Vorsitzender Thomas Gerhold und seine Stellvertreterin Uschi Beyer bedankten sich mit einem Blumenstrauß bei den verdienten Betreuungskräften Christiane Kinz, Marion Kraus und Marie-Kathrin Emde. Mit 15 und 13 Jahren gehören Kinz und Kraus zu den Urgesteinen im Team.

Zum Wohl aller Schüler

Laut Thomas Gerhold verfolgt der Verein zahlreiche Ziele und Projekte zum Wohl aller Schüler der SGS. Die betreuende Grundschule beanspruche aber den größten Planungs- und Organisationsaufwand. „Es ist schon anstrengend geworden“, führte er über die ehrenamtliche Arbeit an, die der Vorstand derzeit leistet. Das lässt sich nachvollziehen: Wurden vor 20 Jahren 15 Schüler betreut, sind es derzeit 60. Um diese kümmern sich fünf Betreuungskräfte (drei in Voll- und zwei in Teilzeit). Wurde anfangs in einem Raum gearbeitet, sind es jetzt drei. Auch die Betreuungszeiten haben sich verlängert: Holten die Eltern einst ihre Kinder um 13.30 Uhr ab, dürfen sie sich jetzt bis 16.30 Uhr Zeit lassen. Laut Gerhold wird sich der Bedarf an Plätzen weiter verschärfen: „Wir haben schon jetzt eine Warteliste mit 25 Schülern“, sagt er.

Eine Entlastung gab es zumindest für den Förderverein beim Essen: Schmierte früher eine zusätzliche Küchenkraft Brote, übernimmt das Mittagessen nun ein Caterer im Rahmen der Umstellung auf Ganztagsschulen durch den Schulträger. Der Förderverein senkte in der Folge den monatlichen Betreuungsbeitrag von 95 auf 80 Euro. Mit 60 Kindern hat der Förderverein nichts desto trotz einen enormen Organisationsaufwand zu leisten, zu dem auch die Frühbetreuung zählt. Vor allem Rechner Martin Hug ist gefordert, Zehntausende von Euro zu verbuchen. Da tut das Lob von SGS-Schulleiterin Marion Lehr besonders gut, dass der Förderverein über die letzten 20 Jahre zu einem verlässlichem Partner geworden sei.

Einschulung 2014 in Münster, Eppertshausen und Babenhausen

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Während der Betreuung können die Schüler Hausaufgaben machen, dazu wird aber auch gespielt oder in AGs gekocht und genäht. Eine wichtige Schiene des Erfolgs ist der enge Kontakt zu den Eltern. „Elterngespräche gehören zu unserer täglichen Arbeit, genauso wie ein Familienausflug pro Jahr und ein gemeinsames Grillen“, weiß Christiane Kinz. Laut der 48-Jährigen hätten sich die Eltern früher noch verstärkter in die Betreuung eingebracht, was sogar die Teilnahme an Fastnachtsumzügen, wie etwa in Urberach oder beim Kinderumzug in Dieburg, erlaubte. Dieses Engagement sei nun rückläufig.

Mit 15 Jahren ist Christiane Kinz die dienstälteste Betreuerin beim Förderverein. Noch immer hat sie Spaß an ihrer Arbeit: „Ich bin mit reingewachsen und vieles ist ins Blut übergegangen“, sagte sie. Dass die Kinder heutzutage anstrengender geworden sind kann die langjährige Betreuerin nicht bestätigen: „Es hängt an einem selbst. Man muss den Job einfach mögen und viel Liebe einbringen.“

Quelle: op-online.de

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