Bewegter Körper macht Kopf frei

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Nahezu alle Schüler hüpften und tanzten zur schwungvollen Musik auf dem Schulhof der Stefan-Gruber-Schule.

Eppertshausen ‐ „Bewegung macht Spaß!“ – und dass das nicht nur ein leerer Slogan ist, sondern stimmt, war in vielen Kindergesichtern zu sehen. Strahlende Augen, glühende Backen und lachende Münder, so sahen die Schüler der Stephan-Gruber-Schule in der großen Pause aus. Von Jasmin Frank

Grund war eine neue Idee der Schulleitung und der Lehrer: Einmal pro Woche wird in der Pause getanzt, damit die Kinder sich bei flotter Musik austoben können und sich auch bei weniger schönem Wetter viel Bewegung haben. „Ich finde es klasse hier zu hüpfen und die Musik macht gute Laune“, meinte die neunjährige Leonie, die mit ihrer Klassenkameradin fleißig mit springt und eigentlich gar keine Zeit zum Erzählen hat. „Wir klatschen in die Hände“, tönt es aus den Lautsprechern und gleich darauf müssen alle wieder in die Hocke und wenig später mit erhobenen Armen nach oben springen. Auch Vanessa aus der Klasse 3a ist begeistert, und während sie tanzt, erklärt sie strahlend und ohne dabei ihren konzentrierten Blick von Sportlehrerin Monika Heinlein zu wenden: „Am besten daran ist, dass auch unsere Lehrer alle mitmachen, jetzt sind die auch so fit und gut gelaunt wie wir.“ So könnte die Pause ewig weitergehen.

Das können die Lehrer zwar gut verstehen, aber natürlich nicht durchgehen lassen, denn das ganze Projekt dient freilich dem Unterricht. „Ein bewegter Körper ist ein bewegter Kopf“, fasst Initiatorin Heinlein präzise zusammen. Die engagierte Lehrerin hat schon mehrere Bewegungsprojekte in der Schule umgesetzt, darunter selbst eine Starlight-Express-Aufführung.

Schulleiterin hüpft als gutes Beispiel voran

Überhaupt zieht das ganze Kollegium mit ihr an einem Strang, wenn es darum geht, die Jungen und Mädchen in Bewegung zu versetzen und vor allen Dingen die Eltern von dem Nutzen der Aktionen zu überzeugen. „Ein Baustein dabei ist auch, dass die Kinder den Schulweg selbständig zurücklegen. Sie sollten nach Möglichkeit nicht mit dem Auto gebracht werden, sondern zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen. Dann haben sie schon vor dem Unterricht Sauerstoff getankt und sind munter, wenn sie hier ankommen. Außerdem können sie sich mit Freunden austauschen und sich im Verkehr behaupten“, weiß Schulleiterin Marion Lehr. Sie hat nun den Ansporn, für die Eppertshäuser Grundschule das Zertifikat „Gesundheitsfördernde Schule“ zu erwerben, das aus mehreren Bausteinen zusammengesetzt ist, zu denen neben Suchtprävention und Ernährungsinformationen auch der Baustein „Bewegung und Wahrnehmung“ gehört.

„Deshalb haben wir unseren Pausentanz natürlich nicht nur einmal durchgeführt, sondern wir bewegen uns jetzt jeden Freitag in der ersten großen Pause gemeinsam“, informiert die Schulleiterin, die freilich als Vorhüpferin ein gutes Beispiel geben muss. Damit es den Kindern nicht doch einmal langweilig wird, ist die Musik abwechslungsreich ausgewählt und wird der Jahreszeit entsprechend angepasst, so gab es auch schon den tanzenden Nikolaus. Ob in ein paar Wochen dann ein Osterhase über den Schulhof schwebt, bleibt offen.

Quelle: op-online.de

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