Sieg im Wettlauf gegen die Zeit

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Vor allem die Kinder tobten sich auf dem neuen Bewegungs-Spielplatz der Senioren zur Einweihung aus.

Eppertshausen - Es war ein Wettlauf gegen die tickende Uhr. In nur 48 Stunden bemühten sich die 50 Helfer der Kolpingaktion, das noch eher triste Gemeindegrundstück am Radweg Failisch/Bayerswiese zum seniorengerechten Bewegungsparcours umzurüsten. Von Ursula Friedrich

In zwei Tagen plagten Zeitdruck, schwere Arbeit, aber auch Wetterkapriolen die Beteiligten, denn nach der Sommerhitze am Freitag begann der Samstag mit Regengüssen, Blitz und Donner. Allen Widrigkeiten zum Trotz konnte das Gelände am Sonntag Nachmittag mit einer bunten Einweihungsfeier für alle Generationen eröffnet werden. Während betagtere Gäste reihenweise zum Probesitzen auf der vier Meter langen Bank Platz nahmen, eroberten die Kinder die Spielgeräte, die durchweg hessische Spitznamen tragen. Auf dem „Abtei-Stürmer“ ging es im Sauseschritt voran. Am Bembel ließ sich die Koordination trainieren und beim „Fensterbuzze“ Arme und Schulter stärken. Zehn attraktive Stationen bietet der Kolping-Bewegungsparcours im Grünen – dessen Popularität, dies zeigte das Einweihungsfest, auch bei jungen Bürgern hoch im Kurs steht.

Motorik, Gleichgewicht und Beweglichkeit trainierten Oma und Enkel im Schulterschluss. Die Aktion der Kolpingsfamilie war bereits die dritte dieser Art. In der Vergangenheit wurden der Bolzplatz am Pfarrhaus und die Restaurierung des Jugendheims ebenfalls in jeweils 48 Stunden gestemmt. „Natürlich hatten wir im Vorlauf jede Menge zu tun“, erklärte Marcus Schledt, Vorsitzender der Eppertshäuser Kolpingsfamilie. Und wären nicht so viele Gewerbebetriebe und Unternehmer mit im Boot gewesen, die das Projekt unentgeltlich unterstützten, wäre alles wohl im Sand verlaufen. 11 500 Euro Spendengeld wurden außerdem aufgebracht, um die Finanzierung zu stemmen. Die ebenso bequeme, wie gigantische Parkbank wurde bereits im Vorfeld gefertigt.

Als am Freitag um 13 Uhr der Startschuss zur 48-Stunden-Aktion fiel, war allerdings noch genug zu tun: Löcher bohren, Fundamente ausheben, Beton gießen und schließlich alles an Ort und Stelle fachgerecht installieren. Zur Einweihung des Platzes bat Pfarrer Harald Christian Röper, umringt von einer Schar Messdiener, am neuen Ort der Bewegung und Kommunikation um Gottes Segen. Harmonie und Frieden mit den Nachbarn wünschte sich der Kolpingsvorstand um Marcus Schledt und Jörn Müller, Michael Buysch und Matthias Weber, die das Projekt Bewegungsparcours im Grünen organisiert hatten.

Im Vorfeld hatten Anwohner Bedenken angemeldet, ob die neue Attraktion Eppertshausens möglicherweise Jugendgruppen anzöge, die nächtens laut die Nachbarschaft störten. Das Veto der Nachbarn hatte gemeinsame Gespräche zur Folge, bei denen sich auch Rathauschef Carsten Helfmann einschaltete. Die Begeisterung, ehrenamtlich und im Schulterschluss mit so vielen Kolpingsmitgliedern, engagierten und hilfreichen Bürgern, ein solches Projekt anzugehen, war getrübt.

Bei der gemeinsamen Einweihungsfeier glättete sich jedoch so manche Sorgenfalte. Denn der Zuspruch vieler Besucher, die häufig mit Familienanhang kamen, machte Mühen und Sorgen wett. Die Pflege des 200 mal 30 Meter großen Gemeindeareals will weiterhin die Gemeinde übernehmen. Mit den Nachbarn setzen die Kolpings weiterhin auf Kommunikation. Marcus Schledt: „Wenn es Ärger gibt, werden wir Lösungen suchen.“

Quelle: op-online.de

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