Zinsloses Baudarlehen in Höhe von 1,6 Millionen Euro

Bezahlbarer Wohnraum statt Gewinn

+
Abschlussfoto vor dem Grundstück, auf dem der Sozialwohnungsbau „Mozartstraße 12a“ entstehen soll. Vorne zu sehen Ministerin Priska Hinz und Bürgermeister Carsten Helfmann mit dem Förderbescheid.

Eppertshausen - Voraussichtlich Anfang 2020 sollen die ersten Mieter in die Mozart- straße 12a einziehen können. Ab sofort können sich Bürger für die Sozialwohnungen bewerben. Von  Jens Dörr

Es ist die größte Investition, die Eppertshausen in nächster Zeit stemmen wird: Für Baukosten in Höhe von 2 bis 2,2 Millionen Euro baut die Gemeinde im Knick zwischen Mozartstraße und Hüttenstraße parallel zur Dreieichbahn auf einem ihr gehörenden Grundstück Sozialwohnungen. Mit 1,6 Millionen Euro in Form eines zinslosen Baudarlehens aus seinem Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) unterstützt das Land Hessen das Vorhaben. Am Mittwochnachmittag übergab Priska Hinz, Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, den Förderbescheid an Bürgermeister Carsten Helfmann.

Im Beisein unter anderem von Vertretern aus Gemeindevorstand und Gemeindevertretung verlegte Helfmann die kleine Feierstunde ob des Regens kurzerhand ins Haus der Vereine. Dort durfte sich Hinz, in deren Ressort seit vier Jahren auch der Wohnungsbau in Hessen fällt, ins Goldene Buch Eppertshausens eintragen. Erst nach den offiziellen Worten von Helfmann, Hinz und Stephan Brockmann, dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung, posierte die Gruppe doch noch vor dem nahen Bauplatz fürs Abschlussfoto.

Dort entsteht ein dreistöckiges Gebäude mit 14 Wohnungen und insgesamt 1 000 Quadratmetern Wohnfläche. Die monatliche Quadratmeter-Kaltmiete soll in allen Wohnungen maximal 7,05 Euro betragen. „Sieben Euro sind im Rhein-Main-Gebiet sehr günstig“, meinte Hinz. Helfmann untermauerte dies: In Eppertshausen erreichten die Mieten auf dem freien Markt derzeit Höhen von 8,50 bis 9,50 Euro pro Quadratmeter. Das beste Mittel gegen den zuletzt rasanten Anstieg bei den Mieten seien laut Hinz so viele Neubauten als möglich: „Wir sind froh für jede Baugesellschaft, jede Genossenschaft und jede Kommune, die im Inneren sucht und baut.“

Dies tut Eppertshausen alsbald auf dem Gelände unweit des Bahnhofs, wo sich derzeit nur eine Tischtennis-Platte verliert und viele Hundehalter einen geeigneten Platz für die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner ausgemacht haben. Die Gemeinde wird nicht nur Bauherr sein, sondern auch über die Zusammensetzung der Mieter entscheiden. „Wir nehmen auf der Gemeinde nun Bewerbungen für die Wohnungen entgegen“, sagte Helfmann.

Das sind die fünf lukrativsten Geldanlagen der Welt

Die 14 geplanten Wohnungen auf drei Ebenen sollen allesamt barrierefrei werden. Den Löwenanteil sollen Zwei-Zimmer-Wohnungen einnehmen – von ihnen sind zehn Stück mit rund 65 Quadratmetern Wohnfläche vorgesehen. Eine dieser Zwei-Zimmer-Wohnungen soll sogar rollstuhlfahrergerecht werden. Die größten Wohnungen im Haus sollen bis zu 90 Quadratmeter groß werden. Im Zuge des sozialen Wohnungsbaus durch die Gemeinde wird auch ein Teil des benachbarten und nicht übermäßig genutzten Park-and-Ride-Anlage verschwinden – allerdings wohl keine Stellplätze, sondern nur jener Bereich mit den Glas- und Altkleidercontainern sowie den Fahrradboxen.

Geld verdienen werde man mit der Investition keins, stellte der Bürgermeister nicht zum ersten Mal heraus. „Es ist uns aber mehr wert, freien Wohnraum anbieten zu können.“ Auf den „Benefit“ komme es in diesem Mal nicht in erster Linie an. Der zeitliche Ablauf sieht vor, dass schon in den nächsten Tagen die Fachplaner feststehen sollen und man sich Anfang Mai an die Erstellung des Bauantrags machen könnte. Der soll im Juli eingereicht werden, die Baugenehmigung erwartet das Rathaus für September. Baubeginn könnte Ende 2018 oder Anfang 2019 sein. Bei einer geplanten Bauzeit von 14 bis 16 Monaten ist mit dem Einzug der ersten Mieter Anfang 2020 zu rechnen. Das Objekt erhält die Adresse „Mozartstraße 12a“.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.