Darmstadt-Dieburg

Mit Bildung zum Bekanntheitsgrad

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Landratskandidat Harald Buschmann der CDU stellt sein Programm vor

Nach der turbulenten Phase rund um die Landtagswahl hat es die CDU geschafft. Doch will die Union auch auf Kreisebene nach langer Durststrecke wieder den Landrat stellen.

Darmstadt-Dieburg (db) -  Kandidat Harald Buschmann, Bürgermeister in Erbach, weiß um den Rückhalt in den eigenen Reihen: Im Oktober stimmten fast alle der Delegierten für ihn. Nun gilt es für den 46 Jahre alten Familienvater, die Bürger im Kreis zu erreichen.

Dafür legt er viele Kilometer zurück: 60 Termine hat er seitdem besucht, um sich bekannt zu machen. Denn dass sein geringer Bekanntheitsgrad der wichtigste Nachteil gegenüber seinem SPD-Konkurrenten Klaus Peter Schellhaas ist, ist augenscheinlich – schließlich ist Schellhaas Erster Kreisbeigeordneter und Landratsstellvertreter.

Harald Buschmann strebt nichtsdestotrotz den Wahlsieg an, wenngleich er einräumt, nicht die gleichen Fehler machen zu wollen wie die CDU-Kollegen auf Landesebene: „Vor allem der Bereich Schule und Bildung wurde von der Hessen-CDU vernachlässigt. Für mich als gelernter Pädagoge ist das aber ein zentrales Thema“, betonte Buschmann zuletzt in Darmstadt.

Bildung ist einer von drei Schwerpunkten, die der studierte Theologe und gebürtige Dieburger in seinem politischen Programm formuliert, das ab sofort auch im Internet nachzulesen ist. Dazu kommen Absichtserklärungen und Konzepte zu Wirtschaft und Infrastruktur sowie Gesundheit und Alter.

Sein Credo: Kostenersparnis und Qualitätssteigerung durch Vernetzung und Bündelung. Allerdings vermeidet es der Christdemokrat, in seinen Konzepten allzu konkret zu werden: „Meine Ziele sind noch weitgehend offen formuliert. Da ich von außen komme, werden mit der Zeit weitere Erkenntnisse hinzu kommen“, prognostiziert der Landratskandidat.

Allerdings bezieht Buschmann zu einigen Themen bereits jetzt Stellung. So stimmt er mit Landrat Matthias Wilkes (Kreis Bergstraße) überein, dass der Geopark Bergstraße keine weiteren Windräder verträgt. Wobei Buschmann Wert darauf legt, kein Gegner regenerativer Energien zu sein – er strebe vielmehr die Förderung von Energiemixstrategien an.

Da Hessen kein Ressourcenland und das Geld knapp sei, müsse man sich „offen gegenüber neuen Handlungskonzepten zeigen“, meint Buschmann: So unterstütze er Marketingstrategien für den Tourismus, zudem solle die Breitbandvernetzung „selbstverständlich sein wie Wasser und Strom“.

Mittels eines sogenannten „Wirtschaftskompetenzzentrums“ plant er Verbesserungen in der Kommunikation mit Betrieben, was die Ansiedlung von Unternehmen fördern soll.

Auch im Bildungssektor setzt Buschmann auf mehr Vernetzung: Im Zuge der Entwicklung von Ganztagsschulen plant er, örtliche Vereine in die Projekte einzubeziehen, damit deren Angebote vor Ort besser zum Tragen kommen.

Erstaunt zeigt sich der Dieburger, dass der Landkreis mit Groß-Umstadt über lediglich ein eigenständiges Gymnasium verfügt – seiner Ansicht nach zu wenig: „Schon zu meiner Zeit als Pfarrer wurden viele Konfirmanden gezielt auf Darmstädter Gymnasien geschickt. Das muss anders werden.“

Auch für seinen Schwerpunkt „Gesundheit und Alter“ sieht er Chancen in mehr Vernetzung: „Doppelstrukturen kosten Geld. Wir brauchen effektive Vernetzung“, betont Buschmann. Darüber hinaus strebt er eine Neuordnung von Senio-Verband und Gersprenz gGmbH an, um ein bedarfs- und quartiernahes Angebot bei Altenpflege und Rehabilitation zu gewährleisten.

Buschmann ist sich bewusst, dass er im Kreistag keine Mehrheit hätte. Für den Fall des Wahlsiegs ist er dennoch zuversichtlich: „Es handelt sich ja nicht um unüberwindbare Mehrheiten. Ich werde sachlich auf alle zugehen, um meine politischen Ziele zu verwirklichen.“

Quelle: op-online.de

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