„Hier wurde mutig entschieden“

Bieranstich in der Bürgerhalle: Bürgermeister Carsten Helfmann und Ministerpräsident Volker Bouffier zapften die ersten Gläser.

Eppertshausen - „Heute sind Sie in dieser Bürgerhalle am sichersten Ort im Landkreis“, eröffnete Bürgermeister Carsten Helfmann am Samstagnachmittag zur feierlichen Einweihung der neuen Bürgerhalle den Reigen der Redner. Von Jasmin Frank

Er verwies damit auf Sprengstoffspürhund und Bodyguards, die wegen des Ehrengasts, Ministerpräsident Volker Bouffier, vor Ort waren. Helfmann begrüßte alle anwesenden Politiker, darunter die Bundestagsabgeordnete Patricia Lips, die Landtagsabgeordneten Manfred Pentz, Wilhelm Reuscher und Heike Hoffmann und Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann.

In einem kurzen Abriss stellte er den Verlauf der Maßnahme von der Beschlussfassung bis zur Fertigstellung dar und hob hervor, dass alles nach Plan abgelaufen war und dankte den zahlreichen Spendern für ihr Engagement, so der Sparkasse Dieburg, der Volksbank Eppertshausen und der Ahmadiyya-Gemeinde. Zu guter Letzt überreichte er den fleißigen Mitarbeitern Jürgen Geist und Günter Murmann je einen Blumenstrauß. „Ihr wart in den letzten Wochen sehr häufig in der Bürgerhalle vor Ort und werdet es auch in der nächsten Zeit sein, deshalb erhaltet ihr heute Blumensträuße, die auch eine Anerkennung für eure Frauen sein sollen, die euch immer unterstützen“, freute sich Helfmann über die gute Zusammenarbeit. Bevor nun der Hauptredner ans Pult kommen konnte, zeigte das Landespolizeiorchester unter der Leitung von Walter Sachs sein vielseitiges Können, das auch der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Rainer Eder, lobend hervorhob: „Sie haben uns positiv überrascht. Wer mit vielen strammen Märschen gerechnet hatte, konnte sehen, dass sie ein umfangreiches Repertoire und ein großes Können haben.“ Gespielt wurden Kompositionen von Johann Strauß bis hin zu George Gershwin, und auch wenn die Zeit drängte, weil der Ministerpräsident weitere Termine hatte, nahmen sich die Musiker ausreichend Zeit für ihre Einlagen. „Eppertshausen ist etwas ganz Besonderes“, eröffnete Bouffier seine Rede und meinte augenzwinkernd: „Wir haben 426 Städte und Gemeinden in Hessen, und das sage ich immer!“

Miteinander in die Zukunft

Nachdem die Lacher verklungen waren, fuhr er fort: „Aber auf Eppertshausen trifft es auch zu, hier wurde zukunftsweisend und mutig entschieden.“ Das kam beim Publikum gut an und heiter führte Bouffier durch seine Thematik: Hessen sei wirtschaftlich bestens aufgestellt, die Schuldenbremse sei eine Herausforderung, aber unabdingbar für die Zukunft und die neue Landesstiftung unter dem Motto „Miteinander“ eine gute Sache für die Menschen auf dem Land. „Aber nicht alles kann von Staats wegen geregelt werden, deshalb ist es gut, dass wir Vereine haben, sie und die engagierten Bürger insgesamt sind der Kitt in unserer Gesellschaft“, lobte der Landesvater und wünschte dem neuen Herzstück der Gemeinde und seinen Nutzern alles Gute.

Die neue Bürgerhalle war bei der Einweihung voll besetzt.

Während die meisten anwesenden Politiker mit einem Blick auf die Uhr den Besuchern der gut zweistündigen Veranstaltung keine weiteren Reden zumuten wollten, ließ es sich der Kreisbeigeordnete Christel Fleischmann nicht nehmen, kurz aber prägnant auf die Rolle des Landkreises beim Neubau der Halle hinzuweisen: „Mit dem Konjunkturpaket des Landes war es möglich, aus den 27,6 Millionen Euro für Maßnahmen im Bereich Schulbau 500.000 Euro für die Nutzung der neuen Bürgerhalle zu verwenden. Zusätzlich bleibt den Schulen die alte Mehrzweckhalle, die als Aula und Ganztagesgebäude genutzt werden kann.“

Nach den Reden wird gefeiert

So war Geld ein Thema des Abends, neben dem Landespolizeiorchester, das auf die Sparmaßnahmen am eigenen Ensemble hinwies, wurde es von Bouffier in Hinblick auf die künftigen Generationen angebracht, und auch Fleischmann führte augenzwinkernd an: „Am Ende des Geldes sind noch einige Maßnahmen nötig, ein weiteres Konjunkturpaket des Landes wäre also durchaus willkommen.“ Auch Helfmann sprang auf den Zug auf und scherzte: „Wenn der Kreis seinen Beitrag aus dem Zuschuss des Landes geschöpft hat, könnte man fast sagen, dass er eigentlich noch nicht wirklich etwas bezahlt hat, vielleicht sind ja noch Gelder für weitere Anschaffungen wie Turngeräte da!“ Doch Reden waren nur die eine Seite der Einweihung: Es wurde auch gefeiert, und so ging es nach dem Bieranstich – der sicher nicht der letzte in der Bürgerhalle bleiben wird – in den kleinen Saal hinüber, wo Speisen und Getränke für die Gäste gereicht wurden.

Quelle: op-online.de

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