Breitband-Internet

Planung hat bereits begonnen

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Bis März 2016 soll Eppertshausen mit schnellem Breitband-Internet versorgt sein. Beantworteten bei der Bürgerversammlung alle Fragen zum neuen VDSL in Eppertshausen (von links): Frank Becker, Andreas Rinnebach und Bertold Passlack.

Eppertshausen - Die Zukunft ist digital und das mit einer Datenmenge, die unaufhörlich steigen wird. Aus diesem Grund ist es verständlich, dass die Eppertshäuser Bürgerversammlung, die laut Vorgaben mindestens einmal im Jahr stattfinden muss, nun im Zeichen des Breitbandausbaus stand. Von Michael Just

Mit rund 25 Bürgern hätte das Interesse zum Thema schnelles Internet durchaus etwas größer ausfallen können. Zum einen nimmt die Gemeinde bei der derzeitigen Versorgung einen hinteren Platz im Kreis ein, zum anderen war ein Teil der Bürger auch wegen des zweiten Punkts des Abends da, der die nicht mehr im Zeitplan befindlichen Sanierungsarbeiten in der Schulstraße thematisierte. Für Informationen aus erster Hand zum Breitbandausbau präsentierte der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Rainer Eder, gleich drei Experten: Zum einen Frank Becker, Projektleiter bei der Deutschen Telekom, Andreas Rinnebach vom Landkreis Darmstadt-Dieburg sowie Bertold Passlack, Breitbandberater für Südhessen.

Die Frage, wann es endlich ein modernes und schnelles Internet in Eppertshausen geben wird, beantwortete Frank Becker: „Spätestens im März 2016.“ Man werde aber alles tun, um dies schon früher zu erreichen. Den Termin habe man sicherheitshalber etwas nach hinten gelegt, um die Verträge zeitlich ganz sicher erfüllen zu können. Eine nicht unbedeutende Rolle für die Fertigstellung werden seiner Meinung nach die Wintermonate spielen.

Kreis Darmstadt-Dieburg als Vorreiter in Hessen

Die neue Versorgung soll eine VDSL-Leistung von 50 Mbit/s beim Download und von 10 Mbit/s beim Upload garantieren. Je näher man am Kabelverzweiger-Kasten wohnt, je schneller wird die Datenautobahn Fotos, Videos und sonstige Inhalte transportieren. Die Telekom garantiert, dass im letzten Haus einer Straße immer noch mindestens 30 Mbit/s verfügbar sind. Die neue Technik ist zudem für das sogenannte Vectoring ausgelegt, was zukünftig weitere Leistungsgewinne mit 100 Mbit/s beim Download und 40 Mbit/s beim Upload bringt.

Insgesamt haben sich 19 Kommunen im Kreis Darmstadt-Dieburg zu einem Zweckverband für den Breitbandausbau zusammengeschlossen. Diese wurden in drei Ausbaugebiete unterteilt. In Eppertshausen, das zum zweiten Ausbaugebiet gehört, ist zumindest die Planungsphase angebrochen. Wann die Arbeiten dort genau losgehen, konnte Becker nicht sagen. Er geht jedoch davon aus, dass die Gemeinde ganz sicher zu den ersten gehört, wo die Umsetzung beginnt.

Mit seiner aktiven Forcierung für eine bessere Breitbandversorung gehört der Kreis Darmstadt-Dieburg zu den Vorreitern in Hessen. War zu Beginn noch ein ganz eigenes Netz geplant, rückte man davon wieder ab und einigte sich mit der Telekom auf eine verbindliche Lösung. Damit war eine enorme Kostenersparnis verbunden, wie das Beispiel Eppertshausen zeigt, das für den Ausbau lediglich 65.000 Euro bezahlt.

Vorsicht! So werden Sie täglich überwacht

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Für den Breitbandausbau rücken die kleinen, grauen und unscheinbaren Verteilungskästen auf den Bürgersteigen in den Mittelpunkt. Sie werden mit neuester Technik überbaut und deshalb in ihrer Größe wachsen. Die Arbeiten beinhalten vor allem, dass die alten Kupferleitungen durch Glasfaserkabel ersetzt werden. Wie Bürgermeister Carsten Helfmann sagte, müsse dafür auch teilweise gegraben werden. Wo dies im Ort stattfindet, lasse sich derzeit noch nicht sagen. Dafür werde die Gemeinde um weitere Ausgaben nicht herumkommen. Die Grabungsarbeiten werden sich laut Helfmann aber in Grenzen halten, da man bei der Erschließung der Neubaugebiete oder der grundhaften Sanierung diverser Straßen, wie etwa der Hütten- oder der Friedhofstraße, schon Leer-Rohre verlegte. Durch diese müssen die neuen Kabel jetzt lediglich hindurchgezogen werden. Wie Frank Becker klarstellte, sei der Ausbau eine „Kabelgeschichte“, von der nur die Festnetzinhaber profitieren. LTE, und damit schnelleres Internet für den Mobilfunk, sei eine andere Sache, für die die Telekom parallel tätig werde.

Eine Besucherin wollte wissen, ob man bei der Telekom sein müsse, um von dem Ausbau zu profitieren. „Es wird ein diskriminierungsfreier Zugang“, antwortete Becker. Damit drückte er aus, dass auch andere Telefon-Anbieter, wie etwa 1&1 oder Arcor, wenn auch nicht ganz umsonst, die neuen Vorteile nutzen können.

Quelle: op-online.de

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