Luke Ramien kennt als siebenjähriger Stuntman keine Furcht am Motorradlenker

Buben-Ritt in Todeskugel

Wenn der Vater mit dem Sohne durch die Todeskugel saust – schauen immer viele zu. - Foto: jd

Eppertshausen - Wie der Vater, so der Sohn: Bei einem Stuntman würde man zwar nicht vermuten, dass der siebenjährige Nachkomme bereits mit reichlich PS unter dem Hintern seine Knochen riskiert. Von Jens Dörr

Genau so ist es aber bei Georg Ramien und seinem Sohn Luke: Im „Globe of Speed“, befahrbare Stahlkugel mit 5,50 Metern Durchmesser, rasten beide mit Kumpan auch am Mittwoch bei der Wiedereröffnung der Eppertshäuser Thomashütte mit bis zu 60 Stundenkilometern auf und nieder, kreuz und quer.

Der Schauplatz vieler der Motorradshows Ramiens wäre für den 37-jährigen Münsterer einst um ein Haar das Grab geworden: Vom höchsten Punkt fiel er wegen eines eigenen Fehlers und dem eines Kollegen bei einem Auftritt in Schweden runter, holte sich etliche Knochenbrüche. 22 Jahre alt war er da, das Karriereende bedeutete der Unfall nicht. „Man muss selber wissen, wann der Punkt ist, um zurückzutreten - und wann es nicht mehr höher, schneller, weiter geht“, so Ramien. Ans Aufhören denkt er partout noch nicht, obgleich sich die Zahl der Auftritte durch sein Engagement als Mitbetreiber der nun unter „Thomashütte Plus“ firmierenden Ausflugsstätte etwas reduzieren dürfte.

Sohn Luke hat also ebenfalls schon Benzin im Blut, legte mit vier Jahren richtig los, galt als Europas jüngster Stuntman.

Hochkonzentriert agierte er auch auf dem Gutshof, hatte aber schon die professionellen Posen drauf, wenn die Kameras klickten. „Das Risiko ist natürlich da, bei uns kann man nicht klein anfangen“, redet Vater Georg Ramien nicht um den heißen Brei herum. Luke, der auf einer kleinen 50er-Maschine seine ersten Runden drehte, setzt sich als Stuntfahrer durchaus nennenswerten Gefahren aus. „Er kann sich vorstellen, das später auch beruflich zu machen“, schildert Gerd Hübner, Pressesprecher der Thomashütte, nichtsdestotrotz die Ambitionen des bislang ohne größere Verletzungen davon gekommenen Juniors. Auch wenn der Vater trotz persönlicher „Vorbelastung“ wohl erstmal lieber eine solide Ausbildung sähe, wie Hübner augenzwinkernd anmerkt.

Georg Ramien, diplomierter Artist, will seinerseits immer dabei sein, wenn die beiden Söhne durch den „Globe of Speed“ düsen. Auch der vierjährige Nate, mit Namens-Schriftzug auf Papas Armen ebenso eintätowiert wie Luke, ist schon heiß auf die außergewöhnliche Kunst auf den Motorrädern. Der Vater sorgt sich wie jeder andere um seine Kinder, verbietet ihnen die Stunts aber nicht. Schutzkleidung ist allerdings selbstverständlich. „Wenn er auf Reisen ist, baut er aus den Bikes bestimmte Teile aus, damit seine Söhne nicht ohne Aufsicht fahren können“, verrät Hübner überdies ein Geheimnis – wohlwissend, dass Luke und Nate noch nicht unter die Zeitungsleser gegangen sind.

Quelle: op-online.de

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