Einweisung in die Hallenmysterien

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Noch wird auf der Bühne an der Technik gearbeitet, doch die versenkbaren Tische funktionieren schon aus Beste.

Eppertshausen - Kein Weihnachtsstern strahlt über Eppertshausen, sondern die neue Bürgerhalle, die nicht nur optisch ein echter Hingucker ist, sondern auch technisch viel zu bieten hat. Von Jasmin Frank

Die Nutzung der Halle ist so auch mit einigem Know-How verbunden, soll auf der Bühne Licht und Ton optimal eingesetzt werden. Damit die Vereine gut informiert sind, werden von der Gemeinde nach den Eröffnungsfeierlichkeiten Lehrgänge angeboten, in denen die Nutzung der verschiedenen Bereiche erläutert wird.

„Ich bereite mich auf diese Einweisungen fachgerecht vor, denn jeder Verein soll ja genau eingearbeitet werden und es gibt einiges zu beachten“, erläutert Hausmeister Günter Murmann, der die Einführungen gemeinsam mit seinem Vertreter, Dieter Sulzmann, vornehmen wird. Alle Vereine, die Veranstaltungen in der Bürgerhalle abhalten, müssen drei Personen ausbilden lassen, gestartet wird mit den Ausrichtern der Fastnachtsfeiern.

Unterschiedliche Schwierigkeitsgrade

Die verschiedenen Bereiche, die erarbeitet werden, haben unterschiedliche Schwierigkeitsgrade: Technisch unproblematisch sind die unter der Bühne versenkbaren Tische und Stühle. Etwas komplizierter wird es dann schon beim Licht für den Innen- und Außenbereich, das über ein Display gesteuert wird, so können die Steckdosen im Außenbereich einzeln zugeschaltet werden. Zudem können die Lichtschalter im Innenbereich abgeschaltet werden, damit nicht im Gedränge versehentlich das Licht gelöscht wird.

Auch im Küchenbereich gibt es einiges zu beachten, so wurde ein neuer Konvektomat angeschafft. „Ein solcher Dampfgarer ist eigentlich ein Profigerät, das vielfältige Funktionen hat, man kann darin sogar Pizza und Steak zubereiten, die Spezialität sind jedoch Haxen“, weiß Murmann. Er hat gerade in der Küche einiges dazugelernt und kann so manchen Expertentipp beispielsweise bezüglich des Küchenboden-Schrubbens weiter geben.

Theke wartet mit einigen Besonderheiten auf

Mit vielen Geräten zum Kühlen und Zubereiten, aber auch zum Spülen wurde die Küche ausgestattet. Auch die Theke wartet mit einigen Besonderheiten auf, so gibt es je eine eigene Spülmaschine für Geschirr und Gläser. „Die Gläser werden auch mit einem besonderen Spülmittel gereinigt, damit eine schönere Schaumkrone beim Bier entsteht“, verrät der Hausmeister. Während sich Küche und Theken noch gut meistern lassen, ist die Bühnentechnik jedoch besonders anspruchsvoll. „Wir haben je ein mobiles Rack für Licht und für Ton, in die wir jedoch selbst noch eingewiesen werden müssen. Sicher ist: Die Spots lassen sich einzeln zuschalten, es gibt „Movie-Scheinwerfer“, die szenisch eingesetzt werden können und auch farbige Lichteffekte sind möglich“, freut sich Murmann.

Wer diese Hürde gemeistert hat, kann dann leicht mit Aufzug, Vorhang und Leinwand umgehen, die sich einfach bedienen lassen. „Der Aufzug zur Bühne wird mit einem Schlüsselschalter eingeschaltet, und kann von der Bühne, vom Zugang und aus dem Aufzug selbst heraus gesteuert werden. Der Vorhang kann von beiden Seiten her genutzt werden und die sechs Meter breite Leinwand soll für Public-Viewing eingesetzt werden“, erläutert Murmann, der jeweils unterschiedlich programmierte Chip-Schlüssel je nach vereinbarter Nutzung an die Vereine verteilen wird.

Lüftungsanlage wird alleine von den Hausmeistern bedient

Doch nicht alles, was die Technik betrifft, gelangt auch in die Hände der Nutzer: Die Lüftungsanlage wird alleine von den Hausmeistern bedient, denn hier werden konstante Voreinstellungen getroffen, die nicht wahlweise verändert werden können, so wird für Sport eine Temperatur von 16 Grad Celsius eingestellt werden, für Veranstaltung wird 21 Grad favorisiert. „Die Lüftungsanlage ist wirklich durchdacht, wir können im Sommer die kühle Nachtluft in die Halle leiten und damit für eine gute Sauerstoffversorgung und optimale Temperaturen sorgen“, schwärmt Murmann, der von seinem neuen Einsatzort sichtlich begeistert ist.

Dort ist noch ein weiterer, in Eppertshausen lang ersehnter Gast gleich mehrfach gesichtet worden: Der Klapperstorch, der sich, obwohl Eppertshäuser Wappentier, einfach nicht in hiesigen Nestern, dafür aber umso lieber in der benachbarten Münsterer Gemarkung niederlassen will. So dürfte jetzt schon klar sein, dass ein Scherz auf der aktuellen Fastnacht nicht fehlen wird: Was die Münsterer in freier Wildbahn beobachten können, haben sich die Eppertshäuser nun auf Theken und Garderobenmobilar drucken lassen müssen. Doch vielleicht hilft es ja – und wer so viele Störche in seiner neuen Bürgerhalle hat, bekommt vielleicht auch einen in Natura dazu.

Quelle: op-online.de

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