Bürgerhalle auf dem Festplatz

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So soll sie einmal aussehen, die neue Bürgerhalle in Eppertshausen. Das Bild zeigt den Entwurf des von der Gemeinde für den Neubau beauftragten Architekturbüros Pätzold & Kremer.Repro: Polzin

Eppertshausen - Die neue Bürgerhalle wird auf dem Grundstück des Festplatzes gebaut. Dies beschloss die Gemeindevertretung bei ihrer Sitzung am Donnerstagabend. Mit 11 zu 10 Stimmen votierten die Parlamentarier von CDU und FDP für diesen Standort und gaben ihm damit den Vorzug vor dem Schulsportplatz, den die Eppertshäuser Sozialdemokraten favorisiert hatten. Von Jörn Polzin

Die Bürgerhalle auf dem vorhandenen Grundstück der Mehrzweckhalle „Im Niederfeld 22“ zu errichten, wurde erwartungsgemäß von allen Parlamentariern abgelehnt. Das knappe Ergebnis spiegelt auch die Bedeutung der Entscheidung für das Gemeindebild wider. Ein Projekt mit einer ähnlichen Tragweite und finanziellen Größenordnung habe es in den letzten Jahrzehnten in Eppertshausen nicht gegeben, bemerkte Bürgermeister Carsten Helfmann.

Kosten für Neubau: 4,5 Millionen Euro

Die Kosten für den Neubau belaufen sich auf 4,5 Millionen Euro. „Das übertrifft sogar noch die Investition in die Kläranlage vor einigen Jahren“, so der Verwaltungschef. Ein halbe Million Euro werde vom Kreis und nicht wie zunächst vermutet aus der Landeskasse zur Verfügung gestellt. „Dadurch haben wir weniger Zeitdruck, was die Planung und Vergabe der Arbeiten angeht“, erklärt Helfmann. Bei Zuschüssen vom Land wäre man an einen engeren Zeitplan gebunden gewesen.

Ein Architekturbüro, das für den Neubau verantwortlich zeichnet, ist mit Pätzold & Kremer bereits gefunden. Für das Offenbacher Unternehmen mit der so genannten „H-Lösung“ votierten bei der Gemeindevertretersitzung CDU und FDP, während die SPD das Darmstädter Architektenbüro Loewer & Partner favorisierte.

SPD für weitere Prüfung

Beide Planungsbüros hatten dem Gemeindevorstand zuvor Entwürfe für die Standorte „Im Niederfeld 22“ und am Festplatz vorgelegt und Vereinsvertretern wie Mehrzweck-Kommission und Ausschüssen ihre Konzepte vorgestellt.

Schon der Haupt- und Finanzausschuss hatte sich einheitlich gegen die Variante „Im Niederfeld“ ausgesprochen. An dieser Abstimmung hatten die Sozialdemokraten jedoch nicht teilgenommen. „Wir wollten noch eine weitere Prüfung abwarten und das Konzept des Schulsportplatzes überdenken“, erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Larem. Diese Option sei, nach Meinung der Genossen, auch die städteplanerisch sinnvollere gewesen im Vergleich zur „H-Lösung“ auf dem Festplatz.

„So hätten wir auf dem Festplatz noch genügend Platz für die Kerb und andere Veranstaltungen gehabt, auch die Verkehrssituation wäre übersichtlicher gewesen“, erklärt Larem, der das Modell von Pätzold & Kremer als „unbrauchbar“ einstuft.

Argumente gegen Schulsportplatz

Dem widersprach Ewald Gillner, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU. „Wir haben uns die Entwürfe genau angeschaut und die ‘H-Lösung‘ als architektonisch und städteplanerisch wertvollste eingestuft“, erklärt Gillner. Gegen den Schulsportplatz als neuen Standort habe gesprochen, dass dieser auch in den Nachmittagsstunden häufig von Jugendlichen genutzt werde. Außerdem biete der Schulsportplatz nicht genügend Raum für die leichtathletische Ausstattung, ergänzte Helfmann. Auch in der Gunst der Bürger, die auf der Gemeindehomepage die Konzepte ansehen konnten, habe die „H-Lösung“ oben gestanden. Dem schloss sich auch der einzige FDP-Parlamentarier in Eppertshausen, Thorsten Weber an, der mit seiner Stimme letztlich das Zünglein an der Waage war.

Quelle: op-online.de

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