Lobesreden zum Zehnjährigen von Carsten Helfmann

„...andere Gemeinden hätten ihn nötiger“

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Dicht gefüllt war der Saal, als Bürgermeister Carsten Helfmann (vordere Reihe dritter von links) am Donnerstagabend sein zehnjähriges Amtsjubiläum feierte.

Eppertshausen - „Vor zehn Jahren hatte ich noch Haare auf dem Kopf“ - Mit diesen Worten erinnerte der CDU-Landtagsabgeordnete Manfred Pentz am Donnerstagabend in der Bürgerhalle an die Amtseinführung von Bürgermeister Carsten Helfmann.  Von Michael Just

Diese geschah am 31. Januar 2003. Damals kam Helfmann als jüngster Bürgermeister aller Zeiten in Hessen ins Amt.

Seitdem sind zehn Jahre vergangen. Für die Veränderung des Haupthaares von Pentz eine lange Zeit. Und auch für den Bürgermeister lange genug, sein Dienstjubiläum mit vielen Gästen etwas größer zu feiern. Da er am Donnerstag auch 40 Jahre alt wurde gebot es sich, aus einem Fest ein großes zu machen. So wurde im kleinen Saal der Bürgerhalle zuerst das Amtsjubiläum begangen, im Anschluss an gleicher Stelle im privateren Kreis der Geburtstag.

Zu Beginn des offiziellen Teils um kurz vor 18 Uhr bildete sich eine lange Gratulanten-Schlange vor der Halle. Bunt gemischt war die Schar aus Politik, Verwaltung, Vereinen, Kirchen, Schulen und Gesellschaft, die ihre Glückwünsche überbringen wollte und für einen proppenvollen Raum sorgte. Hauptamtsleiter Dieter Hüllmandel hatte alle Hände voll zu tun, die zahlreichen Präsente abzunehmen.

Stimmenvorsprung dank Hausbesuche

Die Rede auf das Amtsjubiläum hielt Rainer Eder. Der Vorsitzende der Gemeindevertretung ist Parteikollege und gleichermaßen ein enger Freund von Carsten Helfmann.

Er erinnerte an den einstigen Wahlkampf des jungen Bankkaufmanns im Jahre 2002 mit zahlreichen Hausbesuchen, der ihm bei der Stimmenauszählung einen deutlichen Vorsprung gegenüber seiner Konkurrentin gebracht habe. Die erste Wiederwahl bestritt Helfmann dann als einziger Kandidat. Lässt man laut Eder die letzten zehn Jahre Revue passieren, hat sich für ihn im Ort allerhand getan. „Allein das Baugebiet Im Eichstumpf, das auf die Bayerswiese folgte, wurde zu einer Erfolgsgeschichte“, so der Parlamentschef, der auch die modernen Ortseinfahrten mit Kreisverkehr ins Gedächtnis rief.

Eine weitere Erfolgsgeschichte benannte Eder mit dem Park 45. Hier sei durch Firmen wie Tupperware, Truck Center Hauser oder AC-Motoren ein attraktives Gewerbegebiet entstanden. „Die Kindertagesstätten wurden mit mehr Personal ausgestattet, zwei neue Gruppenräume eingerichtet und die Grundlagen für U3 geschaffen. All das hängt eng mit Carsten Helfmann zusammen“, lobte Eder. Nicht zu vergessen sei die Errichtung der Bürgerhalle, die im vorgesehenen Kosten- und Zeitrahmen blieb. Alles habe man finanziell ohne Haushaltssicherungskonzept oder den Rettungsschirm des Landes hingekriegt.

Mundart-Comedy und Lobreden

Weitere Glückwünsche überbrachten CDU-Europaabgeordneter Michael Gahler, Dagmar Wucherpfennig vom Kreisparlament, Dr. Werner Thomas in Vertretung der Bürgermeister im Kreis sowie Elke Liem für die Gemeindeverwaltung. Für den Vereinsring dankte Marion König. Michael Kramer und Charles Ross sprachen für die CDU-Fraktion und den Gemeindeverband.

Eigentlich klingt eine Feier zu einem Dienstjubiläum durch die vielen Reden nicht unbedingt nach Kurzweil. Am Donnerstagabend war das anders: Das garantierte der Auftritt von Marlene Schwarz alias Hertha Wacker. Die Brensbacher Kabarettistin mit ihrer Mundart-Comedy, die von Nicole Uhrich, der Lebensgefährtin Helfmanns engagiert worden war, sorgte gleich bei zwei Einsätzen für zahlreiche Lacher.

Das große Zeitfenster, das der Bürgermeister für die Politik und seine geliebten Vereine opfere, bezeichnete sie als „Drama des begabten Kindes“, das schon in der Kindheit nicht nein sagen konnte. Sie sah in ihm sogar den Heiland für Eppertshausen. Ein Beleg dafür sei die Fußpflege-Dienstleistung seiner Mutter, denn Füße-Waschen sei ein Merkmal des Erlösers. Auch das Reisegeschäft seines Vaters spreche für eine missionarische Tätigkeit. Am Ende verstand Wacker aber dann doch nicht ganz, warum Helfman ausgerechnet in Eppertshausen auftauchte: „Andere Gemeinden hätten ihn doch viel nötiger.“

Eine dritte Amtszeit ist möglich

Ihr Auftritt war eine gelungene Abwechslung zu den vielen Lobesreden auf den Verwaltungschef, bei denen man sich manchmal nicht sicher war, ob nun die Arbeit eines Jahrzehnts oder das Lebenswerk gewürdigt wurde.

Zum Amtsjubiläum überbrachte auch der politische Gegner seine Grüße. Wie SPD-Franktionsvorsitzender Hans-Joachim Larem sagte, zeige sich die Zusammenarbeit mit Carsten Helfmann als recht gut. „Was Informationen über seine Entscheidungen betrifft, ist aber noch Potenzial nach oben“, meinte der Politiker schmunzelnd. Die nächsten Bürgermeisterwahlen stehen in Eppertshausen wohl im September 2014 an. Auf Nachfrage, ob Carsten Helfmann dann für eine dritte Amstzeit zur Verfügung steht, gibt der Hobby-Golfer und passionierte Feuerwehrmann, schon jetzt seine Zusage.

Die Parteikollegen freut’s: „Neben der Belebung des Franz-Gruber-Platzes gibt es noch viel zu tun“, so Rainer Eder.

Quelle: op-online.de

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