Christliche Lösung am Friedensplatz

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Trotz Schneeverwehungen wurde der neue Friedensplatz der evangelichen Gemeinde im Freien gefeiert.

Eppertshausen - „Ihr könnt uns doch nicht einfach die Bürgerhalle vor die Nase setzen“, lauteten die ersten Reaktionen der evangelischen Gemeinde, nachdem der neue Bau Schatten auf das Gotteshaus warf. Von Michael Just

Die durchweg christliche Antwort ließ nicht lange auf sich warten: „Dann bauen wir unseren Garten halt so um, dass beides harmoniert und korrespondiert. “.

Aus einem ehemals verschlossenen und zugewachsenen Areal entwickelte sich ein offener Kirchplatz. Das hieß: Weg mit einem Jägerzaun, einem Stück Rasen und einem ohnehin schon kranken Baum. Dafür wurden Rosen und Sträucher zwischen Wege aus wasserdurchlässigen Platten gepflanzt. Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein. Der „Formensprache“ kam entgegen, dass mit Architekt Udo Küpper-Tetzel der richtige Mann für die Bauaufsicht im Kirchenvorstand sitzt und mit Gabriela Rother eine kompetente Gartenbauingenieurin im Ort wohnt.

Jetzt wurde der neue Kirchplatz bei Schneefall, Glühwein und Plätzchen eingeweiht. „Es hätte wohl Charme gehabt, die Anlage erst im Frühjahr zu präsentieren“, gestand ein trotz Wetterkapriolen gut gelaunter Pfarrer Johannes Opfermann. Die weiße Pracht deckte die Neuanpflanzungen ziemlich ein. Es war Fantasie gefragt, die hoch gelobte Gestaltung von Gabriela Rother zu erkennen. Dass die Gemeinde die Einweihung im alten Jahr noch anging, hatte plausible Gründe: Mit dem Advent beginnt das neue Kirchenjahr.

Der neue Vorplatz

Der neue Vorplatz besticht nicht zuletzt durch den Kirchturm, der frei und von weitem gut erkennbar steht. Während der Umbauphase entstand die Idee, ihn zusätzlich zu beleuchten. Die Kosten der Umgestaltung: 17.000 Euro. Ein Zuschuss von der Landeskirche war durch den kurzfristigen Antrag nicht mehr möglich. Von der Gemeindekasse gibt’s aber zehn Prozent dazu. Mit „Friedensplatz“ hat der neue Stolz der Gemeinde sogar einen Namen erhalten. „Er soll an den innerörtlichen Frieden erinnern. Das war uns ein echtes Bedürfnis“, erklärte der Pfarrer.

Mit der offenen Gestaltung geht bei den 1 200 Gemeindemitgliedern die Freude einher, dass Kirche und Kirchturm nun besser sichtbar sind. Bei Veranstaltungen in der Bürgerhalle lässt sich durch deren gläserne Front das Gotteshaus erkennen. Das animierte bereits zum Reimen: „Die katholisch‘ Kirch‘ sieht man von überall, die evangelisch‘ aus der Bürgerhall‘. Laut Pfarrer Johannes Opfermann dürfte diese Weisheit demnächst noch aus der Bütt erklingen.

Quelle: op-online.de

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