Marinaden-Tipps und Trinksprüche

Eppertshäuser treffen sich wegen Corona zum Online-Grillen

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Grillen mit Live-Übertragung: Die Kamera im Notebook (links) filmte auch Organisator Marcel Koss, der hier mit seiner Frau Bianca den anderen Teilnehmern des außergewöhnlichen Grillabends zuprostet. 

Ein Dutzend Eppertshäuser Haushalte geht wegen der Corona-Krise neue Wege und grillt dank digitaler Technik in großer Runde. Auch Bürgermeister Carsten Helfmann schaltete sich schon dazu. 

Eppertshausen – Mittlerweile muss Marcel Koss schon Einwohnern anderer Kommunen und sogar dem Radio erklären, was er da auf die Beine gestellt hat: Der Eppertshäuser initiierte jene Grillfeier, die dank digitaler Technik ein Dutzend Haushalt verbunden hat.

Am Samstagabend war alles vorhanden, was zu einem schönen Grillabend dazugehört – Würstchen, Bier, Wohlfühl-Ambiente in der untergehenden Ostersonne. Nur die Gesellschaft war eine andere, vor allem aber anders organisiert: Während sich die Eppertshäuser an die Vorschriften hielten und nur mit jenen zusammen saßen, die im selben Haushalt leben, waren andere im Ort trotzdem mit von der Partie. Sie schalteten sich einfach in einer Art Videokonferenz zu.

„Wir grillen gern mit anderen“, erläuterte Koss seinen Einfall. „Und als Gebietsleiter im Malergewerbe musste ich mich wegen der Corona-Krise zuletzt auch mit dieser Technik beschäftigen.“ Also leierte der Eppertshäuser kurzfristig das Online-Grillen an.

Wer mitmachen wollte, positionierte eine Webcam so, dass er die Grillerei live übertrug. Ein kostenloses Programm, für das Organisator Koss zuvor die Zugangsdaten publik gemacht hatte, führte die Teilnehmer zusammen. Auf dem Bildschirm im großen Fenster zugeschaltet wurde stets der, bei sich gerade gewollt oder unabsichtlich am lautesten bemerkbar machte. Wer also allen etwas zu sagen hatte – ob Trinkspruch oder Tipp für die leckerste Marinade – , erschien auch recht zuverlässig auf dem Monitor.

So prosteten sich zwei Stunden lang zwölf Haushalte zu und lernten auf diesem Weg auch Eppertshäuser kennen, die ihnen zuvor bestenfalls vom Sehen ein Begriff waren. Bürgermeister Carsten Helfmann schaltete sich zu und präsentierte in seinem Garten die Ortsfahne mit dem Storch. Auch wenn bis zur maximalen Konferenzkapazität von 100 Haushalten noch viel Luft blieb, zog Koss ein positives Fazit: „In zwei, drei Wochen wiederholen wir das Ganze. Und wenn die Corona-Krise überstanden ist, treffen wir uns alle in echt zum Grillen auf dem Franz-Gruber-Platz.“

jd

Quelle: op-online.de

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