Blaulichttag

Corsa zerlegt, WC-Brand gelöscht

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Tatort Straße: Die Freiwillige Feuerwehr Eppertshausens demonstrierte bei ihrem ersten Blaulichttag am Bürgerhaus, wie ein Unfallopfer bei schwerem Verkehrsunfall geborgen wird.

Eppertshausen - Wie funktioniert eine Rettungsschere? Welche Aufgaben hat das THW? Und ab wann darf ich in die Jugendwehr? – Besucher des ersten Blaulichttags bei der Freiwilligen Feuerwehr in und um die Bürgerhalle sind nun schlauer. Von Ursula Friedrich

Einsatztruppe, Förderverein und Jugendwehr hatten hier am Sonntag einen Großeinsatz. Spiele und Aktionen rund um das Thema Feuerwehr, Fahrzeugschau, Genuss und Geselligkeit, vor allem jedoch Informationen standen im Rampenlicht. Um einen Einblick in ihre Arbeit zu demonstrieren, scheuten die 45 Aktiven der Einsatzleitung keine Mühen. Ein schlimmer Verkehrsunfall mit eingeklemmtem Fahrer wurde vor dem Bürgerhaus in Szene gesetzt. Mit allem, was das Equipment hergibt, wurde das Unfallfahrzeug, ein Opel Corsa, zerschnitten und zerlegt, um das Unfallopfer zu bergen. „Bei solchen Einsätzen kommt unser Hilfeleistungslöschfahrzeug gerne zum Einsatz“, sagte Bürgermeister Carsten Helfmann, der die Schauübung moderierte.

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Auch Petrus wollte mitlöschen

Der HLF, ein echter Allrounder, wurde 2007 für 299 000 von der Gemeinde angeschafft und soll 25 Jahre seinen Dienst tun. In diesem Jahr sauste er schon mehrfach zum Einsatzort. Traurige Höhepunkte waren der Hausbrand mit einer Toten im Juni, ein schwerer Verkehrsunfall auf der B 45 oder zahlreiche Sturmschäden nach Unwettern im Juni und August. Während die Wehrkameraden unter Leitung des stellvertretenden Gemeindebrandinspektors Gerd Sengewald das Unfallopfer bargen und die fiktive Unfallstelle sicherten, richtete sich das Augenmerk der Jugend bereits wieder auf zwei weitere Einsatzorte. Spielerisch durfte mit Feuerlöschern selbst einmal in die Rolle des Feuerwehrmannes geschlüpft werden – Kinder löschten beherzt kleinere Brände, oder spritzten Wasserfontänen auf eine kleine Häuserattrappe.

Die Jugendwehr, rund zwei Dutzend Kinder ab Grundschulalter, präsentierte ebenfalls ihr Können: Bei ihrem Schaueinsatz wurde ein angrenzendes WC-Häuschen fachmännisch gelöscht. Die 45 Mitglieder der Einsatztruppe verrichten ihren Dienst für ihre Mitmenschen unentgeltlich, zu jeder Tages- und Nachtzeit an 365 Tagen im Jahr.

Mobiler Rauchverschluss

Um diese Arbeit zu unterstützen, krempeln die Aktiven des Feuerwehrvereins ebenfalls die Ärmel hoch - oder unterstützen die Arbeit der Wehr durch ihren Jahresbeitrag. Immerhin: 700 Mitglieder zählt der Verein. Der Förderverein kaufte 2013 bereits 50 Exemplare besonders leichter Einsatzbekleidung, die im Sommer getragen wird.

Vereinsvorsitzender Jürgen Müller erklärte, es sei besonderer Wert auf hohe Qualität der Anzüge gelegt worden, um sowohl Tragekomfort, vor allem jedoch höchsten Schutz zu gewährleisten. Wermutstropfen für die Einsatzkräfte: Bei Bränden mit starker Hitze geht an der schweren Montur kein Weg vorbei.

„Der Feuerwehrverein hat außerdem eine mobile Rettungsplattform angeschafft“, sagte Pressesprecher Kai Schmidt. Bei Verkehrsunfällen, wie gezeigt, leistet die Plattform gute Dienste, wenn größere Fahrzeuge, Lkw oder Buss, beteiligt sind. Die Sparkassenversicherung sponsert die Arbeit der Wehr ebenfalls. Sie übergab Gemeindebrandinspektor Frederick Schmitt einen „Mobilen Rauchverschluss“. „Durch das Öffnen der Türen in brennenden Gebäuden können sich tödliche Gase in die Rettungswege ausbreiten“, erläuterte Kai Schmidt, „der mobile Rauchverschluss verhindert mechanisch deren Ausbreitung.“

In ersten Linie wird die Arbeit der Wehr jedoch von Menschen geschultert. Für ihren langjährigen Einsatz wurden Hans Blickhan und Rudolf Leiherer zu Ehrenmitgliedern ernannt. Beide sind seit 60 Jahren aktiv und bis heute in der Alters- und Ehrenabteilung wertvolle Helfer. Um die Bürger hautnah in die Arbeit der Feuerwehr und weiterer Hilfsorganisationen „mit Blaulicht“ einzubeziehen, soll der Blaulichttag keine Eintagsfliege bleiben. „Wir werden ihn im Wechsel mit unserem Spritzenhausfest alle zwei Jahre ausrichten“, so Schmidt.

Quelle: op-online.de

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