Kindertagesstätte St. Sebastian

Mütter packen kräftig an

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Stolz auf das Erreichte: Kitaleiterin Gerlinde Ries-Schemainda (links) und die tatkräftigen Mütter im Gruppenraum.

Eppertshausen - Über 20 Jahre wird der große Raum der Kindertagesstätte St. Sebastian über die Maßen strapaziert. Toben, tollen, springen, malen, basteln, spielen, singen, tanzen und trampeln. Nun räumen die Mütter auf. Von Thomas Meier

Der 1992 in Betrieb genommene Gruppenraum der Grünen Gruppe in der Kindertagesstätte St. Sebastian in Eppertshausens Kurt-Schumacher Straße sieht abgenutzt aus: alt und zerschlissen. Lange schon kämpfen Eltern und Erzieherinnen um eine fachmännische Sanierung, doch nicht zuletzt wegen des neuen Anbaus war dafür lange keine Zeit. Erst durch das herausragende Engagement einiger Eltern der Grünen Gruppe passierte nun einiges. Nicht nur, dass der Raum fachgerecht saniert worden ist. Da gab (und gibt es noch in kleinen Teilnereichen) etliches zu tun. Soviel ist bereits passiert, dass Kita-Leiterin Gerlinde Ries-Schemainda baff war und begeistert ist vom sichtbaren Tatendrang vor allem von fünf Müttern, die kurzerhand die Oberregie über das Unterfangen an sich genommen haben.

Die Initialzündung zum lange erwarteten Loslegen erfolgte Mitte September. Damals kam das Okay von der Gemeinde, in deren Besitz die Liegenschaft ist, einen Handwerkerbetrieb für die Wandanlegung zu rufen. Damit ging es los. „Dazu mussten freilich erstmal der Gruppenraum leer geräumt und die Kinder vorübergehend ausgelagert werden“, lacht Tini Hörhold (vier Kinder).

Alles war am Ende

Sie gehört wie Ramona Sopp (ein Kind und berufstätig), Anja Kühnscherf (zwei Kinder), Stephanie Christoph (zwei Kinder) und Juliane Butz (drei Kinder) zum Renovierungsteam. Da sie teilweise auch noch Kinder haben, die nicht in den Kindergarten gehen, kann sich jeder sicher ausmalen, wie viele Arbeiten sie immer „nur mal eben dazwischen geschoben haben“ zwischen dem Wickeln, Einkaufen und Mittagessen kochen.

Beim Sanieren der Wände wurden die Eltern erst des ganzen Ausmaßes gewahr, der für eine sinnvolle Neugestaltung des Gruppenraumes noch betrieben werden sollte. „Fast alle Spielzeuge, die Teppiche und das Parkett waren am Ende“, erinnern sich die Macherinnen. So zogen sie ihre Strippen, um Spenden aufzutreiben, um auch den Rest renovieren zu können. „Auch die Kinder strengten sich an, suchten Spender und kämpften auf kleinen Beinchen beim organisierten Sponsorenlauf darum, Geld aufzutreiben“, sagt Juliette Bautz. Ihren Verbindungen ist es zu verdanken, dass die Grüne Gruppe kostenfrei einen abgeschliffenen und neu versiegelten Parkettboden erhielt: noble Spende eines Frankfurter Parkettstudios.

Gespendete Einrichtung

Was noch geschah: Etwas neues Mobiliar konnte vom Erlös des Sponsorenlaufs gekauft werden, Teppiche wurden zugeschnitten und teilweise gekettelt, lose Küchenelemente repariert, abgeschliffen und lackiert in eine Küchenzeile verwandelt, Küchenzubehör wurde ebenfalls geschliffen, bemalt und lackiert. Die Wand des Gruppenraumes wurde mit grünen Themen bemalt, ein Bühnenpodest mit Lüftungsschlitzen (der Fußbodenheizung wegen) gebaut, ein Zaunelement zur Garderobe umfunktioniert, das Puppenhaus repariert und gestrichen und die Decken-Holzbalken abgeschliffen.

„Wir bekamen Teppichelemente von Michael Enders gespendet und konnten sie dank seiner Kontakte auch günstig ketteln lassen“, sagen die Mütter, die auch dankbar sind für mehrere Arbeitsplatten und zwei große Euro-Paletten, die sie von der Firma Resopal aus Groß-Umstadt spendiert bekamen.

Grund, auf einem Kaffeenachmittag in der Kita das Erreichte zu feiern und durchzuschnaufen, denn es soll noch mehr passieren: „Wir wollen den Kindern noch einen Kaufladen bescheren, Spielzeug erneuern und eine Schminkecke einrichten.“

Quelle: op-online.de

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