23 Dirigenten gaben bei Germania Ton an

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Mit dem Chorleiter Robert Pappert aus Obertshausen sollte 1972 eine neue Germania-Ära beginnen.

Eppertshausen (tm) ‐ Auf ein stolzes Vereinsjubiläum blickt der Gesangverein Germania zurück: 120 Jahre verbindet Männer unterschiedlichster Mentalität, Berufe, Altersklassen und Interessen das gemeinsame Singen, das nicht nur der musikalischen Freizeitgestaltung, sondern auch der Pflege und Bewahrung eines echten Kulturgutes dient.

Die Geburtsstunde der Germania schlug am 15. Oktober 1890, als sich 17 junge Männer entschlossen, einen Gesangverein zu gründen. Erster Chorleiter war Lehrer Diehl aus Eppertshausen und der erste Vereinsvorsitzende hieß Johann Roth. Bereits sechs Jahre nach Gründung fand das erste Sängerfest, das mit der Einweihung einer Vereinsfahne gekoppelt war, statt. Erste Erfolge waren 1905/06 bei den Sängerwettstreiten in Vilbel und Waldorf zu verzeichnen, nicht zuletzt ein Verdienst des seit 1903 amtierenden Chorleiters Michael Gensert aus Urberach. Neuer Schwung erwachte mit dem Chorleiter Michael Sahm aus Nieder-Roden, der 1911 begann.

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges schrumpfte die Sängerzahl jedoch dramatisch. Man entschloss sich zum Zusammenschluss mit dem Arbeitergesangverein Union und nannte sich fortan Sängervereinigung. Bis 1924, dann machte sich die Germania wieder selbstständig. Nach 17 Jahren diverser Dirigentenwechsel schwang wieder Michal Sahm aus Nieder-Roden den Dirigentenstab und führte den Verein zu großen Erfolgen.

Weitere Programmpunkte im Jubiläumsjahr sind das Chorkonzert am 30. Oktober sowie die Weihnachtsfeier mit Ehrungen am 18. Dezember in der Mehrzweckhalle.

Durch die Wirren des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1939 und das damalige Regime war auch das Vereinsleben der Germania von politischen Problemen geprägt - Vorstände mussten ausgewechselt und Chorliteratur nach strenger Vorgabe gesungen werden. Dies führte zu einem starken Rückgang der Sänger. Während des Krieges wurde die Sängertätigkeit eingestellt um am 16. April 1946 mit dem Wiederaufbau begonnen. Iganz Blickhan nahm in dieser Zeit die Geschicke der Germania als Vereinsvorsitzender in seine Hände und konnte junge Sänger davon überzeugen, gemeinsam mit den heimkehrenden Aktiven die Tradition der Germania fortzusetzen. Die Zahl der Sänger stieg auf 46 an. 1949 trat Ignaz Blickhan zurück, neuer Vorsitzender wurde Karl Weber, der es mit Chorleiter Michael Frank aus Urberach dazu brachte, 85 Aktive im Männerchor zu vereinen. Nach zwölfjähriger Amtszeit trat Weber 1961 als „Germania-Chef“ zurück. Nachfolger wurde Karl Müller, der 1964 von Kurt Vogt abgelöst wurde.

Mit dem Chorleiter Robert Pappert aus Obertshausen sollte 1972 eine neue Germania-Ära beginnen.

Der Chor blühte auf und verzeichnete im Laufe der folgenden 14 Jahre gesangliche Erfolge. Vorsitzender Vogt übergab sein Amt nach elf Jahren an Hans Müller. 1988 wurde auf der Hauptversammlung beschlossen, einen Frauenchor zu gründen. 1991 trat Hans Müller aus beruflichen Gründen als Vorsitzender zurück, sein Nachfolger wurde Andreas Larem. Zwei Jahre darauf übernahm Hans Dieter Müller, ehemaliger Sänger des Chores, die Dirigentschaft über den Männerchor. Im gleichen Jahr noch wurde der Frauenchor wegen fehlender Perspektiven wieder aufgelöst.

Sechs Jahre nachdem Hans Müller sein Amt als Vereinsvorsitzender niederlegte, übernahm er diesen Posten erneut und hat ihn bis zum heutigen Tage inne.

Derzeit zählt der Männerchor 160 Mitglieder, von denen 45 singen. Wer Spaß am Chorgesang hat, wende sich an Vorsitzenden Hans Müller, Tel. 06071 31735.

1996 wurde aus dem Jungen Chor des Vereins das Ensemble Musica. Die 16 Aktiven verschrieben sich moderner Chorliteratur, Gospels und Pop. Seitdem erreichte diese Gruppierung bei sämtlichen Chorwettbewerben (bis auf eine Ausnahme) nur erste Plätze. Im März diesen Jahres präsentierte das Ensemble eine CD. Sie ist für zehn Euro im Handel erhältlich. Im Laufe der 120-jährigen Germania-Geschichte wechselten 23 Mal die Dirigenten. Insgesamt führten seit Gründung elf Vorsitzende die Germania.

Um den Vereinsgeburtstag gebührend zu feiern, veranstaltet der Verein heute und am morgigen Samstag zwei konzertante Liederabende, zu dem sich 27 Chöre angemeldet haben. Sie werden alle ein Querschnitt ihrer musikalischen Arbeit präsentieren.

Quelle: op-online.de

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