Doch Geklapper auf OWK-Mast

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Ein Paar Jungstörche hat nun doch noch Besitz von der Nisthilfe im Feld bei Eppertshausen ergriffen, die der OWK vor sechs Jahren errichten ließ. Zunächst wich es wohl vor den nahe brütenden Nilgänsen aus.

Eppertshausen ‐ Lange gab es etwas, das Münster den Eppertshäusern voraus hatte, und zwar gleich doppelt: In der Nachbargemeinde brüteten zwei Storchenpaare, während Eppertshausen bislang ohne sein Wappentier auskommen musste. Von Jasmin Frank

Das hat sich nun endlich geändert und seit einigen Wochen hat sich der Klapperstorch doch noch auf dem zunächst verschmähten, doch vom OWK eigens dafür angelegten Mast im Biotop „auf den Stöcken“ niedergelassen. „Wir haben das Gebiet ja schon Anfang der neunziger Jahre hergerichtet, weil dort unglaublich viel Müll abgeladen worden war. Nun besteht das Biotop im hinteren Bereich aus Magerwiesen mit Streuobstbäumen und vorne befindet sich eine Flachwasserzone“, erläutert Manfred Hechler vom Odenwaldklub Eppertshausen. Durch die Ansiedlung des Storches ist auch bewiesen, dass der vor sechs Jahren aufgestellte Mast mit seinen acht Metern hoch genug ist. In Groß-Zimmern brütet ein Storchenpaar sogar in einem nur fünf Meter hohen Nest.

Ein Gelege hat das Eppertshäuser Pärchen aber nicht vorzuweisen, handelt es sich doch um Jungstörche. „Daran, wo der Storch seinen Ring trägt, kann man erkennen, ob er in einem geraden oder einem ungeraden Jahr geboren wurde. Unser Paar ist rechts beringt, also vermutlich zwei, höchstens aber vier Jahre alt“, weiß Hechler, dem nicht nur die Großvögel, sondern alle Tiere, insbesondere die Amphibien ein Anliegen sind.

Radweg-Beleuchtung schlecht für die Tiere

„Ein ganz klein wenig machen wir uns Sorgen um die Laubfrösche, die ja auf der roten Liste stehen. Aber die können gut klettern und sich vor dem Storch ins Gebüsch auf höhere Äste retten“, informiert der Naturschützer. Außer Fröschen frisst Meister Adebar aber auch Mäuse, Regenwürmer und Insekten. Wichtig sind für ihn ausgedehnte Wiesenbereiche, ganz gleich, ob es sich um Weideland oder Mähwiesen handelt.

Allerdings kann so manches den Storch auch stören. „Die Gänse sind nicht das Problem, aber es kommt schon vor, dass er sein Nest gegen Artgenossen verteidigen muss, die noch auf der Suche nach einer Bleibe sind“, so der OWK-Mann. Auch der Lärm von der direkt neben dem Feld Ende Mai ausgetragenen Gewerbemeile könne die dort lebenden Tiere verscheuchen, deshalb müsse der Schall auch vom Storchennest weg ausgerichtet werden.

Schlecht für die Natur sei auch die von Eppertshausen beschlossene Beleuchtung des Radweges, die vom Vorstand des Odenwaldklubs für sinnlos erachtet und zahllose Insekten das Leben kosten werde. „In Außenbereichen sollten einfach keine Lichtquellen sein. Zudem hat sich die Münsterer Gemeinde ja gegen die Beleuchtung entschieden, so dass nur etwa ein Drittel des Weges im Hellen liegen würde. Wir befürchten, dass sich unser Wappentier davon vertreiben lassen könnte“, so Hechler.

Immerhin gibt es im weiteren Umkreis sechs bewohnte Nester, die schon länger von dem beliebten Vogel bezogen werden. Doch nachdem der Odenwaldklub die Grundlagen für die Renaturierung geschaffen und nicht nur dem Storch, sondern zahllosen anderen Tieren wieder gute Lebensbedingungen gewährleistet hat, bleibt zu hoffen, dass das junge Storchenpaar seine gefährliche Reise in den Süden gut übersteht und sich im nächsten Jahr wieder einfinden wird - hoffentlich mit Nachwuchsplänen.

Quelle: op-online.de

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