Dreh mit Viking-Kordel

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Viking-Kordel mit royalem Beiwerk: Die Künstlerin verrät, wie´s geht mit dem schmucken Dreh.

Eppertshausen ‐ Schon vor über 1000 Jahren kannten die Wikinger eine spezielle Technik, für ihre ausgedehnten Seefahrertouren die Bootstaue äußerst strapazierfähig zu knüpfen. Von Thomas Meier

Die Normannenfrauen verstanden es, mit der gleichen Knüpftechnik aus feinem Silberdraht Armbänder und Ketten zu „stricken“. Und das Geheimnis der Viking-Kordel kennt auch die Eppertshäuser Freizeitkünstlerin Ilona Neu-becker. Mehr noch: Sie vermittelt ihre Fertigkeiten gar in Privat- und Volkshochschulkursen. Jetzt hat sie eine Ausstellung von rund 50 eigenen Schmuckstücken im Foyer des Rathauses eröffnet, die bis Ende Juni zu besichtigen ist.

Ketten und Armbänder mit Edelsteinen und fantasievollen Silberschmuck, alles Unikate, stellt Ilona Neubecker bis Ende Juni in von ihr dekorierten Vitrinen im Rathaus-Foyer aus.

Die gebürtige Eppertshäuserin hat sich seit jeher kreativer Beschäftigung verschrieben. Zwar arbeitete sie nach dem Schulbesuch in Eppertshausen über 25 Jahre in Urberach bei T&N, doch bildete sie sich in ihrer Freizeit in künstlerischer Betätigung weiter, verfiel vor über 20 Jahren so auch aufs Goldschmiedehandwerk. In Eppertshausen eröffnete sie 1994 am Franz-Gruber-Platz das Kindermodengeschäft Yazoo, doch suchte sie im Jahr 2000 wieder eine Veränderung, die sie bei der Flugsicherheit in Frankfurt fand. Hier passierten auch zahlreiche Promis die Kunstbeflissene, von Georg Clooney über Tokio Hotel bis zum Dalai Lama zogen an ihr vorüber.

Japanische Knetmasse aus Silber

Mit 57 Jahren ging sie in Altersteilzeit, „und seitdem widme ich mich ganz der Schmuckherstellung“, verrät sie. Viele Kurse brachten sie auf den Stand der Dinge: „Zu meiner Freude gab es in diesem Bereich viel Neues. Edelsteine, die ich fürs Schmuckhandwerk nicht kannte, wurden mir nahe gebracht, ich lernte eine japanische Knetmasse aus Silber kennen, die man wunderbar modellieren und wie Ton brennen kann, und auch den Dreh mit der Viking-Kordel arbeitete ich in mein Repertoire ein.“

Interessenten wenden sich telefonisch an Ilona Neubecker unter Tel. 06071 393762.

Neubecker lernte bei einer brasilianischen Schmuckherstellerin, kaufte von einer Amerikanerin ein spezielles Patent und arbeitet heute überwiegend mit 999 Feinsilber. Die fantasievollsten Ketten und Armbänder entstehen in ihren kleinen Heim-Atelier, in sie hinein gearbeitet sind Perlen und Edelsteine. Seit geraumer Zeit bietet die Hobbykünstlerin Privatkurse an, für die keinerlei Vorkenntnisse erforderlich sind. Und auch die Volkshochschule Darmstadt-Dieburg sicherte sich die Kenntnisse der Eppertshäuserin, die seit dem vergangenen Semester in Dieburg Kurse leitet.

Quelle: op-online.de

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