Gemeinschaftsantrag für Modernisierung

Nur Vorteile: Dreieichbahn-Ausbau

Eppertshausen - Auch wenn die beiden einzigen Fraktionen der Gemeindevertretung einen gemeinsamen Antrag einbringen, muss dies nicht heißen, dass es nichts zu diskutieren gäbe. Von Thomas Meier 

Doch fiel der Beschluss erwartungsgemäß einstimmig, umgehend etwas für die Zukunftsfähigkeit der Dreieichbahn in Angriff zu nehmen. Eppertshausens Parlament sprach sich Montagabend zu 100 Prozent für eine Modernisierung der Schienenstruktur auf der Strecke von Dreieich-Buchschlag über Rödermark nach Dieburg aus. Eine „Elektrifizierung sowie ein zweigleisiger Ausbau der Strecke sind unverzichtbare Grundlage einer zukunftsgerechten ÖPNV-Versorgung“, lautet es im Beschluss für die Regionalbahn 61.

Die Pralamentarier waren sich bewusst, hier nur ein kleines Rädchen im Getriebe solch großen Projektes zu sein. Doch fasste es CDU-Abgeordneter Hans-Dieter Lehnen so zusammen: „Wir sollten unbedingt dem Ansinnen zustimmen und die Verwaltung drängen, aktiv zu werden.“ Schon im Haupt- und Finanzausschuss hatten die Vertreter einstimmig für den Gemeinschaftsantrag votiert. Auch Günter Schmitt und Andreas Larem von der SPD-Fraktion sahen Handlungsbedarf, doch meinte Schmitt, es würden wohl die wenigsten aktuellen Gemeindevertreter noch erleben, dass die gewünschte Modernisierung auch greift.

Die Landkreise Offenbach und Darmstadt-Dieburg, die Dadina, die KVG Offenbach, die Bundesbahn und der RMV werden somit nun auch von Eppertshausens Parlament aufgefordert, sich für eine Verbesserung des Schienennetzes auf der Strecke der Regionalbahn 61 einzusetzen und geeignete Maßnahmen einzuleiten. „Ziel muss es sein, die Strecke durch einen zweigleisigen Ausbau und eine Elektrifizierung für eine S-Bahn-Nutzung tauglich zu machen“, fordert die Gemeindevertretung.

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Sie weiß, dass so etwas viel Geld kostet, und dass, wer bestellt auch mitbezahlt. Deshalb soll erste Grundlage die baldige Erstellung einer neuen, zumindest aber aktualisierten Machbarkeits- und Finanzierungsstudie sein. Vor zehn Jahren habe man dieses leidige Problem schon diskutiert, die Zahlen von damals seien wohl längst überholt, meinten Vertreter beider Fraktionen. Es müsse in diesem Zusammenhang auch geklärt werden, wer die Maßnahmen- und die Kostenträger seien, welche Ausgaben notwendig würden und wie diese bezahlt werden können. Falls dazu Haushaltsmittel der Gemeinde notwendig würden, sollten diese „mit ausreichendem zeitlichen Vorlauf“ im Haushalt eingeplant werden, heißt es an die Gemeindeverwaltung.

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Im Beschluss folgt eine detaillierte Aufzählung allerlei Vorteile einer ertüchtigten und ausgebauten Dreieichbahn. Schnellere Fahrzeuge könnten Fahrzeiten verkürzen, die Geräuschpegel der dicht bebauten Strecke reduziert werden. Das verbessere die Wohn- und Lebensqualität am Gleisstrang. Deutlich mehr Fahrgäste könne man transportieren, was einer Ringführung Dreieich-Dieburg-Darmstadt-Dreieich zugute käme. Außerdem würde eine Ausweichroute zu der sehr störanfälligen S-Bahn-Tunnelstrecke entstehen, ertüchtige man die Regionalbahn 61 und mache sie S-Bahn-tauglich.

Unterbreitet werden auch Vorteile wie „... müssten nicht so viele, teure und wertvolle innerstädtische Flächen für P+R-Plätze verwendet werden“. In der Summe sei eine Elektrifizierung nebst zweigleisigem Ausbau „dringend notwendig“, heißt es im Beschluss. Und: „Es gibt keine sinnvollen Alternativen, um dem deutlich gestiegenen und weiter wachsenden Bedarf an zusätzlichen ÖPNV-Kapazitäten für die Region zu ermöglichen.“

Bürgermeister Carsten Helfmann oblag das Schlusswort: „Gut, dass unser Parlament hier mit einer Stimme spricht. Fast alle Anliegergemeinden haben jetzt solche Beschlüsse auf den Weg gebracht. Wenn jetzt auch noch Dieburg einen Beschluss fasst, sind wir Kommunen für das Projekt geeint.“

Quelle: op-online.de

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