DSL-Netz ist ein löchriges

+
Bei Bauarbeiten in Eppertshausens Jahnstraße werden die nötigen Lehrrohre für DSL gleich mit verlegt.

Eppertshausen ‐ Nicht nur der Computer, auch das Internet ist heute aus keinem Büro und keinem Haushalt mehr wegzudenken. Wer nicht „online gehen“ kann, ist abgeschnitten von Informationsportalen, Einkaufsmöglichkeiten und vor allen Dingen von der Berufswelt. Von Jasmin Frank

War früher Dresden ein „Tal der Ahnungslosen“, weil abgeschnitten vom Westfernsehen, so präsentieren sich heute Eppertshausen und andere Landstriche im Kreis derart arm an Netznachrichten.

Immer mehr Menschen arbeiten vom „Homeoffice“ aus und halten so über das Internet den Kontakt zu ihren Arbeitgebern. „Es kann doch nicht sein, dass noch immer ganze Straßenzüge und Wohngebiete abgeschnitten sind. Wir leben im Rhein-Main-Gebiet und die Menschen kommen nicht ins Internet. Das ist Teil der substanziellen Grundversorgung“, erklärte jetzt ein betroffener Bürger öffentlich.

Immer noch gibt es in Eppertshausen und anderen Kommunen des Kreises Straßenzüge und Wohnviertel, die nur unter erschwerten Bedingungen einen Zugang zum Netz haben. Doch wie können die Gemeinden diesem Bedarf gerecht werden? Haben sie die finanziellen Mittel, um jedem Bürger die Infrastruktur einer gut funktionierenden, schnellen DSL-Verbindung zu ermöglichen? „Leider können wir hier im Rathaus nur die Rahmenbedingungen schaffen. Letztlich legen natürlich die jeweiligen Telekommunikationsunternehmen die Leitungen. Wenn wir jetzt überall Glasfaserkabel verlegen wollten, müssten wir erst einmal alle Bürgersteige aufreißen. Das wären Kosten von mehreren Hunderttausend Euro“, so Bürgermeister Carsten Helfmann.

Der nächste Verteilerknoten ist in Münster stationiert

Gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Jürgen Geist vom Fachbereich Bau- und Umwelt berät er sich regelmäßig über Mittel und Wege zur Anbindung Eppertshausens. „Unser Ziel ist eine flächendeckende Versorgung mit mindestens DSL 2000, mittelfristig wäre natürlich DSL 16.000 erstrebenswert. Unser Problem ist aber, dass der nächste Verteilerknoten in Münster stationiert ist und die Distanz zu einzelnen Bereichen unserer Gemeinde zu groß ist, um diese Leistung umzusetzen. Deshalb ist die Rate beispielsweise im Norden von Eppertshausen sehr gering“, informiert der Verwaltungschef. Dies soll aber behoben werden, derzeit laufen schon die ersten Schritte dazu an: Von Heag Medianet wurde in den Neubaugebieten Im Eichstumpf und Auf der Bayerswiese sowie Im Failisch für die entsprechende Ausstattung gesorgt, so dass dort sogar DSL 50.000 möglich ist. Zudem verlegt die Telekom gerade eine entsprechende Anbindung vom Sendemast im Park  45 über das westliche Gewerbegebiet bis in das Gewerbegebiet Ost. Dieses Glasfaserkabel könnte dann DSL 16.000 in die im restlichen Ort vorhandenen Kupferkabel einspeisen, so dass an deren Ende mindestens DSL 2000 vorhanden sein müsste. „Damit aber auch der Norden im Bereich der Goethestraße und des Sandwegs sowie das Gebiet um den Lerchesberg bessere Optionen für das Internet bekommt, plant Heag Medianet, eine Anbindung an ein Glasfaserkabel zu schaffen, das entlang der B 45 verläuft. Dann hätten wir von allen Seiten einen guten Zugang“, so Helfmann Er hofft, dass dieser Plan im nächsten halben Jahr abgeklärt werden kann. Doch einen Haken hat dieses Projekt: Das Unternehmen will erst weiter investieren wenn klar ist, wie viele Kunden in den bereits angeschlossenen Gebieten seine Dienstleistung überhaupt nutzen. Derzeit gibt es in den noch nicht erschlossenen Ortsteilen Eppertshausen nur die Möglichkeit, für einen recht hohen Marktpreis SDSL über die vorhandenen Kupferkabel anzuwenden oder die LTE-Technik zu nutzen, also über Funkfrequenzen online zu gehen. Letztere wird jedoch nur als Interimslösung betrachtet und soll nicht weiter ausgebaut werden.

Alles in allem sieht sich die Gemeinde in der Verantwortung, so werden bei Straßenneubauten oder –Sanierungen Leerrohre verlegt, in die dann von den jeweiligen Unternehmen Glasfaserkabel eingebracht werden können. Die Hauptinvestition liegt aber bei den anbietenden Unternehmen, die sich weniger einem Versorgungsauftrag verpflichtet fühlen als viel mehr wirtschaftlicher Kalkulation.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare