Im Dunkeln erwacht Angst

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Düster, einsam und verlassen präsentiert sich schon früh am Abend der Weg zum Franz-Gruber-Platz.

Eppertshausen ‐ Sterben die alten Dorfzentren aus, wie viele Bürger befürchten? Um viele Zentren kleinerer Ortschaften wird es langsam aber sicher finster. Von Jasmin Frank

Und die dunkle Jahreszeit trägt wahrlich nicht zu einer Belebung bei, im Gegenteil: Jüngste Kriminaldelikte schrecken zumindest in Eppertshausen einige Bürger ab, etwa den Franz-Gruber-Platz ohne Not zu später Stunde aufzusuchen.

Tagsüber stellt sich die Lage noch entspannter dar: „Natürlich könnte der Franz-Gruber-Platz belebter sein. Aber wir haben hier ja einige Geschäfte, die ein breites Spektrum abdecken und von den Eppertshäusern gut angenommen werden“, gibt sich Sabine Köbel optimistisch. Sie selbst hat einen Blumenladen, zudem finden die Kunden noch Post, Bäcker, Friseur, Reisebüro und den Weltladen auf dem großflächigen Platz am Rathaus vor.

Düsterer Franz-Gruber-Platz

Allein ein Lebensmittelmark fehlt noch immer, aber Bürgermeister Carsten Helfmann gibt sich in dieser Hinsicht nicht geschlagen: „Nachdem der Drogeriemarkt in den Park 45 abgewandert ist, suchen wir nach einem Nachmieter für die Ladenfläche. Nach wie vor verfolgen wir den Plan, einen CAP-Laden anzusiedeln.“

„Ich gehe nur noch sehr ungern alleine raus, wenn es schon dunkel geworden ist. Früher habe ich sogar spätabends noch größere Spaziergänge unternommen, doch mittlerweile habe ich Angst“, berichtet die Eppertshäuserin Barbara Reincke. Auch Floristin Sabine Köbel ist es oft mulmig zu Mute. „In meinen Laden wurde schon dreimal eingebrochen. Und wenn ich abends das Geschäft schließe, ist es hier auf dem Franz-Gruber-Platz richtig düster. Vor allem auf dem Parkplatz hinter den Läden ist so gut wie kein Licht vorhanden“, so die an sich resolute Frau.

„Nehmen die Befürchtungen ernst“

Gerade auf die örtlichen Geschäftsleute wurden schon mehrere Überfälle verübt, so auf die Betreiberin des Postlädchens und in jüngster Vergangenheit auf den Inhaber der Pizzeria.

Einen zwingenden Zusammenhang zwischen den Diebstählen und den Überfällen oder der allgemeinen Sicherheit seiner Bürger sieht der Eppertshäuser Rathauschef nicht. „Dennoch nehmen wir die Befürchtungen ernst, schließlich ist der Präventionsrat gerade für solche Anliegen geschaffen worden und gerade in Sachen Beleuchtung sind wir stets ansprechbar“, so Helfmann.

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Quelle: op-online.de

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