Eppertshausen

Egelsbacher Flugplatz übertönt Haushalt

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Flughafen Egelsbach

Eppertshausen - Thema Flugplatz Egelsbach bringt Diskussionen in die Bürgerstunde in Eppertshausen. Die Flugzeuge sorgen für starke Lärmbelästigung. Weiterer Aufreger: Das geplante Großkraftwerk in Großkrotzenburg. Von Alexander Klug

Mancher Eppertshäuser scheint die Flieger von und nach Egelsbach und das geplante Großkraftwerk in Großkrotzenburg mehr zu beschäftigen als erwartet: Spontan hatte das Eppertshäuser Parlament zu seinem jüngsten Treffen eventuelle Folgen des geplanten Egelsbach-Ausbaus für Eppertshausen auf die Tagesordnung genommen – das Thema füllte prompt die Bürgerstunde mit reichlich Leben.

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„Es ist schon erstaunlich, dass erst kurz vor Ablauf irgendwelcher Fristen reagiert wird“, schimpfte einer der Zuhörer. Die Bürger und ihre Wünsche würden nicht ernst genommen, schiebt der Eppertshäuser hinterher: Komme der Ausbau wie angekündigt, hätte das schwerwiegende Folgenden für die Bewohner des Ortes. „Die Lärmzunahme hätte auf jeden Fall Auswirkungen auf die Vermögenswerte der Menschen. Häuser und Grundstücke verlieren an Wert“, merkt der Eppertshäuser an.

Konkret will er von den versammelten Gemeindevertretern und der Verwaltung wissen, was sie denn gegen die Bedrohung zu unternehmen gedenken – und ist mit der Antwort von Bürgermeister Carsten Helfmann alles andere als zufrieden. „Noch geht es ja um die Grundstücksverkäufe, da gibt es noch keinen Einfluss zu nehmen, wir sind außerdem zu weit entfernt, um vom Regierungspräsidium beteiligt zu werden“, merkte der Rathauschef an. Einige Kommunen hätten sogar noch länger warten wollen.

Ein anderer Bürger prangert generell die „Umzingelung“ durch Flughafen-, Flugplatz- und Kraftwerksprojekte an. „Man muss doch zumindest mal drüber nachdenken und dazu Stellung beziehen, was einem da vor die Nase gesetzt wird“, bringt der Eppertshäuser vor. Er wirft den versammelten Lokalpolitikern „Kirchturmpolitik“ vor: Während für die Beseitigung des Asphaltwerks im heimischen Park 45 schnell ein paar Millionen Euro locker gemacht würden, sei das Interesse am nur 15 Kilometer entfernten Großkraftwerk gering.

Deutlich weniger emotional ging die Einbringung des Haushaltes für 2009 durch Bürgermeister Carsten Helfmann über die Bühne – einstimmig überwiesen die Gemeindevertreter das Zahlenwerk an den Haupt- und Finanzausschuss, in dem es nun beraten wird, bevor am Ende das Parlament über den Etat entscheidet.

„Es sind keine Steuer- oder Gebührenerhöhungen oder Kreditaufnahmen im Jahr 2009 geplant“, stellte Carsten Helfmann gleich zu Beginn seiner Ausführungen zum Etat klar. Es ist der zweite nach den Regeln der kaufmännischen Buchführung. Besonders die ungewisse Entwicklung der Steuern mache die Planungen unsicher – die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise seien derzeit noch nicht abschätzbar. „Die Verwaltung wird daher ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung der Steuereinnahmen haben“, führte der Rathauschef aus.

Der Ergebnishaushalt schließt bei Aufwendungen in Höhe von 8 073 000 Euro und Erträgen von 7 844 000 Euro – daraus ergibt sich ein Fehlbetrag von 250 000 Euro. Zu Beginn des Haushaltsjahres 2009 hat die Gemeinde 1,43 Millionen Euro Schulden – am Ende des Jahres sollen es nur noch 1,36 Millionen sein. „Damit betrug die Pro-Kopf- Verschuldung Ende 2008 rund 232 Euro“, freut sich der Bürgermeister.

Größte Einnahmequellen sind nach wie vor die Einkommenssteuer mit knapp drei Millionen Euro, gefolgt von Gewerbe- (1,2 Millionen Euro) und Grundsteuer B (420 000 Euro). Dem stehen Investitionen von 1,2 Millionen Euro gegenüber, darunter die Kosten für die Erneuerung der Kanalisation unter der Hüttenstraße (66 000 Euro) und deren grundhafte Erneuerung (400 000 Euro); außerdem die Planungskosten für die Sanierung der Mehrzweckhalle (100 000 Euro) sowie Umbaukosten für die Hauptstraße (200 000 Euro).

Zu Beginn des Haushaltsjahres 2009 hat die Gemeinde 3,7 Millionen Euro im sogenannten Finanzmittelbestand, der hohen Kante. Der Bürgermeister schätzt, dass dieser, ehemals Rücklage genannte Posten bis zum Ende des Jahres um eine Million Euro abschmelzen könnte.

Thema Flugplatz Egelsbach:

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Quelle: op-online.de

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