Ehre und Material für die Retter

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Eppertshausen - Eine echte Katastrophe kann jederzeit eintreten. Dafür reicht es schon aus, dass auf einer der Verkehrsachsen im Ballungszentrum um Darmstadt herum ein Gefahrguttransporter verunglückt. Von Jasmin Frank

Dieses Szenario malte Landrat Klaus Peter Schellhaas jetzt im Eppertshäuser Haus der Vereine aus. Anlass war der alljährliche Abend zu Ehren der Katastrophenschützer, die sich bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit beim Technischen Hilfswerk, dem Deutschen Roten Kreuz oder der Freiwilligen Feuerwehr verdient gemacht haben.

Der neue Kommandowagen wird übergeben - es freuen sich Werner Ewald, Ralph Stühling und Klaus-Peter Schellhaas.

Geehrt wurden dabei auch zahlreiche Eppertshäuser Brandschützer. So erhielten Michél Gahlbeck, Markus und Michael Klitzke, Jan Scharf, Kai Schmidt, Frederick Schmitt, Thorsten Schrod, Gerd Sengewald und Stephan Reinecke bronzene Nadeln für zehn Jahre Dienst. Die gleiche Auszeichnung erhielten Volker Boßler und Sebastian Strein vom DRK Dieburg. Aus beiden Gruppierungen wurden auch ehrenamtliche Helfer für ein Vierteljahrhundert im Katastrophenschutz ausgezeichnet: Martin Knopf und Wolfgang Weber aus Dieburg erhielten ebenso wie Thomas Braun, Robertino Franze, Andreas Karl, Jürgen Müller, Günter Murmann und Peter Neubecker aus Eppertshausen ein Abzeichen in Silber. Zudem wurden drei Ehrungen in Gold vergeben: Willi Enders aus Dieburg, Wolfgang Petri aus Schneppenhausen und Harry Seliger aus Groß-Umstadt konnten sich über die Auszeichnung freuen. „Ich bin seit 40 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr Dieburg aktiv und arbeite darüber hinaus im Katastrophenschutzstab des Landkreises mit. Wir sind dort in sechs Bereichen organisiert, zum Beispiel Alarmierung oder Verpflegung, ich wäre im Bereich S3 für die Einsatzleitung verantwortlich“, erläutert Willi Enders. Der Dieburger hätte im Ernstfall viel Verantwortung zu tragen: Die Koordination aller Einheiten in den verschiedenen Abschnitten wäre sein Aufgabengebiet. „Gerade weil wir im Falle einer Katastrophe sehr schnell eine sehr komplexe Aufgabe zu bewältigen haben, halten wir regelmäßig Übungen ab“, informiert der Feuerwehrmann.

Kommandowagen im Wert von 60.000 Euro

Erst kürzlich wurde eine Woche lang der Ernstfall geprobt: Der Umgang mit einem Tankwagenunglück stand ebenso auf dem Programm wie die Bewältigung eines Staumauerbruchs oder die Koordination einer Großveranstaltung, die wegen eines Unwetter abgebrochen werden muss.

Für all diese Fälle ist neben der qualifizierten Ausbildung auch eine Ausstattung auf hohen Niveau notwendig, deshalb wurde auf dem feierlichen Abend auch ein neuer Kommandowagen für den Katastrophenschutz vom Bund für den Zivilschutz des Landkreises bereitgestellt. Auf dem hell beleuchteten Chaourcer Platz wurde das Fahrzeug, das seinen Standort in Dieburg haben wird, offiziell mit einem „Allzeit gute Fahrt!“ des Landrats an Werner Ewald, Mitarbeiter der Abteilung Brand- und Katastrophenschutz des Kreises, übergeben.

„Das Fahrzeug, das einen Wert von etwa 60.000 Euro hat, wird in die Medizinische Task Force als Führungsfahrzeug eingebunden. Von ihm aus werden im Ernstfall 150 Personen gesteuert. Der Einsatzverband ersetzt die bisherigen Sanitätszüge bei den Hilfsorganisationen“, erläuterte Kreisbrandmeister Matthias Maurer-Hart.

Das Task-Force-Prinzip soll bei einem Massenanfall von Verletzten zum Einsatz kommen, deshalb gehören Sprechfunkgeräte ebenso zur Ausrüstung wie Vorrüstungen für Radio und Digitalfunk.

„Gerade die Helfer von DRK, THW und Feuerwehr genießen bei der Bevölkerung hohe Akzeptanz und großen Respekt, und ohne die vielen Ehrenamtlichen in diesen wie in anderen Vereinen wäre unsere Gesellschaft nicht überlebensfähig“, lobte Schellhaas die Anwesenden. Der Abend wurde musikalische umrahmt von Katja und Benedikt Berker, bevor die Geehrten sich in gemütlicher Runde im Haus der Vereine zusammentaten.

Quelle: op-online.de

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