„Ein bisschen wählerischer sein“

+
Noch steht Alt neben Neu im Park 45 - nach dem Kauf des Grundstücks, auf dem heute Asphalt gemischt wird (rechts hinten), soll das anders werden. Die Supermärkte im Nordwesten des Gewergebiets liegen auf Platz zwei der (flächenmässig) größten Firmen im Park 45.

Eppertshausen - Von der landauf, landab beklagten Wirtschaftskrise ist im beschaulichen Eppertshausen wenig zu spüren – jedenfalls, wenn Bürgermeister Carsten Helfmann über den Stand des Projekts im Westen des Ortes spricht. Von Alexander Klug

„Was die Anfragen angeht, gibt es keinen Rückgang“,meint der Rathauschef.  Von den 140 000 Quadratmetern sind 80 000 noch zu haben; 5,1 Millionen Euro hat die Gemeinde bisher durch den Verkauf von Flächen eingenommen.

Eckdaten Park 45

Die Grundstücksfläche insgesamt beträgt 140000 Quadratmeter, die bisher verkaufte Fläche 60000 Quadratmeter. Die Ausgaben der Gemeinde belaufen sich bisher auf 4,35 Millionen Euro, die Einnahmen der Gemeinde bisher auf 5,1 Millionen Euro. Die größten Firmen sind das Lkw-Unternehmen der Familie Hauser sowie das Märktezentrum mit Rewe und Penny.

Doch bremst Helfmann eventuelle Überschuss-Euphorie: „Es stimmt, dass wir im Moment im Plus liegen“, erläutert er. Denn für Planung, Erschließung, Honorare und Zinsen hat die Gemeinde bisher 4,35 Millionen Euro ausgegeben – unterm Strich steht also eine Differenz von 766 000 Euro. Doch sei noch manche Rechnung zu bezahlen: „Die Straßen müssen noch fertig gestellt werden, das kostet 1,3 Millionen und wird in den nächsten drei bis fünf Jahren passieren“, rechnet Helfmann vor. Außerdem habe man für die Felder, die nun Gewerbegebiet sind, rund eine Million Euro ausgegeben, die ebenfalls in die Rechnung einzubeziehen sind. „Alles in allem sind wir von einem Plus noch ein paar Grundstücksverkäufe entfernt“,sagt der Bürgermeister. „Aber wir haben ja noch 80 000 Quadratmeter.“

Die Planer waren davon ausgegangen, im besten Fall nach zehn Jahren alle Areale verkauft zu haben – im schlechtesten Fall kalkulierten sie zum selben Zeitpunkt mit einer Quote von 40 Prozent veräußerter Flächen. „Diese 40 Prozent haben wir schon nach zwei Jahren erreicht, deswegen können wir jetzt ein bisschen wählerischer sein und stehen beim Verkaufen nicht unter Druck“, führt Carsten Helfmann aus. Die größten Brocken haben das Lkw-Unternehmen der Familie Hauser und das Märktezentrum in der Nordwestecke erstanden – jüngster Zugang ist eine Firma aus Dieburg, die Feuerlöschfahrzeuge instand setzt.

Mit „wählerischer“ meint er, dass nicht nur der Verkauf der Fläche an sich zählt, sondern auch das, was im Eppertshäuser Westen entsteht: „Wir können jetzt mehr nach dem Verhältnis aus Flächenverbrauch und geschaffenen Arbeitsplätzen schauen“, sagt der Rathauschef. Auch die Branche müsse ins bestehene Gewerbe-Ensemble passen.

Interessenten gebe es immer wieder – Anfragen für Flächen zwischen 750 und 30 000 Quadratmetern von Firmen aus dem Umkreis landeten regelmäßig auf seinem Schreibtisch. „Da sehe ich von Krise keine Spur. Manchmal habe ich den Eindruck, sie wird auch ein bisschen groß geredet“ merkt der Rathauschef an. Vor allem größere Investoren hielten sich zurück – auch deswegen, weil die Banken auf einen größeren Anteil von Eigenkapital bei Investitionen achten. „Bei 20 oder 30 Prozent verzichtet da so mancher auf die Investition“,sagt Helfmann.

Ebenfalls viel Geld wird der Kauf des Areals kosten, auf dem derzeit die Strabag-Tochter Roba Asphalt mischt und die benachbarte Firma Fehr, die Müll sortiert. „An dem Plan, das Gelände zu kaufen, hat sich nichts geändert“,stellt der Rathauschef klar. Denn billig ist das Vorhaben nicht: 2,6 Millionen Euro soll das Grundstück kosten, freilich würde die Gemeinde durch den Verkauf am Ende wieder Geld einnehmen. „Die beiden Firmen haben schon Alternativstandorte für ihre Betriebe gefunden, es geht nur noch um den Zeitpunkt“, erläutert Helfmann – spätestens 2013 ist Schluss.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare