Einbruchserie bei Kleingärtnern

+
Lutz Beck hatte an seinem Gartentor zwar eine Eisenkette, doch die hätte man einfach hochheben können. Dennoch schnitten die Einbrecher sie entzwei.

Eppertshausen ‐ Mit einer Kleingartenanlage wird vieles assoziiert, von Vogelgezwitscher, Ruhe und einer friedlichen Idylle bis hin zu Grillgeruch und sommerlichen Festen. Aber eines verbindet man nicht mit den Blumen- und Gemüserabatten: Kriminalität. Von Jasmin Frank

Doch dass selbst in einer kleinen Gemeinde wie Eppertshausen Einbrüche immer wieder vorkommen, ist aus den Wohngebieten durchaus bekannt. Was aber suchen professionelle Einbrecher und Diebe in einer Gartenanlage?

„Ganz klar, unsere Großgeräte, besonders die Notstromaggregate und Wasserpumpen“, ist sich der Vereinsvorsitzende Lutz Beck sicher. Er war jetzt mit der Polizei in der Anlage unterwegs gewesen, um die mannigfaltigen Schäden aus jüngster Zeit aufzunehmen. „In über zehn Lauben wurde eingebrochen und es waren vor allem die großen Teile, die für die Einbrecher von Interesse waren. Selbst Rasenmäher haben sie mitgenommen“, weiß Beck. Auch ihm selbst sowie seinem direkten Gartennachbarn Frank Pretscherno haben sie die nützlichen Pumpen und Aggregate gestohlen.

„Mein Mäher ist allerdings noch hier, er stand etwas versteckt hinter der Hütte“, freut sich Beck und auch Pretschernos Söhnchen Leon kann trotz des Schreckens lachen und strahlt: „Mein großer neuer Spaten und meine bunte Lieblingsschubkarre sind noch da.“

Versicherung bezahlt nicht alles

Die Kinder fanden das ganze Geschehen ohnehin sehr spannend und haben in den letzten Tagen ausgiebig nach eventuellen Spuren der Einbrecher gesucht. Für die beiden Freizeitgärtner Beck und Pretscherno ist der Schaden nur halb so wild, weil sie versichert waren. „Ärgerlich ist es natürlich trotzdem, weil wir jetzt jede Menge Schreibkram zu erledigen haben. Jeder muss einzeln angeben, was genau wann und wie weggekommen ist, erst dann haben wir eine Gesamtübersicht, die wir abstempeln und an die Versicherung weiterleiten können“, so Beck. Zudem werde nur das ersetzt, was nach Meinung der Versicherung in eine Gartenlaube gehöre. „Ein Werkzeugkasten scheint erstaunlicherweise nicht dazu zu gehören, weiß Pretscherno, und weiter: „In einer Gartenhütte stand auch ein Fernseher, der ist auch weg und wird nicht ersetzt.“

Zudem wurden auch Solarlampen und sogar Gartenzwerge und ein Getränkekasten mit Leergut entwendet. Neben dem Verlust der Gerätschaften sind auch zahlreiche Türen zu Bruch gegangen, denn die Diebe haben sich überaus resolut Zutritt verschafft.

„Viel Zeit scheinen sie jedenfalls nicht gehabt zu haben, denn sie haben gar nicht hingeschaut, was sie da so machen. An meinem Gartentor hing zwar eine dicke Eisenkette, aber die hatte ich einfach nur über den Türpfosten gelegt, so dass sie lediglich hätte hochgehoben werden müssen, um in unseren Garten zu gelangen. Aber die Einbrecher haben sie trotzdem durchgeschnitten“, wundert sich Beck. Er geht davon aus, dass man eine Kleingartenanlage nie völlig einbruchsicher abriegeln kann, selbst Vorhängeschlösser sind mit dem richtigen Werkzeug leicht zu knacken. „Am besten ist es, einfach alles, was wertvoll ist, mit nach Hause zu nehmen, gerade jetzt im Winter, wo selten jemand hier ist“, rät der Vereinsvorsitzende. Da aber bei den meisten Gärtnern ohnehin nichts mehr zu holen ist, bis die Versicherung zahlt, können sie getrost ihre Lauben offen lassen, denn wo nichts ist, kann auch nichts geklaut werden.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare