Ekelhaftester Fund: Campingtoilette

+
Zwischen Abitur und Fluglotsenausbildung beseitigt Zivildienstleistender Thomas Geist in Eppertshausen Müll.

Eppertshausen ‐ Oft fällt es gar nicht auf, aber die Bürgersteige sind sauber, die Mülleimer stets geleert und das Laub vor der Mehrzweckhalle ist weg. Dafür ist ein junger Mann verantwortlich, der im Juli seinen Dienst angetreten hat: Thomas Geist ist der neue Umweltzivi. Von Jasmin Frank

Mir macht es nichts aus, bei Wind und Wetter unterwegs zu sein. So bleibe ich gesund und sportlich fit. Außerdem hat die Kälte ihre Vorteile: Da stinkt der Müll nicht so wie im Hochsommer“, erklärt der 19-Jährige. So ist er täglich mit dem gemeindeeigenen Fahrrad samt Anhänger unterwegs, auf dem er alles mitführt, was er für seinen Job so braucht: Zange, Eimer, Handschuhe, Mülltüten und Besen. Das Müllmann-Image stört ihn dabei keineswegs und auch bei seinen Kumpels kommt kein Spott auf. Die beneiden ihn höchsten wegen der angenehmen Arbeitszeiten und dem guten Arbeitsklima in der Gemeindeverwaltung, erzählt der Abiturient: „Ich bin froh, dass ich meinen Zivildienst hier ableisten kann, so habe ich jedes Wochenende frei und genug Freizeit.“

Fitnessstudio und Handball

Die nutzt er für seine Hobbys, so geht er häufig ins Fitnessstudio oder spielt Handball. Auch sein Abteilungsleiter, Herbert Müller, ist mit Thomas Geist zufrieden: „Er macht seinen Job wirklich gut. Wir haben ja schon seit etlichen Jahren wechselnde Zivildienstleistende für diese Aufgaben. Für viele ist es eine echte Herausforderung, nach der Schulzeit gleich einen richtigen Arbeitstag von gut acht Stunden zu absolvieren. Für Thomas war das aber kein Problem.

Da muss Thomas Geist ein bisschen schmunzeln, denn nach dem Abiturstress befindet er seine jetzige Aufgabe als nicht allzu schwierig und schließlich will der Eppertshäuser noch hoch hinaus: „Nach dem Zivildienst fange ich gleich eine Ausbildung zum Fluglotsen an, das wird bestimmt wesentlich anstrengender, vor allem muss ich da immer voll konzentriert sein“, berichtet er von seinen Zielen. Doch zunächst heißt es, sich den nahe liegenden Problemen zuzuwenden, die sich unter anderem in Form von Hundekot auf den Gehwegen präsentieren. Seitdem es die Hundemülltüten gibt, finden sich jedoch wesentlich weniger Hinterlassenschaften als früher, weiß Herbert Müller und Thomas Geist berichtet, dass er auch schon mal den einen oder anderen Vierbeiner auf frischer Tat ertappt hat. „Wenn ich das sehe, spreche ich die Hundehalter schon mal direkt an. Manche sind sehr zugänglich, andere sind unbelehrbar. Sie meinen, dass mit Entrichtung der Hundesteuer die Abfallbeseitigung bezahlt sei.

Im Herbst und Winter weniger Müll

Doch nicht nur die Vierbeiner, auch die Zweibeiner produzieren Müll, wobei sich die beiden Fachmänner einig sind, dass es dabei saisonale Unterschiede gibt. Während im Sommer die Eppertshäuser Plätze gut besucht sind und entsprechend viele Getränke- und Essensverpackungen herumliegen, werden die Abfälle im Herbst und Winter deutlich weniger. Aber Thomas Geist sammelt nicht nur im Ort selbst, sondern radelt auch die Hauptwaldwege ab, säubert das Gebiet am Steinbruchsee und andere Plätze in Wald und Feld. „Dort habe ich auch meinen ekelhaftesten Fund gemacht: Eine Campingtoilette. Nachdem ich die entsorgt hatte, war mir der Appetit auf mein Mittagessen vergangen.“ Dennoch ist er mit seinem Job zufrieden und rät jedem angehenden Zivi, sich bei der Eppertshäuser Gemeinde zu bewerben.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare