Elfengleiche Auftritte

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Die Eppertshäuser Truppe des TAV, die sich nach dem beliebten Kartenspiel „Dumm Sau“ benennt, kam auf Platz vier.

Eppertshausen ‐ Schon um halb acht abends herrscht in der Eppertshäuser Mehrzweckhalle eine Bombenstimmung, gilt es doch, die Karnevalseröffnung gebührend zu feiern. „Es ist organisatorisches Geschick gefragt, eine solche Show gut über die Bühne zu bringen“, erzählt Katja Helfmann vom FVCA, deren Mann Jörg an diesem Abend moderiert. Von Jasmin Frank

Wir haben schon im Juni über 50 Tanzgruppen angeschrieben, davon sind neun heute Abend hierher gekommen. Unser vereinseigenes Männerballett tanzt nicht mit, denn wir sind ja die Ausrichter“, erläutert Helfmann den Höhepunkt des Eppertshäuser Faschingsstarts, das alljährliche Männerballett-Turnier.

Kriterien von Ausführung bis Choreographie

Von einer unabhängigen Jury, die sich aus neun von den Teilnehmern gestellten Personen zusammensetzt, werden Choreographie, Komik und Ausführung bewertet. Mit am Start ist bereits zum dritten Mal die Tanzgruppe „Dibbehäuser Hofballett“ vom KSV Urberach, die sich ihren Namen nach der Töpfereitradition gegeben hat. „Unser Ballett gibt es schon seit 35 Jahren und wir haben hier auch schon einmal den 2. Platz errungen“, erzählt Thomas Kühn und fügt hinzu: „Das Tanzen macht einfach Spaß, aber wir machen es natürlich auch der Frauen wegen, die uns dann ausgiebig bewundern.

Die „Pitschedabbeler“ aus Marköbel mit einer sehr leicht bekleideten „Dame“.

Dass die Einschätzung durchaus zutrifft, bestätigt Heike Schröder, die sich als echte Fastnachterin ein solches Ereignis natürlich nicht entgehen lässt. „Ich bin heute hier, um mit meiner Freundin Spaß zu haben, aber natürlich auch, um nach den strammen Waden der Männer zu schauen“, lacht sie und erzählt, dass ihr Mann aber weiß, wo sie sich an diesem Abend aufhält und er nichts dagegen hat. Das scheint aber nicht bei allen der anwesenden Damen so zu sein, denn überdurchschnittlich viele der sonst sehr redseligen Grazien wollen an diesem Abend ungenannt bleiben.

Platz zwei für „Horrortruppe“

Doch Spaß gibt es hier für alle, die Menge tobt, als die aus Marköbel angereisten „Pitschedabbeler“ ein Reeperbahnstück mit einer leicht bekleideten Dame zum Besten geben, die natürlich ein Mann ist. Im Anschluss wird es richtig gruselig mit den „Schlüsselrapplern“ aus Nidderau, die sich ein Stelldichein aus Skeletten, Vampiren und Monstern geben. Für diese Tanzattraktion errang die Horrortruppe auch Rang zwei hinter der Frankfurter Karnevalsgesellschaft Kameruner mit „Begnadeten Körpern“.

Für die Eppertshäuser Truppe des TAV, die sich nach dem beliebten Kartenspiel „Dumm Sau“ benennt, reichte es nur für den Sammelplatz Numero vier. Dabei lag das Hauptaugenmerk des närrischen Publikums auf Matthias Gruber, der sich in einem knappen Damenbadeanzug präsentierte und von den anderen Herren im geringelten Herrenbadedress aus den 20er Jahren begleitet wurde. Die Show selbst war ausgesprochen komisch, hatten die Sportler doch ein Schwimmbassin nachgebaut, aus dem dann immer wieder die Tänzer, oder aber auch nur ihre Körperteile aufragten.

Mehr gibt‘s bei weiteren Veranstaltungen im Ort

Besonders die elfengleiche Fußchoreographie kam beim Publikum sehr gut an. „Wir trainieren ja auch jede Woche für unsere Auftritte und verraten vorher nie, was wir dieses Mal aushecken“, verrät Manfred Murmann die äußerst disziplinierte Vorbereitung des Teams und betont: „Wir sind ein Männerballett und kein Männerballett in Frauenkleidung, das soll heißen, wir tanzen wie echte Männer!“ Wer mehr von den Karnevalisten sehen will, darf sich die weiteren Eppertshäuser Fastnachtsveranstaltungen nicht entgehen lassen.

Quelle: op-online.de

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