Schulstart und Corona-Krise

Absage kommt auf den letzten Drücker - Alles war penibel für den Neustart der Viertklässler vorbereitet

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Die Viertklässler könnten kommen, alles ist in der Stephan-Gruber-Schule penibel für sie abgesteckt und vorbereitet worden, doch nun müssen stellvertretende Schulleiterin Christiane Lachheb und ihr Team weiter aufs Unterrichten warten.

Die Nachricht schlug gestern Mittag in Schul-, Lehrer- und Viertklasselternkreisen ein wie eine Bombe: Die Schulpflicht für Viertklässler in Hessen wird in der Corona-Pandemie vorläufig außer Kraft gesetzt.

Eppertshausen – Das hatte unerwartet der Verwaltungsgerichtshof in Kassel entschieden. Und dies bedeutet: Die Grundschulen bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Dabei hatten sich überall die Betroffenen so auf den zaghaften Neustart gefreut und vor allem auch mühsam darauf vorbereitet.

„Die Nachricht kam schon sehr überraschend und wie so oft kurz vor knapp, denn um 12 Uhr an einem Freitag sind auch in normalen Zeiten schon einige Lehrer nicht mehr in der Schule“, sagte die Leiterin der Mira-Lobe-Schule in Eppertshausen, Jutta Meier, gestern um 13 Uhr im für Viertklässler in Corona-Zeiten penibel in den vergangenen Tagen hergerichteten Klassenraum. Mit dem Zollstock habe man die Abstände in der Schule für Sprachförderung des Landkreises Darmstadt-Dieburg pro Platz in alle Richtungen zum nächsten Schüler ausgemessen und Markierungen für Tisch und Stühle auf dem Boden angebracht, denn Schüler in diesem Alter verrückten das Mobiliar schon mal in ihrer Ungestümtheit.

Der Schulstart kommt doch nicht wie angekündigt. 

Auch Christiane Lachheb, stellvertretende Schulleiterin der benachbarten Stephan-Gruber-Grundschule, wurde mit ihrem Team bass überrascht von der Nachricht. „Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll bei diesem ganzen Durcheinander,“ sagt sie. „Alls ist vorbereitet, Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel stehen parat. Vor den Waschbecken sind Abstandsmarkierungen, der Stundenplan und sie Sonderpausenzeiten für die Kleingruppen wurden neu geschrieben, und nun dies...“

Das stimmt wohl: An beiden Schulen im Niederfeld wurde in den vergangenen Tagen wahrlich geackert, unbemerkt von der Öffentlichkeit, aber effizient. Die Hausmeister sperrten mit Trassierband die Spielgeräte auf den Schulhöfen, überall weisen Plakate an Fenstern und Türen kindgerecht auf die Corona-Verhaltensregeln hin, Putzgeschwader sorgten für blitzeblanke Hygiene bis in die letzten Winkel, und dann sollte alles für die Katz sein?

„Nein. Wenn die Kinder die eine Woche später kommen, ist eben alles schon hergerichtet“, sagt Meier. Sie weiß aber wie Kollegin Lachheb: „Wer weiß, was in diesen Corona-Zeiten bis dahin noch alles an Neuregelungen auf die Schulen und Eltern zukommen wird.“ 

Von Thomas Meir

Quelle: op-online.de

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