„Großes“ Talent

Hoch hinaus: Entscheidendes Jahr für Basketball-Talent aus Eppertshausen 

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Basketball-Talent aus Eppertshausen: Paul Zaschel spielt auch nächste Saison wieder in der Jugend-Bundesliga. 

Der Eppertshäuser Bundesliga-Basketballer Paul Zaschel misst mit 14 Jahren 1,90 Meter und trägt Schuhgröße 48. Er hat bereits zwei Stipendien, aber die nächste Saison wird für ihn entscheidend.

Eppertshausen – Als Paul Zaschel vor wenigen Monaten zum zweiten Mal ein Stipendium der Jubiläumsstiftung der Sparkasse Dieburg erhielt, wusste er gleich, wofür er die 2 000 Euro ausgeben würde: „Für Fahrtkosten und Schuhe.“ Erstere entstehen dem Basketball-Talent aus Eppertshausen an seinen sechs Trainings- und Spieltagen pro Woche. Neue Sportschuhe braucht der 14-Jährige mit seinen 1,90 Meter und Schuhgröße 48 ständig. Nur die Corona-Krise bremst derzeit den Verschleiß.

Denn das Virus hat auch die Basketball-Saison zum Abbruch gezwungen, zumindest unterhalb der Männer-Bundesliga ist er schon besiegelt. Paul Zaschel spielt im Nachwuchs-Bereich der U16, wo er zum jüngeren Jahrgang gehört, für gleich zwei Vereine: für den TV Langen in der Oberliga und für das in Weiterstadt beheimatete Team Südhessen in der U16-Bundesliga. In der JBBL ist mit dem Abbruch der Klassenerhalt der Weiterstädter fix. Sportlich konnte der Eppertshäuser bis dato weniger beitragen als geplant: „Das letzte Jahr war schwierig, da hatte ich einen Bänderriss.“

Dennoch stufte ihn die Sparkassen-Stiftung im vergangenen Herbst zum zweiten Mal als förderwürdiges Talent mit vielversprechender sportlicher Perspektive ein. Von der zeugt auch, dass der 14-Jährige noch dem jüngeren U16-Jahrgang angehört und dennoch eine wichtige Rolle einzunehmen vermag. Konkret spielt er die auf dem Flügel, im Basketball-Jargon als „Small Forward“. Wobei das „small“ („klein“) nicht mit Blick auf die körperlichen Voraussetzungen zu verstehen ist.

Mit einer Wachstumsprognose von letztlich wohl 1,95 Meter kommt der Gymnasialschüler, der auf die Münsterer Aue-Schule geht, dem Korb demnächst noch ein paar Zentimeter näher. Hilfreich in seinem Sport, trotzdem nur ein Mosaikstein. Wichtiger: Training, Training, Training, in Pauls Fall in sechs Einheiten pro Woche. Die verteilen sich auf vier Trainingstage, hinzu kommen die Spiele. „Montags trainiere ich nicht“, betont er. „Mir war es wichtig, einen Tag pro Woche für meine Freunde frei zu haben.“

Die Doppelbelastung, die gerade nur mal wegen dem Corona-Ausbruch pausiert, meistere er bisher gut, sagt der mehrfache Auswahlspieler des hessischen Verbands, „auch wenn es an manchen Tagen ein bisschen stressig ist“. In der Familie darf sich Paul der Unterstützung sicher sein; sein Vater Roland Zaschel hat ebenfalls einen Basketball-Hintergrund und meldete ihn 2011 bei seinem ersten Verein an – dem TSV Utting nahe München, wo die Eppertshäuser Familie zwischenzeitlich für zwei Jahre lebte. Pauls Mutter Christine übernimmt bereitwillig viele Fahrdienste.

Bislang zahlen sich die Anstrengungen des Talents aus. Seit 2013 spielt Paul für den Langener Turnverein und gehört dort seit drei Jahren dem Teilzeit-Internat an. Im April 2019 schaffte er die Aufnahme ins JBLL-Team Südhessen. Auch in der nächsten Saison - wann immer die in pandemischen Zeiten beginnen wird - steht die Jugend-Bundesliga auf dem Programm.

„Das wird ein entscheidendes Jahr“, blickt Zaschel voraus. Je älter er werde, desto klarer werde sich abzeichnen, wohin die Reise im ambitionierten Basketball für ihn gehen könnte. An seinen Stärken arbeitet er dafür weiter, an seinen Schwächen umso mehr: „Ich habe meiner Meinung nach eine gute Spielintelligenz, sehe gut die freien Mitspieler“, lautet seine Selbsteinschätzung. Auch einen „guten Wurf“ besitze er. Makel sei bis kürzlich seine Defensivarbeit gewesen: „Das war vor einem halben Jahr noch mein Schwachpunkt. Jetzt bin ich da aber ganz solide.“

Von Jens Dörr

Quelle: op-online.de

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