Vereinskopf fehlt noch

Chef gesucht: FV Eppertshausen in großer Sorge

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Beim Mitternachtsturnier kickte auch die ein oder andere Frau mit. Das Foto zeigt eine Szene aus dem Spiel des FVCA (rot) gegen den TAV Eppertshausen (weiß). 

Der FV Eppertshausen ist mit fünf Fußball-Turnieren ins Jubiläumsjahr gestartet. Doch wer führt den Verein ab April?

Eppertshausen – Alles im Fluss – so kann man die derzeitige Jugendarbeit des FV Eppertshausen bei den tragenden Säulen Fußball und Fastnacht guten Gewissens zusammenfassen. Das kickende Personal erfreut sich guten Zulaufs und von Freitag bis Sonntag startete der FVE mit fünf Hallenturnieren im Sportzentrum (siehe Infokasten) in seinen 100. Geburtstag. Während die Abteilungen auch personell gut aufgestellt sind, drückt den Gesamtverein vor der Mitgliederversammlung am 3. April allerdings eine große Sorge.

„Die Abteilungen funktionieren hervorragend“, sagt Fußball-Jugendleiterin Stephanie Groh. „Nur der Kopf fehlt.“ Was im Ausblick meint: „Zwei von vier Personen in unserem geschäftsführenden Vorstand hören bei der Versammlung auf.“ Der fünfte Platz im Vorstand ist seit dem Rücktritt von Marion König bereits unbesetzt. Können die beiden sicher frei werdenden Positionen bei den anstehenden Wahlen nicht neu besetzt werden, wäre der Verein inmitten seines Jubiläumsjahrs in seiner Handlungsfähigkeit eingeschränkt. Zumal laut Groh auch die zwei anderen Vorstandsmitglieder noch schwanken, ob sie erneut für ihre Ämter kandidieren.

Dabei darf der Vorstand des FVE einen gut aufgestellten Verein führen, in dem die Abteilungen – neben Fußball und Fastnacht auch die Gymnastik – große Eigeninitiative zeigen. Dennoch braucht es weiter ein funktionierendes Dach.

Unter dem setzt aktuell nicht nur die erste Fußball-Mannschaft, die nach langer Zeit in der A-Liga der Kreisoberliga entgegen stürmt, Akzente. Auch der vor einigen Jahren begonnene Aufschwung im Eppertshäuser Nachwuchs-Fußball setzt sich fort. Insgesamt 180 Jugendliche kicken beim FVE, tun dies in einer C-Jugend-Mannschaft, drei D-Jugend-Teams, zwei E-Jugenden, einer F-Jugend und zwei G-Jugenden. Neun Teams also, nur die B- und A-Junioren kann der Verein derzeit nicht besetzen. „Wir haben auch aus dem Umland Zulauf, besonders aus Urberach“, sagt Groh. Das habe bereits vor der Umwandlung des Hartplatzes im Sportzentrum in einen Kunstrasen eingesetzt. Auch aus Hergershausen und Messel kämen Anfragen. Letztere seien dann auch schon erste Effekte der Verbesserung durch das künstliche Grün.

Das machte derweil Schlagzeilen, weil die ausführende Firma die vom Hessischen Fußball-Verband vorgegebenen Maße für die Spielfelder von G-, F-, E- und D-Junioren missachtete und dies auch dem Verein erst später auffiel. Interveniert die Gastmannschaft, müssen die Eppertshäuser in ihren Heimspielen nun die eingearbeiteten Linien gerade der Kleinspielfelder mit aufgestellten Hütchen korrigieren. Auf Höhepunkte wie Pokalendspiele, die der Verband ob der zu üppig bemessenen Spielfeld-Längen und Breiten in Eppertshausen nicht ansetzen wird, muss der FVE verzichten.

Allerdings verzichte er auch darauf, die Linien korrigieren zu lassen, so Groh: Dies würde nicht nur 20 000 Euro kosten, sondern hätte nach dem Ausschneiden und Wiedereinsetzen der entsprechenden Rasenstellen auch einen schlechter bespielbaren Untergrund zur Folge. Ergo schluckt der FVE die zu großen Spielfelder, die letztlich doch als Art Luxusproblem zu werten sind. Laut Groh ließen sich die meisten Gästeteams bislang auf die zu großen Maße ein, sodass die eingearbeiteten Linien und keine Hütchen die Außenlinien und den Strafraum markierten. Zur Wahrheit gehört aber auch ein Einzelfall, bei dem der Gast nachher Beschwerde, ob des Spielfelds einlegte.

VON JENS DÖRR

Quelle: op-online.de

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