Ausgeglichener Haushaltsentwurf

Etat mit Überschuss statt Schulden

Eppertshausen - Keine Steuer- oder Gebührenerhöhung, keine Kassenkredite, keine genehmigungspflichtigen Investitionskredite – das sind die Kernaussagen zum von Bürgermeister Carsten Helfmann am Montagabend eingebrachten Etatentwurf für 2018. Von Thomas Meier

Er ist ausgeglichen und weist einen Überschuss von 208.000 Euro auf. „Trotz niedrigster Steuersätze im Landkreis erwirtschaftet Eppertshausen einen Überschuss von 208.000 Euro und wird rund 3,3 Millionen Euro in die Infrastruktur investieren“, verkündete Verwaltungschef Helfmann in der jüngsten Gemeindevertretersitzung. Den Erträgen von 12,07 Millionen Euro stehen Aufwendungen von 12,77 Millionen gegenüber, was einen Saldo von 695.000 Euro macht, aber unter Einberechnung des außerordentlichen Ergebnisses von 903.100 Euro, also dem Griff in die Rücklagen, ist der Haushaltsentwurf nicht nur ausgeglichen, sondern ergibt ein Plus von 208.000 Euro.

Auch wenn der Bürgermeister ein positives Zahlenwerk vorlegt, trübt die gemeindliche Ausgabe für die Kreis- und Schulumlage das Ergebnis: Beide stiegen zusammen um 388.000 Euro gegenüber dem Vorjahr. Zwar wurde der Hebesatz der Kreisumlage für 2018 etwas gesenkt, dafür aber der für die Schulumlage leicht erhöht.

Laut Helfmann zeigt der Etatentwurf zwar einen Fehlbedarf von knapp 690.000 Euro auf, doch gelte er als ausgeglichen: „Durch die Auflösung des Projektkontos Park  45 können dem Haushalt Mittel in Höhe von 900.000 Euro zugeführt werden.“

Den Überschuss im Ergebnis nehme er gern in Kauf, sagte Helfmann, da zahlreiche Sanierungsmaßnahmen im Haushalt veranschlagt sind und bezahlt werden können, „ohne die Liquidität der Gemeinde zu gefährden“. Steuererhöhungen sind im Haushalt 2018 nicht vorgesehen.

Nach den vorläufigen Berechnungen verfügt Eppertshausen zum 31. Dezember dieses Jahres über eine Rücklage von 2,4 Millionen Euro aus dem ordentlichen und sieben Millionen aus dem außerordentlichen Ergebnis: „Ein Haushaltskonsilidierungskonzept ist daher für den Etat 2018 nicht notwendig“, stellt Helfmann klar, dass der Gemeinde keine Kommunalaufsicht hereinreden wird können. Und auch für die mittelfristige Finanzplanung ab 2019 habe die Kommune wieder einen ausgeglichenen Etat: „Somit ist der Haushalt 2018 genehmigungsfrei.“

Für rund 3,3 Millionen Euro stehen im kommenden Jahr Investitionen im Planwerk. Die teuerste Ausgabe ist dabei der bereits sehr real konzipierte „bezahlbare Wohnungsbau“ an der Mozartstraße (wir berichteten mehrfach). Mit 1,2 Millionen Euro verschlingt er mehr als ein Drittel der Kosten aller vorgesehenen Investitionen.

Auch die Vereine lässt sich die Kommune wieder etwas kosten, hier profitiert der Fußballverein Eppertshausen mit Abstand am deutlichsten, sagte doch die Gemeinde einen Zuschuss für den lange gewünschten Kunstrasenplatz von 355.000 Euro zu.

Der Ankauf von Grundstücken zur urbanen Weiterentwicklung wird im Entwurf mit 250.000 Euro ausgewiesen, 200.000 Euro sind für die Erweiterung des Waldfriedhofes vorgesehen. Fast soviel, 190.000 Euro, muss für die Schlussrechnung des Kanalaustausches in der Schulstraße nochmals in 2018 hingeblättert werden. Ein auch monetär sich nachhaltig niederschlagendes Projekt, das die Gemeinde letztlich viel mehr kostete, als vor Jahren einmal in einem Etatentwurf prognostiziert.

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Die Feuerwehr bekommt für ihren neuen Gerätewagen 126.000 Euro. Jeweils 106 000 Euro werden für die Umgestaltung der Ortseinfahrten in der Ober-Rodener und der Urberacher Straße eingeplant, die lange ins Auge gefasste Umgestaltung der Hauptstraße 67 mit Abriss nebst Bau von Parkplätzen soll 100.000 Euro kosten.

93.000 Euro wird für Straßenbeleuchtung notiert, die Beschallungsanlage für die Bürgerhalle schlägt mit 60.000 Euro zu Buche. Ganze 65.000 Euro sollen nötige Umbauten in der Kita St. Sebastian kosten. Weitere Projekte im fünfstelligen Bereich betreffen barrierefreie Bushaltestellen, die Ausstattung der Kita Sonnenschein, die Erneuerung Schulstraße (Schlussrechnung) sowie eine neue Telefonanlage für das Rathaus.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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