Fußballturnier an Mira-Lobe-Schule

Vuvuzelas erklingen wieder

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In der Eppertshäuser Mira-Lobe-Schule konzentrierte man sich nun nicht auf den letzten Schultag vor den Ferien, sondern auf den letzten Schultag vor dem WM-Endspiel: Um der derzeitigen Euphorie gerecht zu werden, gab es ein großes Fußballturnier.

Eppertshausen - Begeisterung für deutsches WM-Team weckt den Wunsch nach einem Turnier an der Eppertshäuser Mira-Lobe-Schule. Von Michael Just

Auf ihrem Weg von der Mira-Lobe-Schule zum „Roten Sportplatz“ neben der Bürgerhalle fallen am Freitagmorgen zahlreiche Schulkinder auf: Viele haben auf ihren Wangen die deutsche Fahne aufgemalt, sie singen „olé, olé“ oder bringen auf selbst gebaselten Vuvuzelas trompetenartige Töne hervor.

„Das ist doch schon weltmeisterlich“, freute sich Schulleiterin Jutta Meier ob dieser Begeisterung. Die kam bei den Jungen und Mädchen nicht von ungefähr: Ab der zweiten Stunde wich der Unterricht einem Fußballturnier. Die Euphorie im Land, die die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mit dem Finaleinzug erreichte, schlug sich damit auch an der Sprachheilschule nieder. Der Einwurf zum Fußballturnier kam von Schülerseite, genauer gesagt von dem neunjähigen Muhittin. „In der Lehrerkonferenz fanden alle Kollegen die Idee so toll, dass wir sie kurzfristig umgesetzt haben“, berichtet die Schulleiterin.

Für das Turnier machte sich das Orga-Team reichlich Mühe, denn auf dem Sportfeld wurde alles andere als nur ein bisschen gebolzt. Wie im Fernsehen hatte man Experten eingeladen, darunter den Jugendleiter des FV Eppertshausen, Ralph Schuster, der als Schiedsrichter fungierte und Materialien zur Verfügung stellte. Für die Moderation und Stimmung am Mikrofon war Detlef Pröwe, der Jugendpfleger der Gemeinde, verantwortlich. Mit Musikeinspielungen fand sogar ein richtiger Einlauf statt, so dass für viele Schüler hier schon das erste Erlebnis anstand. Zum WM-Song „We are one“ wärmte man sich zu Beginn tänzerisch auf, danach folgte ein „Trainingslager“: Über eine Stunde wurde an elf verschiedenen Stationen mit viel Spaß unter anderem Passen, Dribbeln, Elfmeter oder Hochschuss geübt. Auch Kopfball war dabei, der zum Schutz für die Mädchen und Nichtfußballer mit Schaumbällen praktiziert wurde.

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Insgesamt gab es vier Mannschaften, deren Zusammensetzung vorher ausgelost wurde. Damit war ein gemischter Altersschnitt gewährleistet. Von den über 100 Mira-Lobe-Schülern kickte rund die Hälfte mit, der Rest übernahm die Unterstützung vom Spielfeldrand aus, was kein Problem darstellte, da durch das Trainingslager zuvor ja alle Schüler schon eine Art „Sporttag“ absolviert hatten. Im Finale traten die beiden Siegerteams der Vorrunde als Höhepunkt gegeneinander an.

Hier blieb auch das eine oder andere etwas längere Gesicht nicht aus, denn wie im Sport üblich, können nicht alle gewinnen. Diese wichtige Erfahrung gehörte - trotz der Euphorie um Müller, Klose und Schweinsteiger - ebenfalls zum Fußballturnier. „Wir haben unser Vorrundenspiel leider 0:3 verloren“, erzählte Cukur (7). Auch Marwin (6) hatte es mit seinem Team nicht ins Endspiel geschafft. „Die anderen waren zu gut. Dafür gewinnt Deutschland am Sonntag gegen Argentinien 1:0“, sagte er zuversichtlich voraus. Beim Gedanken an den bevorstehenden Knaller heiterte sich seine Stimmung im Handumdrehen wieder auf. Alle teilnehmenden Mannschaften erhielten einen Pokal, dazu nahmen viele Schüler das WM-Sonderprogramm an der MLS als bleibende Erinnerung mit nach Hause. Dafür sorgte neben dem Turnier auch der Unterricht, der vom Geschehen in Brasilien beeinflusst war.

„Wir haben aus Büchern über Fußball gelesen, Rechenaufgaben übertragen, die Regeln studiert und auch über Fairplay gesprochen“, erzählt Lehrerin Ulla Voltz, die in der Vorklasse unterrichtet.

Und nicht zu vegessen: Auch Vuvuzelas wurden gebastelt. Aus Gartenschläuchen und Trichtern zeigten sich die Instrumente als funktionell, die erzeugten Töne in der Gesamtlautstärke aber eher als verhalten. Was einige Schüler als zu leise einstuften, dürfte in den entsprechenden Elternhäusern ganz anders bewertet werden.

Quelle: op-online.de

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