Eppertshausens SPD gibt sich beim Empfang optimistisch

Geht Helfmann, kandidiert auch ein Genosse

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40 Jahre in der SPD ist Hans-Joachim Larem (Mitte). Beim Neujahrsempfang wurde der Fraktionsvorsitzende der Eppertshäuser Sozialdemokraten dafür von Manfred Hechler als Vertreter des Ortsvereins und Landtagsabgeordnete Heike Hofmann geehrt. 

Eppertshausen - Mit ihrem Neujahrsempfang ist die SPD Eppertshausen in 2017 angekommen. Bei Sekt, einem kleinen Imbiss und Musik der Gruppe „Never Try“ wurde im Haus der Vereine auf das neue Jahr angestoßen und das vorangegangene resümiert. Das markierte bei der Kommunalwahl einen historischen Tiefpunkt in der Gunst der Wähler und damit auch der Sozialdemokratie in Eppertshausen. Von Michael Just

Der Schock scheint immer noch nicht ganz verdaut, wie der Neujahrsempfang zeigte: Zum einen war die Resonanz – trotz der Einladung an sämtliche Vertreter der Ortsvereine – äußerst gering. Gerademal rund 30 Besucher verliefen sich in dem ohnehin nicht allzu großen Versammlungsraum am Bahnhof. Zum anderen ging Fraktionsvorsitzender Hans-Joachim Larem nochmal auf die sehr emotional geprägte Bürgerversammlung im vergangenen Jahr zur geplanten Einquartierung von bis zu 1 000 Flüchtlingen in Eppertshausen ein, die ganz wesentlich zum schlechten Wahlergebnis der Genossen beigetragen hätte. Wie Larem monierte, sei vor der Versammlung bereits eine Info der Flüchtlingskoordinatoren der hessischen Landesregierung rausgegangen. Die habe besagt, dass man aufgrund aktueller Zugangsprognosen keine weiteren Notunterkünfte brauche. „Die Bürgerversammlung mit ihrem unrühmlichen Verlauf fand dennoch statt, bot sie doch eine willkommene Plattform im Vorfeld der Kommunalwahl“, kritisierte Larem.

In weiteren Punkten nahm er zur aktuellen Eppertshäuser Politik Stellung. Dabei sprach er sich gegen einen Investor für die Seniorenwohnanlage „Im Abteiwald“ aus. Damit würde zwar Geld für die Gemeinde fließen, langfristig würde aber die Chance vergeben, das Grundstück optimal zu gestalten. Zudem könne man laut Larem davon ausgehen, dass die Mieter in punkto Investitionskosten in überhöhtem Maße zur Refinanzierung herangezogen würden.

Mit den interessantesten Einwurf lieferte der Politiker zur möglichen Wahl von Carsten Helfmann zum Bürgermeister von Rödermark. Wie er ankündigte, werde die SPD bei möglichen Neuwahlen in Eppertshausen diesmal nicht ohne Herausforderer dastehen: „Ja, wir haben die Absicht einen Kandidaten für das Amt zu nominieren und stehen mit potenziellen Bewerbern in Kontakt.“ Einen Namen oder nähere Informationen gab er allerdings nicht preis.

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Neben Larem traten zudem Ortsvereinsvorsitzender Manfred Hechler und die Landtagsabgeordnete Heike Hofmann ans Rednerpult. Hechler verband mit einer Wahl Helfmanns in Rödermark nicht nur ein politischen Neuanfang in Eppertshausen, sondern auch die Möglichkeit zu einem Neustart seiner Partei. Heike Hofmann bezog sich in erster Linie auf die Bundes- und Landespolitik. Sie betonte, dass die Sicherheit im Land schon immer ein Anliegen der Sozialdemokratie gewesen sei. Wie sie informierte, habe die SPD in Hessen 1 000 neue Stellen bei der Polizei mitbewirkt. Die große Zahl an Überstunden der Ordnungshüter müssten abgebaut und durch eine angemessene Besoldung ein Motivationsschub erzielt werden.

Beim Neujahrsempfang stand auch eine Ehrung an: Vor 40 Jahren trat Fraktionsvorsitzender Hans-Joachim Larem in die SPD ein. Vom Vorsitzenden des Ortsvereins und Heike Hofmann erhielt er dafür Dank und Anerkennung. Hofmann bezeichnete ihren Parteikollegen als versierten Kenner der Kommunalpolitik, der in sämtlichen Bereichen über profundes Wissen verfüge. Darüber hinaus sei sein Engagement mehr als vorbildlich: So hätte der 59-Jährige im Ort schon viele Ämter, darunter im Vorstand des Ortsvereins, als Beigeordneter oder als Gemeindevertreter inne gehabt. Ein weiterer Einsatz finde sich in der SPD-Fraktion des Kreises sowie auf Unterbezirksebene. Als Ortsgerichtsschöffe trete der Geehrte mit seiner ruhigen Art ebenso positiv in Erscheinung wie als Mandatsträger beim Zweckverband Gruppenwasserwerk, so Hofmann.

Quelle: op-online.de

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