Eppertshausen

Gewerbesteuernachzahlung kommt zur rechten Zeit: Geldsegen hilft durchs Krisenjahr

Erleichterung im Eppertshäuser Rathaus: Die Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde sind in diesem Jahr so hoch wie nie.
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Erleichterung im Eppertshäuser Rathaus: Die Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde sind in diesem Jahr so hoch wie nie.

54 Eppertshäuser Unternehmen haben bis heute bei der Gemeinde Anträge auf Reduzierung oder Aussetzung der Gewerbesteuerzahlungen gestellt. Für die Kommune bedeutet das: Mindereinnahmen von gut 599 000 Euro. Jetzt kam eine unerwartete, millionenschwere Nachzahlung.

Eppertshausen – Mit der Möglichkeit zur Stundung oder Herabsetzung der Steuerzahlungen sollen für die Gewerbetreibenden die Folgen der Corona-Krise abgefedert werden. In den Haushalten der Kommunen stellt die Gewerbesteuer allerdings einen bedeutenden Posten auf der Einnahmenseite dar. Sie müssen nun meist mit erheblichen Einbußen klarkommen. Nicht so in Eppertshausen.

Die Gemeinde hat mitten in der Wirtschaftskrise als Folge der Corona-Pandemie eine Gewerbesteuernachzahlung bekommen. Völlig überraschend und gerade zur rechten Zeit, wie Bürgermeister Carsten Helfmann der Gemeindevertretung mitteilte. „Einige Firmen haben Nachzahlungen aus den Jahren 2018 und 2019 zu leisten. Die Beträge belaufen sich auf fast eine Million Euro.“ Damit erhält die Gemeinde Gewerbesteuer in Höhe von mehr als 3,5 Millionen Euro – so viel wie nie zuvor.

In den Wert seien die Reduzierungen von 599 000 Euro bereits eingerechnet, sagte Carsten Helfmann. Die Mehreinnahmen helfen der Gemeinde nun durch das Krisenjahr, das sich in Eppertshausen vor allem an der Einkommensteuer ablesen lässt. Knapp 4,2 Millionen Euro Einnahmen aus Einkommensteuern waren im aktuellen Haushalt kalkuliert. „Diesen Wert werden wir nicht erreichen“, informierte der Bürgermeister mit Blick auf die Zahlen des ersten Halbjahres.

In den ersten drei Monaten hatte die Gemeinde noch 1,177 Millionen Euro Einkommensteuer-Anteil erhalten. Im zweiten Quartal sank der Anteil bereits auf 893 000 Euro. Daran werde sich in absehbarer Zeit auch wenig ändern, da nach wie vor recht viele Eppertshäuser Kurzarbeitergeld erhielten. Zwei Maßnahmen sollen nun zusätzlich zur Stabilisierung der Gemeindefinanzen beitragen.

Zum einen wird Eppertshausen einige Ausgaben auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Darunter die geplante Erneuerung einiger Gehwege, die im Zuge des Glasfaserausbaus ertüchtigt werden sollten. Auch auf das neue Feuerwehrfahrzeug müssen die ehrenamtlichen Brandschützer noch eine Weile warten, zumal der entsprechende Zuwendungsbescheid noch nicht bei der Gemeinde eingegangen ist.

Aus einem Hilfspaket, das Bund, Land und die Spitzenverbände Landkreistag, Städtetag sowie Städte- und Gemeindebund auflegten, wird Eppertshausen 281 000 Euro erhalten. „Damit sollen etwa 50 Prozent der Gewerbesteuerausfälle kompensiert werden“, erklärte Helfmann abschließend. (zeta)

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