Premiere auf Neujahrsempfang

Günter Maier dokumentiert Leben von Harald Christian Röper

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Viele Stationen aus Pfarrer Röpers Leben beleuchtet der Film, den Günter Maier drehte und zusammenstellte.

Wenn zum Neujahrsempfang der Gemeinde am Sonntag um 11. 30 Uhr in der Bürgerhalle ein ganz Großer als Ehrengast erwartet wird und sich CDU-Bundestagsabgeordneter a. D. Wolfgang Bosbach die Ehre gibt, so dürfte ihm sicher ein anderer einen Gutteil der Schau stehlen: Pfarrer Harald Christian Röper.

Eppertshausen –  Wolfgang Bosbach die Ehre gibt, so dürfte ihm sicher ein anderer einen Gutteil der Schau stehlen: Pfarrer Harald Christian Röper. Dem lokalen Urgestein ist ein neuer Film von Günter Maier gewidmet, von dem zum Empfang einige Szenen zu sehen sein werden.

Filmemacher Maier begleitete den Geistlichen über einen langen Zeitraum, führte zahlreiche Gespräche mit ihm und mit Zeugen seines Werdeganges. Herausgekommen ist eine halbstündige Dokumentation, die überaus aufschlussreich ist. Sie beginnt und endet mit einem Halleluja, gesungen vom Jugendchor St. Sebastian.

„Lebenslinien eines katholischen Pfarrers“ ist der Film überschrieben, dessen Untertitel schon wesentlich deutlicher wird mit dem typischen Röper-Imperativ: „Kümmere dich um deinen Nächsten!“ Hier setzt die Grundintention Maiers an: „Röpers Aussagen machen immer betroffen.“ Dieser Pfarrer hat was zu sagen, und dies soll in jeder Einstellung, jedem Schnitt des Streifens zur Geltung kommen – genau dies transportiert das filmische Dokument.

Der Hobbyfilmer, der seit seiner Heirat 1969 nach Eppertshausen seinem Wohnort stets neue und immer positive Seiten abgewinnt, ist auch ein nicht unkritischer Fan von Röper. Und seine Chronik ist nicht das, was im Neusprech gern unter „Biopic“ firmiert, sondern solide Recherche.

Beleuchtet wird das Leben des Pfarrers, der neun Geschwister, darunter einen Zwillingsbruder, hat und das am 7. Juli 1941 in der Hansestadt Hamburg begann. Der Vater ein Protestant, die Mutter katholisch – auch die Spannungen in der Familie werden thematisiert. Sowohl Röper als auch sein Zwillingsbruder Dr. Friedrich Franz Röper, die beide noch heute darüber debattieren, wer von ihnen wohl als erster das Licht der Welt erblickte, kommen zu Wort. Und viele Fotos und andere Dokumente aus der Zeit und der Jugend Röpers werden zur Illustration eingebunden. Nach dem Tod des Vaters zieht die Mutter mit vier Kindern nach Bingen, hier drehte Maier mit Röper an Originalschauplätzen. Bruder Friedrich Franz, auch er Pfarrer, wohnt noch heute dort. Er interviewt den Geistlichen auf der Fahrt, lässt vielen anderen Zeitzeugen Raum für Betrachtungen und Erinnerungen.

In Mainz ist die Schule, in der Röper sein Abitur ablegte, Anlaufstelle, ebenso wie Studienplätze. Die Rumänienhilfe wird thematisiert, die drei Stiftungen beleuchtet, die er mit seinem Bruder ins Leben rief.

Viele stilisierte und inhaltliche Elemente werden zu einem dichten filmischen Werk verwoben, etliche Freunde kommen zu Wort. Und auch Michael Roth, langjähriger Vorsitzender des Pfarrgemeinderates St. Sebastian, der eine lange Wegstrecke mit Röper für die Gemeinde unterwegs war, berichtet über seine Erfahrungen mit einem Geistlichen, der nie mit seiner Meinung zurückhielt und -hält und sich mit seinen Ecken und Kanten nicht nur Freunde machte.

Auch alte Ausweisdokumente wie dieser Kolping-Pass dokumentieren im Film Röpers Leben.

Zwei Politiker, denen er allzeit ungefragt auch seine Meinung zu deren Ansichten und Projekten zukommen lässt, zollen dem streitbaren Pfarrer Respekt: Bürgermeister Carsten Helfmann und Landrat Klaus Peter Schellhaas. Mit Letzterem hatte er kürzlich einen Auftritt bei der zentralen Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Brandau. Maier hielt ihn mit der Kamera fest.

Der Kameramann, der bis 2017 zehn Jahre lang das offizielle Eppertshäuser Leben mit all seinen Veranstaltungen und politischem Wirken dokumentierte und dann einen Film per Drohne über seinen Lebensort aus der Luft drehte, arbeitete ein halbes Jahr am Streifen über Pfarrer Röper. Nachdem der Film am Neujahrsempfang gezeigt wurde, ist die DVD aus der Produktion von Maiers Firma MG Media Film für zehn Euro auch zu kaufen. Auf Wunsch gibt es auch für 15 Euro eine Blue ray-Version.

VON THOMAS MEIER

Quelle: op-online.de

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