Schallschutz innerörtlich der L 3095

Hauptstraße nicht so laut wie gefühlt

+
Von der Wiesen- bis zur Kapellstraße ist die L3095 in Eppertshausen eine Tempo-30-Strecke. Und das bleibt sie auch, denn dort ist es sehr eng. So laut, die gesamte Ortsdurchfahrt auf Tempo 30 zu reduzieren, ist es aber nicht.

Eppertshausen -  Schon lange beklagen Anwohner der Hauptstraße unzumutbare Lärmpegel und unübersichtliche Situationen. Doch handelt es sich um die Landesstraße 3095. Zwar wurde die Gemeinde auf Drängen einer Bürgerinitiative aktiv, setzte gar eine Tempo-30-Strecke. Von Thomas Meier 

Nun liegen neue Gutachten vor: Es ist nicht so laut, wie gefühlt. „Die Anwohner der Hauptstraße in Eppertshausen fühlen sich durch das starke Verkehrsaufkommen, besonders durch den Schwerlastverkehr und die Lärmbelästigung durch klappernde Gully-Deckel unzumutbar in ihrer Lebensqualität gestört.“ So stand es in einem Brief, den die „Bürgerinitiative Hauptstraße“ vor einem Jahr an den Gemeindevorstand geschickt hatte. 8000 Fahrzeuge durchrollen die Straße innerhalb eines Tages in beide Richtungen. Die Gemeindevertretung beriet das Anliegen. Eine Tempo-30-Zone sei in der Ortsdurchfahrt nicht ohne weiteres realisierbar, erläuterte schon damals Bürgermeister Carsten Helfemann (CDU). „Die Hauptstraße ist eine Landesstraße, für die nicht die Gemeinde anordnungsbefugt ist, sondern der Landrat. Die Umsetzung erfolgt dann durch Hessen Mobil.“

Doch nach Beratungen und Absprachen erfolgte zwischenzeitlich die Anordnung und Umsetzung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde für den Bereich von Wiesen- bis Kapellstraße, mithin eine nicht allzulange Strecke der innerörtlichen Hauptstraße. Sie bleibt auch bestehen, denn auf dem Abschnitt hat die Hauptstraße zu wenig Gehwegbreite, die Tempo-30-Regelung ist begründet.

Eppertshausens Verwaltung beantragte zudem 2017 für die L  3095 komplett und für die Babenhäuser Straße (K 183) teilweise eine Lärmuntersuchung, um gegebenenfalls wenigstens zeitlich befristete Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 30 nachts von 22 bis 6 Uhr umsetzen zu können. Die Auswertungen des Messergebnisse liegt nun vor.

Es wurden insgesamt 129 Gebäude entlang der Hauptstraße untersucht. Das Ergebnis: Nur an einem Haus werden die Richtwerte der Lärmschutzrichtlinie nach Straßenverkehrsordnung überschritten. Doch gibt es auch sogenannte „Auslösewerte der Lärmsanierung an Landesstraßen“ von 67 dB(A) am Tag und 57 dB(A) in der Nacht, und diese werden „an deutlich mehr Gebäuden überschritten“, informiert die Verwaltung. Entlang der K 183 wurden 19 Gebäude ins Visier genommen, hier werden an keinem die Richtwerte überschritten. Deshalb bestehe „zur Betrachtung weiterer Lärmkonsequenzen keine Veranlassung“, heißt es.

Die Kommunalpolitiker werden sich folglich damit auseinandersetzen müssen, dass es keine Grundlage für eine Geschwindigkeitsbegrenzung für die Nacht ergibt. Wie Bürgermeister Carsten Helfmann erklärt, bestehe jedoch für die Anwohner der Hauptstraße die Möglichkeit, bei Hessen Mobil einen Antrag auf die Bezuschussung von Lärmschutzfenstern zu stellen. Sie sollen nun bald darauf hingewiesen werden. Am Montag ist die Angelegenheit erneut in der Gemeindevertretung.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.