Ergreifende Abschiedsrede des Kreisbrandinspektors 

Eppertshausen - Ganz still wird es beim Neujahrsempfang im großen Saal der Bürgerhalle als Herbert Müller diese Worte sagt: „Noch vor der Familie und Eigeninteressen stand für mich die Feuerwehr. Dabei versuchte ich immer, ein Vorbild für meine Kameraden zu sein."  Von Michael Just

Die Abschiedsrede des ehemaligen Gemeindebrandinspektors berührt. Davor setzen Kreisbrandinspektor Ralph Stühling sowie Bürgermeister Carsten Helfmann in ihren Dankesbekundungen dicke Ausrufezeichen hinter die Verdienste des 54-Jährigen. Der freute sich über eine Auszeichnung, wie sie nur wenigsten Blauröcken zuteil wird: das deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold. Aus Berlin, vom deutschen Feuerwehrverband kommend, ist es die höchste Auszeichnung, die man in der Bundesrepublik für Verdienste im Feuerwehrwesen bekommen kann. Des Weiteren erfolgt Herbert Müllers Ernennung zum Ehrengemeindebrandinspektor.

Nach 25 Jahren jüngerer Generation Platz machen

Nach 25 Jahren in der lokalen Wehrführung will es der Bauhofleiter nun etwas ruhiger angehen lassen und der jüngeren Generation Platz machen. „Es war noch nie gut, einen Vollgas hochdrehenden Motor abrupt abzuwürgen. So käme ich mir vor, wenn ich bis zum letzten Tag meiner aktiven Zeit auf diesen Posten sitzen bleiben würde.“ Mit Frederick Schmitt hat sein Nachfolger bereits Verantwortung übernommen.

1975 trat der Geehrte in die Einsatzabteilung ein, 1977 wurde er Gerätewart und zugleich Mitglied im Vereinsvorstand. In Kassel an der hessischen Landesfeuerwehrschule besuchte er sämtliche Führungs- und Sonderlehrgänge. Stets lag sein großes Augenmerk auf der Ausbildung der Mannschaft, denn nur eine gut ausgebildete Feuerwehr kann qualifizierte Hilfe leisten und eigene Unfälle verhindern. Als dienstältester Kreisausbilder für Maschinisten weiß Müller, wovon er spricht.

Seinem Nachfolger Frederick Schmitt wünscht er stets unfallfreie Einsätze, eine glückliche Hand bei den Entscheidungen und die Unterstützung der Aktiven, „denn ein Feuerwehrchef kann das Feuer nicht alleine löschen“.

Müller bleibt als aktives Mitglied erhalten

Bürgermeister Carsten Helfmann erinnert daran, dass er 1986 ohne die Initiative Müllers wohl nicht in die Jugendwehr eingetreten wäre. „Dein Engagement ist kaum zu toppen“, lautete das Lob des obersten Dienstherrn der Wehr, der das Beispiel anführte, dass der 54-Jährige sogar schon im Feuerwehrhaus übernachtet hat. Nach seiner Arbeit habe der Weg meist zuerst ins Feuerwehrhaus, dann nach Hause zum Essen und anschließend erneut ins Feuerwehrhaus geführt. Kreisbrandinspektor Ralph Stühling würdigt die ehrenamtliche Übernahme der Verantwortung für die Sicherheit der Bürger. Dazu kenne sich kaum einer mit Technik und Mechanik so gut aus wie Müller.

Sein Können und seine Verdienste sieht der passionierte Feuerwehrmann bescheiden: „Ich bin stolz darauf, dass ich euer Brandinspektor sein durfte. Dieses Amt war für mich ein Ehrenamt und ich habe es stets zum Wohl der Feuerwehr, der Gemeinde und der Einwohner ausgeübt.“ Trotz des Rückzuges ins zweite Glied bleibt Müller den Blauröcken als aktives Mitglied und Kreisausbilder erhalten. Die gewonnene Zeit will er seiner Familie mit Frau Marion und Tochter Elisabeth schenken. „Ich verspreche, bei den nächsten Geburtstagen immer zuhause zu sein“, sagt er am Schluss mit einem dankbaren und glücklichen Blick in Richtung seiner Lieben.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Just

Kommentare