Auftakt der Initiative „Tiny Steps“

Kleine Schritte für besseres Eppertshausen

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Der Zusammenkunft am Franz-Gruber-Platz wohnte der Zauber des Neuen inne. Am 13. April soll hier die nächste Müllsammel-Aktion starten.

„Wir gehen später weiter sammeln und machen Eppertshausen zur saubersten Stadt der Welt!“ Der Satz eines Kinds brachte zum Ausdruck, was die beiden Stunden vorher zumindest bei einigen Bürgern ausgelöst hatten: Begeisterung dafür, den eigenen Ort ein bisschen sauberer und damit lebenswerter zu machen – und die Erkenntnis, dass es mit einmal Müllsammeln nicht getan ist.

Eppertshausen – Was jetzt auf dem Franz-Gruber-Platz seinen Anfang nahm, barg auf alle Fälle den gewissen Zauber des Neuen: Es war der Startschuss, Eppertshausen in „Tiny Steps“ noch ein wenig besser zu machen. .

„Tiny Steps“ heißt auf Deutsch „Kleine Schritte“ –und so nennt sich die Initiative von Alexandra Grimm und Nadine Feiler. Die beiden Frauen wohnen seit wenigen Jahren in Eppertshausen und befassen sich selbst schon länger mit Themen wie Umweltbewusstsein und einer nachhaltigen Lebensart. Nun wollen sie die Sinne ihrer Mitbürger dafür gerade im lokalen Umfeld schärfen. Stück für Stück, auf praktische und bodenständige Weise, eben in kleinen Schritten.

„Unser Anliegen ist es, das Bewusstsein für ein nachhaltiges Leben zu stärken“, sagt Grimm, und Feiler ergänzt: „Gerade im vergangenen Jahr mit der Dürre im Sommer und dem Sturm Fabienn im Herbst hat sich die Sache so zugespitzt, dass wir uns gesagt haben, dass wir auch andere dafür sensibilisieren wollen.“

Nadine Feiler (links) und Alexandra Grimm wollen mit ihrer Initiative „Tiny Steps“ Umweltbewusstsein und eine nachhaltigere Lebensart stärker ins Bewusstsein rücken.

Der erste Gedanke laut Grimm: „Nach dem Sturm, der in Folge der Dürre besonders schlimme Folgen hatte, wollten wir zusammen mit den Kindergärten und Grundschulen aufforsten.“ Dies verwarf man nach näherem Hinsehen zunächst jedoch, da sich nur ein kleiner Prozentsatz der Setzlinge später tatsächlich zu einem Baum auswächst und das bis zum sichtbaren Erfolg Jahrzehnte dauern kann. Eine Maßnahme, die zwar gut und wichtig ist, mit der man aber gerade Kindern nicht zeitnah und allzu plastisch die positive Auswirkung ihres Handelns zeigen kann.

Ganz anders die Aktion, Premiere hatte und zu der auch in den nächsten Monaten regelmäßig aufgerufen werden soll: das Sammeln von Müll an prominenten Stellen Eppertshausens. 15 Erwachsene und zwölf Kinder kamen zum Auftakt auf dem Franz-Gruber-Platz zusammen. Nach einer kurzen Vorstellung von „Tiny Steps“, dem Austausch der Kontaktdaten und einer Einweisung mit Eimern und Zangen in sechs Gruppen zogen sie los. Ziele: Zwei Gruppen marschierten zu den Eppertshäuser Spielplätzen, die anderen vier gen Radweg und Landstraße nach Münster sowie ins Feld nahe des Waldfriedhofs.

Zwei Stunden danach traf sich die Gruppe wieder am Franz-Gruber-Platz – mit neun vollen Säcken. „Wenn man anfängt, seinen Blick für den Müll zu schärfen, findet man ihn plötzlich überall“, sagte Grimm. „Bemerkenswert“ sei die große Menge von Glas und Zigaretten auf den Eppertshäuser Spielplätzen gewesen. Auch einen Kinderschuh, Socken und Kopfhörer entfernten die Freiwilligen aus der Natur.

Speziell die Kinder waren euphorisch bei der Sache, freuten sich über jeden entdeckten Fund und damit ihren persönlichen kleinen Beitrag zu einem sauberen Eppertshausen. „Ich finde es toll, dass so viele Kinder mitgekommen sind“, sagte auch Feiler. Grimm resümierte: „Es war ein gelungener Auftakt und hat sich gelohnt.“ Den Teilnehmern sponserte zum Dank für ihren Einsatz Bäcker Jürgen Kreher nach der Rückkehr einige Backwaren.

Das nächste Mal wollen sich Alexandra Grimm und Nadine Feiler mit anderen hilfsbereiten Eppertshäusern am Samstag, 13. April, um 10 Uhr auf dem Franz-Gruber-Platz treffen. Das Entmüllen von Eppertshausens Ortsinnerem und den Randgebieten – alles in Absprache mit dem Rathaus, das für das Engagement grünes Licht gab – soll gar eine regelmäßige Einrichtung werden, die immer am zweiten Samstag eines Monats stattfinden könnte. Darüber hinaus will das Duo mit seiner Initiative noch weitere Projekte für Nachhaltigkeit und Umweltschutz anregen, gerade in Zusammenarbeit mit den Eppertshäuser Kitas und Schulen. Da beide Frauen Kinder haben und berufstätig sind, soll es jedoch auch in dieser Hinsicht nicht überstürzt, sondern in kleinen wie konsequenten Schritten vorwärtsgehen.

Von Jens Dörr

Quelle: op-online.de

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