Pfiffig vorgehen gegen Trägheitsfallen

Bewegendes Bündnis von Landessportbund, Krankenkasse, FVE und Mira-Lobe-Schule

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Das Sportprogramm Pfiffix von Landessportbund, Krankenkasse und FVE bereitet den Vorschulklassenkindern an der Mira-Lobe-Schule viel Spaß. Das wissen Trainerin Antonia Polland, Schulleiterin Jutta Meier, FVE-Jugendleiterin Stephanie Groh und Vorklassenlehrerin Petra Lachner-Zürcher.

Die meisten Kinder kommen noch schlank und rank in die Schule. Doch vom ersten bis zum vierten Schuljahr ändert sich das bei vielen. Das vormittägliche Sitzen und weniger Bewegung auch am Nachmittag wirken sich aus. 

Eppertshausen – Um gegen solche Entwicklung vorsorglich anzugehen, bilden die Sportjugend Hessen, Krankenkassen, der Fußballverein Eppertshausen und die Mira-Lobe-Schule eine sinnvolle Allianz mit „Pfiffix“, einem Programm zur Gesundheitsförderung. Eine Stunde – so lange sollen sich Kinder und Jugendliche pro Tag bewegen; Ganz gleich ob auf dem Schulweg, beim Spielen im Garten oder im Sportverein. Doch die Realität sieht anders aus: Im Alltag bewegen sich Kinder und Jugendliche immer weniger. Dies zeigen zahlreiche Studien.

Ihre Lebenswelt hat sich in den letzten Jahrzehnten einschneidend verändert. Der kindliche Alltag ist inzwischen voll von Trägheitsfallen wie Fernsehen, Computer, Videospiele und mehr. Haltungsschwächen, Übergewicht und Defizite bei der Körperkoordination sind die Folge. Beim Programm Pfiffix sorgen geschulte Übungsleiter dafür, dass Kinder wieder Lust und Freude an Bewegung bekommen.

Die Sportjugend Hessen sucht für das Programm gemeinsam mit der Salus BKK bei seinen Mitgliedsvereinen nach Kooperationspartnern. Und als sie beim FVE anfragte, wusste deren Jugendleiterin Stephanie Groh, „das wäre was für uns und die Mira-Lobe-Schule“. Und traf dort mit Schulleiterin Jutta Meier auf eine Gleichgesinnte. Die vier Partner für Gesundheitsfördernden Sport bei Schülern hatten sich gefunden. Groh und der FVE initiieren bereits seit einigen Jahren mit der Lobe-Schule einmal pro Jahr eine „Mini-WM“ und auch eine Ball-AG wird vom Fußballverein in der Betreuung der Eppertshäuser Schulen angeboten.

Nun also Pfiffix, ein ganzheitliches Gesundheitsangebot für Grundschüler, das von der Salus-Betriebskrankenkasse initiiert und von der Sportjugend Hessen organisatorisch und fachlich begleitet wird. In der Mira-Lobe-Schule setzen Antonia Polland, eigens dafür verpflichtete Trainerin des Landessportbundes, in Kooperation mit Stephanie Groh vom FVE und den beiden Vorklassenlehrerinnen Petra Lachner-Zürcher und Kerstin Krautwurst das Programm um. Als Ergänzung zu den bereits bestehenden Bewegungsangeboten der Schule mit Sportunterricht und bewegten Pausen sollen die Vorklassenkinder durch dieses zusätzliche Kombinationsangebot über den Dreiklang von Bewegung, Ernährung und Entspannung frühzeitig zu einem aktiven Leben und vernünftigen Ernährungsverhalten motiviert werden. „Dabei stehen Spiel und Spaß im Vordergrund“, sagt Trainerin Polland. Wichtig sei nicht nur Fitnbess, sondern auch psychisches und soziales Wohlbefinden.

Auf spielerische Weise führen sie und die angeleiteten Lehrerinnen die Kinder bei Pfiffix durch „fünf Lebenswelten“. Jede Welt steht dabei für einen anderen gesundheitlichen Schwerpunkt, oder die Kinder sollen in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt werden. Da gibt es beispielsweise den „Zaubersee“, in dessen Welt das Herz-Kreislaufsystem nebst Teamfähigkeit gestärkt werden. Und „Schlaraffenland“ steht für gesunde Ernährung – weniger für in den Mund fliegende, gebratene Tauben oder Marshmellows.

17 Einheiten a 60 Minuten währt das Programm. Der Sportverein erhält pro Übungsstunde eine Vergütung von 35 Euro, alle Materialien und die Trainerin werden von der BKK gestellt.

„Wir gewinnen alle“, ist sich Stephanie Groh sicher. Die Beteiligung des FVE am Projekt schafft neue und vertieft bestehende Kontakte zu den Kindern und Eltern, die somit auch für den Verein wirbt. Die Schule und ihre Lehrer bekommen Anregungen, die Kinder profitieren sowieso, und die Krankenkassen hoffen auf weniger krankheitsanfällige Mitmenschen, die dazu bereits im Kindesalter lernen sollten, wie man sich gesund hält.

Und was sagen die Kinder selbst zum Pfiffix-Projekt: „Das ist wie ein Abenteuer. Da muss man ganz viel rennen und hüpfen“, meint Sascha, und Alina lacht: „Stimmt. Ich hab mein Wackelzahn dabei verloren.“ Na dann auf zu neuen sportlichen Ufern.

VON THOMAS MEIER

Quelle: op-online.de

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