Frauenleiche im Abteiwald

Krimi von Günter Fanghänel spielt erstmals in Eppertshausen

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Seinen vierten Kriminalroman hat Günter Fanghänel nun veröffentlicht. „Die Tote im Abteiwald“ ist der erste, der in Eppertshausen spielt.

Eigentlich ist Günter Fanghänel ein Mann der Zahlen: Der 83-Jährige ist Doktor der Mathematik-Didaktik, mittlerweile freilich in Pension. Doch nicht nur Formeln weiß er richtig einzusetzen, mathematischen Stoff zu vermitteln.

Eppertshausen – Vielmehr sind es inzwischen die Worte, die er präzise zu wählen vermag. Und zu spannenden Geschichten zusammenführt: „Die Tote im Abteiwald“ ist sein mittlerweile vierter Kriminalroman. Erstmals spielt die Handlung in Eppertshausen.

Dort lebt Fanghänel, der aus Thüringen stammt, seit 2005. Auch die Hauptperson seiner Krimis, Hauptkommissar Lutz Waski, zieht mit dem vierten Werk nach Eppertshausen um. „Alle Personen und Firmennamen, die im Buch vorkommen, sind verfremdet und anders als in der Realität“, schickt Fanghänel voraus. Der Leser entdecke aber beispielsweise Eppertshäuser Örtlichkeiten, die es tatsächlich gibt und die auch im Buch den echten Namen tragen.

Wie es schon der Titel andeutet: Am Abteiwald entsteht „im wahren Leben“ derzeit ein neues Wohngebiet; im Buch findet eine Spaziergängerin dort eine Leiche. Es stellt sich heraus, dass es sich bei der Toten um eine mehrfach behinderte junge Frau handelt, die aus einer Behindertenwohnstätte in Babenhausen verschwunden und trotz aufwendiger Suche nicht gefunden worden war. Nach seiner Versetzung ins Südhessische wird Fanghänels Kommissar mit jenem Fall betraut, der immer rätselhafter wird: Die Frau war auch schwanger, und bald geht es um eine ganze Reihe von Morden in Alters- und Pflegeheimen.

Das klingt nach spannender wie sozialkritischer Kost. „Neben dem Hauptanliegen, einen spannenden Krimi zu schreiben, liegt mir immer auch die soziale Komponente am Herzen“, sagt Fanghänel. Diesmal rückt er etwa Menschen mit Behinderung und den gesellschaftlichen Umgang mit ihnen in den Fokus. „Das Heim ist erfunden, die Umstände sind real“, betont der Eppertshäuser.

Ehe der Leser die 222 Seiten gedruckte Unterhaltung bestellen kann – was bei „Die Tote im Abteiwald“ seit ein paar Tagen möglich ist –, ist beim Autoren mehrere Monate lang der Grips gefordert. „Beim Schreiben bleibt man geistig fit und kommt zu einem Endprodukt“, sagt Fanghänel, der selbst leidenschaftlich gern in Krimis schmökert und im Ruhestand von seiner Frau dazu animiert wurde, sich selbst an die Tastatur zu setzen.

„Ganz wichtig ist, dass man sich einen Zeitplan macht und eine Personenliste erstellt“, erläutert der Eppertshäuser das Prozedere. „Man denkt nach, sammelt Ideen, schmeißt auch wieder welche weg. Fürs Schreiben selbst muss man dann in der richtigen Stimmung sein.“

Manchmal fließe es fünf Stunden am Stück aus seiner Feder, manchmal schreibe er eine Woche lang gar nicht. Von den Gedanken, die es in „Die Tote im Abteiwald“ zwischen die Buchdeckel geschafft haben, kann sich ab sofort jeder selbst ein spannendes Bild verschaffen.

Infos zum Buch

„Die Tote im Abteiwald“ ist erschienen bei Books on Demand, 9,80 Euro, ISBN 9783739249032.

VON JENS DÖRR

Quelle: op-online.de

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